Mit jedem Jahr steigt bei der Frühjahrsblüte die Spannung
Von Jahr zu Jahr wird's spannender. Unglaublich.
Die Spannung steigt. Wie im allerbesten Abendkrimi.
Die ersten zarten Triebe zeigen sich an den Bäumen. Die Zeit der Blüte, die bevorsteht.
Der Frühling ist am Ankommen. Das Frühjahr.
Man hat Äpfel-, Kirschbäume, so was. Allerlei, das bestäubt werden möchte. Man auch so sehen will. Wie selbstverständlich. Weil's nie anders war.
Nur ... Nur ...
Wird man es wieder brummen, summen hören?
Wird alles sein wie üblicherweise? Jedes Jahr?
Obwohl es da schon was zu lesen gab. Das, was fett über den Winter gekommen ist: die Geldsäcke der Giftverfertiger. Die feiernden Schildbürger. Denen von der Pharmazie, die an Bauern, Kleingärtnern und alles mögliche ihr Gift verkaufen, daß es der Wahnsinn ist.
Als wäre alle Welt nur noch wahnsinnig, so gut läuft das Geschäft. Marsianisch.
Dort brummt's, summt's. Wird auf den Tischen vor Tollheit getanzt.. Irre, im Grunde genommen, wie sie sich feiern dürfen, weil sie so gut im Beschwatzen waren.
Überdies, dem noch dazu, was man den Vorzug gibt. Dem schieren Grün grünsten Rasens. Weite grüne Flächen. Sonst nicht als das Rasengrün. Oder sogar braune Erdkrumme. Was andres, das man scheint's nicht mehr blicken möchte. Nur noch das, die weite Gartenfläche gesättigten grünen englischen Rasens. Kein Blümlein, das dieses Grün entstellen darf. Das heimische Grün, das wird liebevoll getrimmt. Wenn's gut läuft: mindestens zweimal die Woche, daß sich drum gekümmert wird. Es könnt zwischendurch noch ein Mäh-Roboter fahren, der alles auf der festgelegten Zentimeter-Länge hält. Exakt das Zentimetermaß.
Volle Obst- und Fruchtschalen wünscht man sich trotzdem. Vitamine. Auch die in den Giftverkauf-Großfirmen haben das gern: dicke, pralle Äpfel, Birnen, rotwangigste Kirschen in den Servierschüsseln für Gäste, Geschäftspartner..
Nur ... Nur ...
Bienen sind dafür eigentlich vonnöten. Und den Bienen ... Den Bienen ...
Atemlose Spannung. Als wär das ein krimineller Tatort.
Ob man sie wieder hört, die Bienen, dieses Jahr wie jedes Jahr? So gewöhnlich? Wie eh und je?
Schreckensmeldungen hat es schon den Winter durch gegeben.
Gebrummt, gesummt wurde in den Bienenstöcken wie sonst üblich in den bevölkerten Stöcken. Als wäre die Welt in allerbester Ordnung, so klang's. Dann waren plötzlich zahllose Bienen nebenbei im Schnee zu entdecken. Tot - erfroren. Wie ausgeflogen, das Bienenvolk, samt der Königin.
Scheinbar, so war eine Erklärung, war es ihnen heiß geworden in den Stöcken. Dachten die Bienen, sie könnten nach draußen, schwärmen, als wär Frühlingszeit. Sonnenwärme bei irrsten Minustemperaturen. Hätt's da einen nicht selber auch mies gehen können, bei der Eiseskälte, wär man nicht ebenso erfroren, hätt man sich in 'nem Fieberschub geirrt?
Hunger herrschte unter den Bienen. Eine Milbe huschte in Massen zwischen ihnen herum. Schließlich: eine Hitze, sie war ihnen entstanden, wie Fieber. Selbst die Königin meinte, draußen wärs mindestens frühlingswarm. Man könnte raus.
Ja, die alten fleißigen Turbobienen, die zu den Blüten kommen, sollen wieder wie alljährlich ausschwärmen, ihre verdammte Pflicht erfüllen.
Daß die Obst- und Früchteteller prall aufgefüllt werden können. Bis zum oberen Rand.
Dabei herrscht gerade atemlose Spannung hier. Der Apfel-, der Kirschbaum, der steht bald in voller Blüte. Wird man aber noch was von da belauschen wie alle Jahre? Es ein Wiederhören geben? Werden die Blüten denn umschwärmt, von denen, die sonst immer dorthin ausflogen?
Oder bleibt es dieses Jahr irgendwie nur das ewige Straßengeräusch, ansonsten ein stiller Ort?
Mit jedem Jahr wird das jetzt mit jedem Frühling spannender. Die Spannung steigt, wie beim besten Abendkrimi. Atemlosigkeit.
Hört man es wieder, das satte Summen, Brummen? Sieht man sie noch mal fliegen, wie sie immer von Blüte zu Blüte ...?
Wie es jedes Jahr zuvor noch war. Erwartet wird. Oder ...?
Oder haben die Giftler und dieses geldbesorgte bornierte Volk es endlich geschafft, daß sich ihr Wunsch erfüllt und sie die Arbeit der Bienenvölker selber übernehmen dürfen?
Mit dem Wattebausch. Von Blüte zu Blüte. Auf der Leiter oben. Einmal höher oben stehend, einmal weniger hoch.
Für wenigstens ein paar hungrige, mickrige Äpfelchen, Kirschen, Birnen, Zwetschgen, Pflaumen. Was immer.
Was immer ist, für das die von den Gifterfinder-Firmen und die von der Pharmazie wichtig sind. Woran sie dann auch arbeiten dürfen. Mindestens einmal im Jahr ein Ausflug der bespaßten Belegschaften in die Obstplantagen, Gartenanlagen.
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