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Blog von TeddeMehr

In Europa sieht der ungebildeteste Nicht-Türke die Veräppelung

16. März 2017 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

Wie lange mitgekriegt, der eine, der den Staatspräsidenten in der Türkei mimt, der hat das Anti-Terror-Bekämpfungs-Dekret, mit dem er sich als großer Herrscher aufführen darf, verlängert bekommen.

Alle paar Monate ist das Dekret, unter den derzeitigen Begebenheiten in der Türkei zu verlängern.

Die Veranstaltung jedoch: lästig. So was von sattzubekommen. Daß er ein paar Leute nötig hat, die ihm die Allmacht im Staate sichern.

Eine auf ihn und sein Staatspräsidentenamt zugeschnittene eigene Verfassung will er demnach haben. Damit die Schauveranstaltung eine Ende habe. Er verfassungsgemäß würde. Und damit die Ansage im Hintergrund endet, daß eigentlich jemand anders im Staate der Türken das Sagen hätte: nämlich der Ministerpräsident. Der eine relative konstiutionelle Demokratie in der Türke abbildet. Einen Parlamentarismus mit mehreren Parteien. Den die EINE Partei zwar lange ins Lächerliche führt.

Während, wenn erst das Referendum an den türkischen Mann, an die türkische Frau gebracht wurde, von so was wie Demokratie wirklich keine Rede mehr sein kann. Dann ist die Türkei in ein Präsidialsystem mit einem allmächtigen Staatspräsidenten verwandelt. Eine Autokratie. Ein Despotenregime, das sich damit offiziell macht. Eine Diktatur, die sich in der Türkei konstituiert hat.

Das Referendum, das dafür in der Türkei abgehalten wird, ist eins für Gleichschaltung. Ein Gleichschaltungsreferendum. Ein Ermächtigungsgesetz will er, daß es werde, daß ER und SEINE Partei den türkischen Parlamentarismus hinwegfegen können.

Eine Partei, ein Führer. Wie es sich mit dem "Duce" in Italien in den zwanziger, dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts abbildete. Oder das, was sich durch den "Führer" in der Weimarer Republik ereignete. Der selbiges hinbekam. Mit den bekannten Folgen.

Türkischer Faschismus mit einem Führerkult und Religionsverbrämung, das ist die Wahrheit in der Türkei. Das möchte sich zur Staatsverfassung erklärt sehen.

Eigentlich kann er ja schon ohne Volk in der Türkei durchregieren. Der Wahlkampf, der derzeit türkeiweit und mit Auswüchsen im europäischen Ausland stattfindet, dient im Grunde nur dem Ansehen des alten und neuen Staatspräsidenten in der Welt. Eine reine Schauveranstaltung. Er will damit sagen, indem er einen "Wahlkampf" führt: Er kennt sie doch, SEINE Türken. Sie fressen ihm aus der Hand. Er hat's gewußt, daß sie mit ihm überall hingehen, auch in eine Diktatur. Weil es ihnen klar ist, daß es ohne IHN kein Dasein für die Türken gibt. Alles geht voll den Bach runter, wenn er einmal nicht regiert, ER mit den SEINEN, die seiner EINEN Partei. Die Partei, die das mit dem Staat mit den gleichgeschalteten Institutionen in seinem Sinne mitträgt.

Weltweit soll ganz unzweideutig vorgezeigt werden, wie die Türken mit breitem Grinsen und erfüllt von nationalem Stolz es lieben, unter seinen Augen in ihr Joch zu steigen. Daß die Knute, die er und seine Partei darstellen, lächelnd hingenommen wird. Bespaßte Türken allerorten, die ihn feiern. Sonst nicht mehr viel weiter blicken als auf IHN. Ihren EINEN Exklusivführer. IHN, den Anbetungswürdigen. Den die SEINEN begleiten.

Das ist der Faktor, warum es dieses Referendum überhaupt gibt, Warum so sehr dafür getrommelt wird: Nimm dein Joch mit Freude, Türke! Es gibt nichts anderes.

Ob's denn die Möglichkeit eines "Nein" tatsächlich gäbe? Kaum vorstellbar. Außerdem, wie erwähnt: Das Dekret, das ihn an der Macht hält, das wurde bereits auf mehrere Monate verlängert. Es könnte in der Art bestimmt bis in alle Ewigkeit verlängert werden. Selbst mit einem "Nein", er bleibt.

Na ja, vielleicht wird's ja noch die Abbildung von Schein-Parlaemtarismus in der Türkei geben, wenn das Referendum mit großer Mehrheit angenommen wurde. Wovon mit ziemlicher Sicherheit auszugehen ist: Die Zahlen werden stimmen.

"Flöten-Parteien" werden mit Sicherheit in einem Schein-Parlament noch Reden schwingen dürfen, als hätten sie irgendeine besondere Bedeutung, irgendwas zu sagen im Land. In diesem Parlament kann es mit Sicherheit weiter Abstimmungen geben, die jedoch allesamt nur einen Ausgang kennen, wenn er seinen Finger hebt. Die wirkliche türkische Opposition füllt lange eher die Gefängnisse türkeiweit. In den Gefängnishalden stapeln sich die Leute, statt daß sie die Möglichkeit hätten, auf den Parlamentsbänken Platz nehmen zu können.

ER ist der große Herrscher. Ein Staatspräsident, die Türken in der Türkei zu knechten. Die Größe des alten osmanischen Reiches verspricht er den Türken nebenher. Viel derartiges scheint ER zu brauchen, was es altersher noch gab. Und mit IHM brauchen es die Türken. Ob sie es sich wünschen oder nicht. Oder, besser gesagt: Sein Wille ist der Türken Wünschen.

 

 

 

 

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