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Blog von TeddeMehr

Manche umbenannte Kaserne

15. Mai 2017 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

Schon interessant, die abstruse "Wehrmachts"-Romantik dieser Tage.

Obwohl man sehen muß: Die früher, in den fünfziger Jahren, wollten eigentlich einen scharfen Schnitt machen, als sie ein neues Heer aufbauten. Zwischen sich, das, was man selber nun sein wollte, und dem, was es da ehedem so gab - da sollte schon ein gewisser Unterschied sein.

Ganz davon abgesehen, daß noch die Alliierten dem eigenen Treiben zuschauten.

"Entnazifizierte" konnte, durfte man trotzdem einstellen. Daß sie beim Aufbau der neuen Bundeswehr mithalfen. War ja nicht zu verzichten, auf DIE und ihre Kenntnisse.

Schon was von Interesse, daß es in der Gegenwart längst sehr viele Kasernen gibt, die umbenannt werden mußten. Weil sich Leute plötzlich darüber aufregten, nach wem diese Bundeswehrkasernen hießen. Zwar absichtsvoll keiner der allzu bekannteren Namen von Wehrmachtsoffizieren. Aber dann doch, kaum daß mal genauer hingeschaut wurde, jemand, der belastet war. Schwer belastet. Als Befehlshaber beteiligt an der einen oder anderen verbrecherischen Aktion, daß der Name am Ende unhaltbar wurde.

Ein Umtaufen am Ende fällig.

Trotz der gelungenen Versuche von Bestimmten, die aus unerfindlichen Gründen, auch wenn sie "Handlungswissen" hatten, in den fünfziger Jahren und so ihren Soldatendienst in der Bundeswehr verrichten durften, so Bundeswehranlagen nach unbekannteren, weniger geläufigen Wehrmachtskaderführern zu nennen, konnte es geschehen, daß das Treiben von jenen obskuren Wehrmachtsfiguren auch nach Jahren im nachhinein entdeckt und diskutiert wurde.

Nichts als die reine Wahrheit, wenn man das sieht, wie das zugeht, daß, kaum daß die Bundeswehrbürostuben was vorliegen hatten, bald die nächste Umbenennung angeleiert werden mußte.

Tja, einmal schärfer hingeguckt, nachgesehen, was der und der früher trieb, war die Öffentlichkeit ein bißchen besser über einen unterrichtet, war der Kasernenname schwerlich zu halten. Mußte zugegeben werden, was Namensänderung hieß.

Und was sagt einem das?

Die Wahrheit ist, daß kaum ein Wehrmachtsoffizier sorgenfrei gesehen werden kann. Die Grenzen zwischen SS- und Wehrmachtsoffizieren waren verwischt. Es gab nicht die "Wehrmacht", dann die "SS". Sondern beides verband sich, ging ineinander über. Fließende Grenzen sozusagen. Die, die in der Wehrmacht dienten, die waren ebenfalls ideologisiert, handelten in jenem Geist. In dem sich der Rassewahn als Gipfel umsetzte.

Das, was sich in den Konzentrationslagern unzweideutig zum Ausdruck brachte. Schließlich: unzählige Verbrechen gegen die Ziviilbevölkerung an allzu vielen Orten. Kriegsverbrechen in Massen.

Alles mögliche macht eben am Ende einen Helden, nicht nur eventuell seine Tapferkeit in einem Kampf. Vor allem dann, wenn er einem Regime wie dem im Dritten Reich diente, kann das mit Heldentum plötzlich komisch werden, sobald das, wem man blindlings gehorchte und deswegen darüberhinaus trieb, zum Vorschein kam. Weil man eben auch ein Überzeugungstäter war, fast ein Fanatiker.

Als man denn die Erkenntnis hatte, sich mit dem Schlimmen, das man anstellte, konfrontieren mußte. Das erkannte, wem man da gefolgt war. Daraufhin war der eigene Heldenmut nur noch besudelt, das ganze heldische Epos in die Tonne zu kloppen. Die "Heldenkreuze" verbarg man lieber, schob sie hinten in die Truhe, statt sie offen zu präsentieren.

Wirklich wahr, mit unbekannteren Namen von Generälen der Wehrmacht für die Doofen ohne Nachfragen tauften einige, die in der Bundeswehr ihren Dienst als "Entnazifizierte" antraten, Kasernen, Bundeswehreinrichtungen. Bis dann irgendwann die nächste Umbenennung fällig war. Wieder einer, den da Romantisierer als Helden und zur Traditionsherziehung vergessen konnten.

Viele der Wehrmacht, des Allgemein-Heeres von zuvor, bleiben da anscheinend tatsächlich nicht übrig, wird mal scharfäugiger hingeguckt. Vielmehr solche, denen in der Gegenwart, im Heute Den Haag eine fixe Größe wäre. Ständige Reisen gen Den Haag müßten sie antreten. Wegen vielerlei Arten von Kriegsverbrechen angeklagt. In Zusammenhang mit allem, was das Dritte Reich so an unsäglichen Schandtaten mit sich brachte. Nicht nur "SS". Haufenweise "Wehrmacht" ebenso. Seltener einer, der nicht reisen müßte.

 

 

 

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