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Blog von TeddeMehr

Damals, als die Larven noch frisch waren, mit jeder Menge Zeit

23. Juni 2017 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

Ehrlich, man wundert sich? Man stellt sich Fragen?

Seit Inhalte eines Schwatzraumes einer Rechtspartei öffentlich gemacht wurden, sieht man Politiker von denen mit anderen Augen an?

Obwohl - war es denn nicht klar? Das Irrlichternde, Trügerische, das mit den Augen blinzelt, nicht bekannt?

Hat es wirklich einen dringenden Augenöffner gebraucht, zu erkennen, wer oder was sich hinter manchem von denen verbrigt? War nicht klar, was so offene Worte bei denen wären? Wenn sie mal deutlicher werden. Deutlicher in der Ausdrucksweise. Weniger umschreiben, nicht in die Sülze gehen.

Da wurde ein Schwatz-Raum bei denen "ge-leakt". Also Gesprächsinhalt kopiert und öffentlich gemacht. Bei denjenigen, die sich zurückwünschen in die Jahre vor Adenauer, Erhard.

In die Zeit vor Adenauer, Erhard, daß sie den Wunsch hätten, zurückzuwollen. Was war da nur? Was denn bloß für Tage? Wüßt man's einigermaßen?

Erst mal geraten dort kurz vor dem Auftauchen Adenauers die Alliierten in die Sicht. Diejenigen, die nach jahrelangem Kampf in einem äußerst blutigen Krieg endlich gesiegt hatten. Die Reichsdeutschen besiegt, jene vor allen Dingen, die sich an der Macht hielten, ihre Niederlage nur schwer eingestehen konnten. Vor allem, weil sie als Verlierer zu viel zu verlieren hatten. Um jeden Tag zusätzlich an der Macht im deutschen Reich rangen sie für sich, in ihren Bunkerbauten hockend. Gleichgültig, wie viele noch irgendwo starben, für sie mußte es weitergehen. Verbrannte Erde wollten sie außerdem hinterlassen. Bis wirklich alles zu spät war, daß der Kriegsgegner, siegreich in den Kämpfen, denn in der eigenen Hauptstadt eintraf, befeuerten sie die kriegerische Auseinandersetzung. Bis es wirklich vorbei war, mit ihnen.

Als die Hauptstadt auch noch fiel. Damit wurden sie auch demaskiert. Geriet das mit den Konzentrationslagern und vielerlei andere Arten von Verbrechen ans Tageslicht, umfänglich ins Bewußtsein der Bevölkerung. Kam es ans Licht, aus welchem Grund man einen verlorenen Krieg  nicht verlorengeben konnte.

Das meinen jedoch die, die Heutigen, die Nachgänger, auch nicht. Dorthin wollen SIE nicht notwendigerweise zurück. Sie denken an noch etwas früher. An das damals, als alles im Deutschen Reich noch unmittelbar nach dem "Ermächtigungsgesetz" war. Als die Deutschen IHN erst kriegten, so richtig kriegten. IHN, den "Führer". Den "Führer" in einem Einparteienstaat.

Ein "Ermächtigungsgesetz" ließen er und die seinen im Parlament verabschieden, womit die demokratische Ordnung der Weimarer Republik verging. Haufenweise Fotos mit den SA-Kohorten kann ein Interessierter nachsehen. Drauf zu sehen die, die bedrohlich rumstanden, während Abstimmung war.

Daran denken die Gegenwartsbrüder und -schwestern wahrscheinlicher. Nicht an das Ende der grausigen Despotenherrschaft, ehe Adenauer zum Vorschein kam. Vielmehr meinen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit die Tage im Jahre '33 nach einer demokratischen Weimarer-Republik-Wahl. Die Partei von dem mit dem "Tramp"-Bärtchen, dem falschen Charlie, war nach dem Wahltag die stärkste Kraft im Land. Aber nur so die stärkste Kraft. Daß es weiter eines greisen Weltkriegsgenerals brauchte, der moderierte. Eines knöchern alten Generals, der sich trotz seines erheblichen Alters ein Machtgestühl ganz weit oben im Staat, der Weimarer Republik, gesichert hatte. Der aushalf, daß die Type mit dem "Tramp"-Bärtchen mit seiner Umgebung das mit der Machtergreifung umfänglich gestalten konnten.

Im Jahre '33 waren die allesamt noch frisch und munter. Hatten bis zu Kriegsbeginn im Jahre '39 noch die Jahre, dann die Jahre im Krieg.

Zwölf Jahre waren sie am Ende an den Machthebeln im Staat, "drittes Reich" genannt, geblieben.

Zwölf Jahre sind bestimmt lang. Sind einigen Deutschen sicher lang und bedrückend genug gewesen.

Schon Anno '33 entstanden die ersten Sammellager für Andersdenkende wie SPD-Mitglieder, Kommunisten und vieles mehr. Nicht wenig brutal soll es etwa in Dachau, nur eins zu nennen, da die Tage bereits zugegangen sein. Todesfälle: häufig. Das Nicht-mehr-Nachhause-Zurückkehren des einen oder andern. Spurloses, unerklärtes Verschwinden.

Diese Frische noch, die nach '33.

Erst '45 war es das mit den "Nationalssozialisten", geführt von der Nummer eins der nationalsozialistischen Partei, der "Tramp"-Fälschung, dann vorbei. Endlich.

Auch in der "Weimarer Republik" hatte der im Grunde schon ganz gut gelebt gehabt. Der, der manchmal eine Reitgerte bei sich trug, als hätte er wo in der Nähe ein gesatteltes Pferd rumstehen. Statt eines modernen, teuren Automobils mit Chauffeur.

Eine Gerte wie ein Reiter, um mit ihr mal loszuhauen, auf einen jähzornig einzudreschen. Oder er trug verborgen eine Pistole mit sich durch die Gegend. Eine Pistole, mit der er zum Beispiel in die Decke eines Bierkellers schoß.

Selber sich die Hände allzu schmutzig gemacht, das hat er allerdings nie so recht. Den Rest, den überließ er lieber anderen. Seinen abgeordneten Beistehern, die seine Stimme hörten, die von ihm unterschriebenen Befehle mit Anordnungen weitertrugen, alles aus ihrer Sicht an untergeordnete Beamten- und Parteiränge delegierten. Dazu hatten sie das Recht. Und solange es SEINEN Willen abbildete ...

 

 

 

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