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Blog von TeddeMehr

deMehr's K.K.-Expo, II 10

13. Mai 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #K.K.

 

10, Der erste Gruß von Irene

 

* Zornig kehrte René Depart auf sein Hotelzimmer zurück, schleuderte den Aktenkoffer auf das Doppelbett. Erst mal fluchte René Depart ausgiebig, ehe er zur Flasche griff. Teurer Whiskey; diese Sorte Whiskey sollte jedermann Schlückchen für Schlückchen genießen, den Whiskey im Gaumen rollen lassen, nicht ein Viertel der Flasche ex und hopp in sich hineinschütten, um loszuhusten. Als die Husterei vorbei war, warf René Depart sich auf das große Bett, legte sich den Arm über die Augen. Weiterhin ließen die Behörden niemand zu Jaques vor. Nur Souza, dem Anwalt, den er, René Depart, bezahlte, war es erlaubt, Jaques aufzusuchen. Andererseits redete Jaques kaum irgendwas mit dem Mann, der zu den Besseren seiner Zunft in diesem Land zählte. Ellenlang war die Anklage, die die oberste Behörde für Jaques vorbereitet hatte: mehrfacher Mord, räuberische Erpressung, Bestechung staatlicher Institutionen, Anstiftung zu aufrührerischen Handlungen, illegale Bodennahme, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Bandenbildung, unerlaubte wissenschaftliche Experimente in einem Privatlabor ...

 

* So gut könnte er, René Depart, es haben in Frankreich. Ein sorgloses Leben. In Frankreich konnte er jedoch nicht bleiben. Um die halbe Welt mußte er fliegen, seiner mißratenen Tochter Irene hinterher. Irene, die heutzutage mit diesem Jaques verheiratet war; das war hundertprozentig, da log Jaques ihn, René, nicht an. Irene, heute im Klub der Dreißiger, eine, die selber auf sich aufpassen konnte. Das mit Jaques, das war Irenes Wahl; kein Mensch mußte Jaques heiraten, nirgendwo auf der Welt, und vor allem eins nicht: mit Jaques verheiratet bleiben. Schließlich hatte Jaques Irene nicht kaserniert, hätte Irene immer eine Fluchtmöglichkeit gehabt. Statt jedoch vor Jaques zu fliehen, hatte Irene sich prächtig mit Jaques verstanden, und Irene würde sich weiter prächtig mit Jaques verstehen. Also: Was sollte der Unsinn, den er, René Depart, hier trieb? Abenteuerlust? Suchte er den Tod?

 

* Drei Tage war er, René Depart, im Stadtgefängnis gesessen. Die Aussagen Rials und Spearbows und die Zeitungsartikel Rials hatten ihm geholfen, rauszukommen. Dank Ignatio Rial glaubte die Welt, er, René Depart, wäre das Opfer einer Entführung gewesen. Eine Entführung, um Lösegeld zu erpressen. Denn René Depart war ein reicher, angesehener Anwalt, vertrat in Frankreich zumeist Leute mit Geld; ein vom Glück verwöhnter französischer Staranwalt. Das meinte anscheinend auch der amerikanische Offizier "Kirk Douglas", der Typ mit den langen Koteletten. Nur einmal war der bei ihm, René Depart, auf der Zelle, fragte nach den Grunddaten von René Departs Leben. Daraufhin war "Kirk Douglas" nicht wiedergekommen. "Kirk Douglas" schien die Zusammenhänge nicht zu erkennen, daß das, was Jaques eigentlich beabsichtigt hatte, Familienzusammenführung war. Er, René Depart, hätte seine Tochter Irene wiedersehen können; Tochter Irene ihn, ihren Vater.

 

* Die Dschungelexpedition war nicht durchzuführen. Gerne hätte er, René Depart, die Expedition in den Dschungel unternommen. Die einheimischen Leute, die mit in den Dschungel gehen hätten wollen, hatte Jack Spearbow längst bezahlt. Nur leider, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und der Behörden. Die Oberen wollten dem Antrag nicht stattgeben: wegen der Guerilleros. Das wären keine Schlagzeilen, die das Land nötig bräuchte, meinte der zuständige Bezirksgouverneur, wenn die PTH für solch eine Berühmtheit wie ihn, René Depart, Lösegeld erpressen könnte. Auf die mediale Propaganda der PTH, dieser Mörderbande, sollte man gut verzichten. Also war es ihm, René Depart, nicht möglich, die Orte im Dschungel aufzusuchen, wo man eine blonde Frau auf dem Rücken eines monströsen Gorillas gesehen haben wollte.

 

* Eigentlich ohne darin einen Sinn zu sehen, hockte René Depart sich im Bett auf. Da kam Jack Spearbow zu ihm ins Hotelzimmer gestürmt. Seit der Attacke von Jaques' Leuten, die aus ihren Gewehren Geschosse abgefeuert hatten, die ein starkes Betäubungsmittel auf Schlangengiftbasis enthielten, sah Jack Spearbow nicht mehr sonderlich gesund aus. Er, René Depart, hatte das viel besser überstanden, obwohl er einige Jahre älter war als Jack Spearbow. Jack Spearbow war zum Fernsehgerät geeilt, hatte das Ding eingeschaltet, griff sich die Fernbedienung, die oben auf der Stellfläche des knapp mannshohen Kastens herumlag, Gleich würde eine neue Nachrichtensendung auf TV3 laufen, erklärte Jack Spearbow. Das Fernsehbild und der Ton von Kanal acht waren dann endlich gekommen.

 

* Sie hätten Bilder von der Frau mit dem Gorillariesen, unterrichtete Jack Spearbow. Auf TV3 fing jetzt die Nachrichtensendung an, erschien nach der dramatischen Musik ein Nachrichtensprecher, der in überall auf der Welt üblicher Pose hinter dem Schreibtisch hockte. Tatsächlich war Irene der Aufmacher, hatte Jack Spearbow recht. Der Nachrichtenmensch redete davon, daß man erste Bilder von der Frau hätte, die mit dem gigantischen Gorilla im Dschungel unterwegs wäre. Sofort erschien die erste Fotografie. Das war Irene, Irene, die breit grinste, in die Kamera winkte; ein Cowboyhut bändigte Irenes Schopf. Die Jahre waren an Irene nicht spurlos vorbeigegangen; Irene war eine reife Frau geworden, ihre Wangen ein bißchen eingefallen. Nichtsdestotrotz hatte Irene gewiß für jeden Mann ihren Reiz, konnte hübsch genannt werden; die Kußlippen waren die gleichen geblieben. Einige Bilder Irenes präsentierte der Sender. Eigentlich hätte man die Frau festnehmen wollen, ließ der Nachrichtenmann abschließend vernehmen; aber die Frau hätte aus der Hüfttasche eine Blendgranate gezogen und gezündet. Daraufhin wäre Irene verschwunden gewesen.

 

 

***

 

 

 

He, ob's mit dem da oben noch mal weitergeht?

 

 

Vielleicht, wenn jemand Münzen einwirft ... Bei Münzeinwurf, daß das TeddeMehr-Püppchen wieder auf der Seite tanzt.

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