Immer wieder Götter
13. Juli 2016 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #allerlei
Religionen sind zumeist in sich geschlossene Systeme, die dir ein plausibles Weltbild mit Geistererscheinungen, Unglaublichem vorgaukeln wollen. Dir irgendwas versprechen, von dem du dir besser nicht sicher sein solltest, daß alles denn auch so ist, wie es da wo beschrieben steht.
Der Möglichkeiten sind viel. Fast wie in Fantasy-Romanen.
Bloß, daß die mit den Fantasy-Geschichten wohl nicht auf dein reales Leben Einfluß nehmen wollen, dir Regeln geben, ansagen, was du zu tun und zu lassen hättest. Höchstens mal beiläufig ein Weltbild für dich aufzeigen.
Auch der Humanismus hat denn nicht so viel mit Religion zu tun, sondern eine Religion hat den Versuch unternommen, das mit dem Humanismus für sich zu vereinnahmen. Als ob das, was Humanismus ist, nicht eine relative Selbstverständlichkeit unter Menschen wäre. Wie man sich besser untereinander verhalten sollte, um nicht selber vielleicht irgendwann Erfahrungen zu machen, die man anderen zuteil werden hat lassen. Weil sich jede Perspektive bestimmt mal ändern kann, auch wenn's dann und wann länger dauert.
Und die Götter, die hat am Schluß ein König vor Jahrtausenden auch nur aus der Stadt gejagt. Weil er die vielen Tempeldiener satt war, zu denen seine Geldeintreiber gehen mußten. Um öfters zu erfahren, daß ihnen von den Tempelansagern Gold vorenthalten wurde. Außerdem wurde in manchem Tempel sich aufgeführt, als wäre dort der Tempelherr der wahre Herrscher der Stadt.
Darum ging's vor allem Dingen: der König wollte sich das Leben erleichtern, seine eigene Macht gegen die in den Tempeln verteidigen, absichern. Er war der König und Beherrscher, nicht die in den Tempelbauten mit ihren Göttern. Die hatten ihm nicht so viel zu sagen.
Deshalb hat er dann einen bestimmten Tempelherrn mit seinem Gott favorisiert. Dem seinen Gott zum einzigen gemacht.
Praktischerweise.
Der mit Privileg versehene Oberpriester durfte sich dann bei wichtigen Anlässen an seiner Seite hinter oder neben dem Thron aufstellen, um gewichtige Fratzen zu schneiden.
Der seine, der war der erwählte Gott. Nur noch ein Gott von den zahllosen Göttern, zu dem das Volk auschließlich zu beten hatte. Weil der König das so wünschte. Die Anhänger anderer Tempel mit ihren Göttern wurden von nun an in der Stadt und im städtischen Umland verfolgt.
Je mehr der König wieder um seinen Thron und seine Macht zu fürchten begann, um so schlimmer wurde es. Auch der eine Tempelherr konnte beizeiten diese Erfahrung machen.
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