Wenn das Schlimmste keine Lüge ist
Man erinnere sich: Beim Ekeltraining geht es nicht darum, daß man sich vor was ekelt. Vielmehr ist der Punkt, daß man daran arbeitet, sich vor was nicht mehr zu ekeln. Das Ekelgefühl möchte man abbauen. Weniger werden lassen. Bis es ganz aufhört.
Heutzutage scheinen einige zu denken, sie könnten sehr weit gekommen sein, beim Training der Leute.
Haben anscheinend die Idee, daß die Bevölkerung den Halt, die Orientierung schon weitgehend verloren haben.
Daß es bereits so weit für sie geht, daß sie Dinge plötzlich unverhohlen aussprechen können. Ohne daß es darum noch größere Aufregung gibt, Widerstände. Daß es, als wäre es längst das Selbstverständliche hingenommen wird. Angesichts einer Zeit der "alternativen Fakten". Während der großmächtig ist, der die größte Lüge verkaufen kann.
Eine Zeit, während der man investigative, risikobereite Journalisten, die für die Wahrheit stehen, "Lügenpresse" nennt. Damit anscheinend im besten Licht bei den Leuten rüberkommt. Weil die Fälschungen, Lügen, nicht nur die unscheinbaren, sondern die klar erkennbaren, deutlichen, in immer weiteren Kreisen der Bevölkerung Gehör finden.
Das Volk, das sich quasi was weismachen, erzählen läßt. Und zwar die Unwahrheit. Oder die umgedeutete Wahrheit.
Auch das muß man sehen, daß etwas von früher einfach deswegen nicht wahr sein kann. Weil es ein zu schlechtes Licht etwa auf die deutschen Altvorderen wirft. Diese als dumbes rassistisches Mörderpack benennt, das es dahin brachte, die eigenen vorurteilsbeladenen Ansichten staatstragend werden zu lassen. Zu einem Teil der staatlichen Bürokratie. Was in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten gipfelte, Verfahren der Euthanasia bei ärztlicher Aufsicht. Alles mögliche mit Behörde, Doktorgrad im Hintergrund. Wie eine Verarsche eines Studiums, der Bildung. Unter dem Schutz des Staates. Weil dieser Personenkreis, eine Art makabrer Bildungsbürger, in den reichsdeutschen Behördenstuben am Schreibtisch hockte. Für die "Volksgesundheit" sorgte, die "Hygiene".
Das Gesamte zeichnet natürlich ein ziemlich schlimmes Bild mancher Vorfahren. Beschädigt die Väter der Väter und so fort, die in einem blutigen, sinnlosen Krieg kämpften, dort ihren Heldenmut bewiesen. Einen für JENE fehlgeleiteten Heldenmut. Man muß sogar sehen, wie viele der gewöhnlichen Soldaten auch an den Erschießungskommandos hinter der Frontlinie beteiligt waren. Vorher beim Sortieren, Fortschaffen von Personen halfen. Da gibt es sehr wenig für das Romantisieren, einem Aufkommen an Ehrgefühl. Wenn die feige Handlung inbegriffen war. Das Verbrechen.
All das wäre manchen lieber, daß es nicht so wahr wäre. Jedes Geschichtsklittern wäre ihnen dafür recht. Obwohl sie in der Hinterhand auch davon reden, damit prahlen, was die Alten konnten. Zu was sie fähig waren. Man müßte nur wieder welche so weit bringen, daß so was aufs neue getan werden könnte. Im Heute.
Da soll ein Auftritt in Dresden gewesen sein, blutige Gegenwart. Da hieß sich einer offen vor jeder Menge Klatschvolk einen "Nationalsozialisten". Er redete davon, daß das Frühere so nicht gewesen sein könnte. Daß die früher das ja alles nicht so getan hätten, was sie getan haben. In Ordnung, vielleicht nur ein bißchen, daß sie es tatsächlich getan haben. Aber nicht so groß.
Und er rechnete den Bombenhagel in Dresden auf. Weil in Dresden sehr viele Tausende durch einen Bombenteppich aus Fliegern der Briten umkamen. Die Stadt stand in Flammen. Wobei die von rechts dieser Opferzahl gerne eine Null hinten anfügen.
Nur, Ursache und Wirkung. Die Frage von Ursache und Wirkung. Ohne die Nationalsozialisten und ihre aggressive, feindselige Weltsicht, die Politik wurde, hätte es diesen Bombenhagel in der Form nicht gegeben. Der Flugzeugangriff hätte nicht so stattgefunden. Ohne das, die nationalsozialistische Problematik im Deutschen Reich. Das Beginnen eines Krieges. Eines Angriffskrieges, der die gesamte Welt gegen die Reichsdeutschen aufbrachte. Mit der Entdeckung des mörderischen Treibens in den Vernichtungslagern, als die Deutsche-Reich-Soldaten das mit dem Verlieren anfingen. Wonach zu blicken war, daß die weltweiten Meldungen von dem nationalsozialisten Treiben, Untaten der Wahrheit entsprachen.
Das ist es, das deutsche Problem, bleibt das Problem der Deutschen. Mit dieser Vergangenheit muß von jedem Deutschen zurechtgekommen werden. Mit dieser voll umfänglichen Wahrheit.
Das war der Auslöser von allem.
Für den das keine Rolle spielt, ob der Bombenangriff auf Dresden mit seiner zerstörerischen Wucht in dem Maße sein hätte müssen. Ob das tatsächlich so ein Heldenepos war, wie es in Britannien verkauft wurde, wird. Das ist dann eine Frage, die sich die Briten zu stellen haben. Wie die ihre eigene Geschichte aufgearbeitet haben wollen.
Wie die Deutschen jedoch ihre Geschichte aufarbeiten, das ist unzweideutig ausschließlich ein deutsches Problem. Und die Sicht auf das dritte Reich ist unzweideutig glasklar: Das Schlimmste daran ist nicht gelogen.
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