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Blog von TeddeMehr

Glaubt man's

24. Oktober 2016 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #allerlei

Alles, was uralt ist, gibt es trotzdem. Tag für Tag.

Die Inquisition hat nur einen neuen Namen, nennt sich jetzt "Glaubenskongregation".

Und den Exorzismus, die Teufelaustreibung, soll es weiter geben. Täglich soll irgendwo von jemand in einem Priestergewand der Teufel ausgetrieben werden.

In der Gegenwart. Glaubt man's?

Quasi wird dir das "Eine Buch" und das Kreuzsymbol vor die Nase gehalten; ekstatische Gebete werden gesprochen. Dann soll irgendwann nach ein paar Sitzungen der "Teufel" bei dir rausfahren.

Gewöhnlichster Alltag soll das sein.

Größer erfährst du von so was allerdings nur ein klein wenig was, wenn bei solchen Veranstaltungen im religiösen Kleid mal wieder jemand ums Leben kommt. Dann erregt sich mal wer, werden Kleinigkeiten lauter, deutlicher in den Medien ausgebreitet.

"Teufel" und "Teufelsaustreibung" - durch eine Religion, die andere Glaubensausrichtungen gerne als "Aberglaube" abkanzelt.

Nur, was das wohl ist, was sich hier "Teufels"-Austreibung" nennt - schon die Frage. Ist dergleichen nicht auch "Aberglauben"`? Die Weiterverbreitung von "Geister"-, "Dämonen"-Glauben, also reinsten Aberglaubens?

"Exorzismus" mit seinen Vorfällen in der Zeit des weltweiten Netzes - nicht eher etwas, vor Gelächter rumzukugeln? Nicht eine Tatsache, in lautes, spontanes Lachen auszubrechen?

Ehrlich.

Bin gerade auch innerlich zutiefst erschüttert.

Man stelle sich vor: Tagtäglich wird hier irgendwo in Europa - dem "aufgeklärten" Europa! - bei wem versucht, einen "Teufel" auszutreiben. Damit der böse Dämon ausfahre.

Mann, Mann, glaubt man das?

"Exorzismus" - doch tiefstes Mittelalter. Aber, nichtsdestotrotz ...

Exorzismus, wirklich was, das man erst so richtig mit dem Wort "Aberglauben" benennen könnte. Exorzismus bildet Aberglauben in Reinkultur ab..

Wenn Exorzismus nicht der Ursprünglichkeit tiefsten Aberglaubens entspringt, weiß ich nicht mehr.

Die unterste, hinterletzte Schublade, in die man mit einem Exorzismus reingreifen kann.

Im Grunde gehören Religionen ja in die weite Welt der "Fantasy" geschickt. Sie sind tatsächlich eigentlich nicht mehr wie so unaustreibbare Steinzeit-Geister. Auch nicht besser wie jeder Tolkien.

Tolerant soll man Religion gegenüber allerdings sein. Nur, bei einem Exorzismus sollte das mit der Toleranz mal aufhören. Wie bei anderem auch, das Religiöse einem sogar mit vorgehaltener Waffe beibringen wollen.

Da würde ich eher jeder Aufklärung den Vorzug geben, als einer einzigen Religion. Man kann auch ohne irgendwas "Religiöses" mit seinen Regeln leben. Beim Christentum ist ohnehin der Humanismus das Feigenblatt.

Die Religionen samt ihren vielerlei Geschichten in ihren religiösen Büchern, die oftmals zurechtgemachte Geschichte abbilden. Geschichtsverfälschungen sind.

Die Religionsgeschichte eine Art Geschichte, die wahre Vorkommnisse erwähnt. So weit, so gut. Bis die tatsächlichen Vorkommnisse umgedeutet werden, umgeschrieben. Daß frühere Realität anders erscheint. Mit den wahren Begebenheiten nur im ungefähren noch was zu tun hat.
Sozusagen eine perspektivische Verzerrung. Wie wenn ich jemanden nahe beeinanderstehen sehe. In Wahrheit stehen diejenigen jedoch meterweit auseinander. Die Nähe, die scheint mir nur so. Um was anders wahrzunehmen, müßte ich mich in Bewegung setzen, mich trotz meiner Trägheit darum kümmern, ob ich nicht doch was von einem anderen Standort anders sehen könnte.

Von solchem Faktor leben die Religionen als Glauben am allermeisten. Von Unschärfe. Den Schwierigkeiten, was gegenzuprüfen.

Wo viele Interpretation möglich ist, wird Religion groß. Da muß man dann was glauben. Wissen kann man es nie.

Je entschlossener Bestimmte was glauben, das, was reiner Glaube ist, für bare Münze nehmen, um so mehr artet es in Fanatismus aus. Was einem erzählt oder beigebracht werden möchte, auch mit Gewalt.

Ohnehin: Religion muß man sich anlernen. Deswegen sind sie so hinterher, daß möglichst schon Kinder ihr Zeug auswendig lernen.

 

 

 

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