Dem Verlierer zusehen, wie er eine Weile gewinnt
Der Gedanke des "Ekeltrainings" ...
Ekeltraining heißt wirklich nicht, daß man sich nicht vor was ekelt. Sondern, daß man was dafür unternimmt, sich nicht mehr vor was zu ekeln. Dafür trainiert man.
Daß vielleicht kein Würgreiz mehr auftritt, wenn man was ansieht, was man zuvor noch als ekelhaft empfunden hat.
Oder jemand, der kein Blut sehen konnte, der hat daran gearbeitet, daß er es sich nun doch anschauen kann. Ganz selbstverständlich, als hätte er, sie, es nie Probleme damit gehabt.
Auch dabei nicht, bei manchen tristen Verhaltensweisen von so Leuten zuzusehen. Daß man geradezu plötzlich mit ihnen ist, bei ihnen dabei. Statt wegwerfend abzuwinken. Wie es derzeit herausragend vorzukommen scheint. Obwohl diejenigen noch genau dasselbe sind wie zuvor: für die Tonne. Nur, daß man nun selber bei denen rumsteigt, wie selbstverständlich. Als wäre das bis vor kurzem nicht ganz anders gewesen. Hätte man so was für sich nicht brüsk von sich gewiesen. Praktisch hat man sich DENEN angenähert. Ist IHNEN nicht ferngeblieben.
Das heißt, es hat bei einem eine Art "Ekeltraining " stattgefunden. So etwas kann einem sogar ganz unbewußt passieren. Schleichend quasi. Es muß nicht mal erkannt sein, von einem selber wahrgenommen, empfunden, daß mit einem urplötzlich was anders geworden ist. Was ehedem nicht so war.
Das können sicher auch so Ansichten sein, die man nun mit anderen teilt. Denke, die man für sich angenommen hat. Daß man zu einem Personenkreis hinzutritt, den man ehedem abgelehnt hat. Dort dabeizusein: unvorstellbar. Zumindest, daß man das gesagt hat.
Wird man jetzt darauf aufmerksam gemacht, zuckt man allerdings mit der Schulter.
So was, das in dem Demnächstbundestag fast ganz groß geschrieben sein könnte: das Unmerkliche. Mit seinen Möglichkeiten. Bei einem Wandel im gesamten Sprech. Bis hin zu dem ganz offenen Eingeständnis nach dem Motto: "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?" Ein Adenauer-Spruch.
Schließlich ist das so. Ohne, daß es wen größer vereinsamt. Daß es nicht einsamer um welche wird. So wie ehemals noch. Wenn jemand mit bestimmten Leuten ging, Kopfschütteln, sich abwenden. Das hat sich geändert. Ohne daß kopfgeschüttelt wird, steht man unter Personen rum, die es ähnlich haben. Bei denen sich ebenso was getan hat. Und man bemerkt nichts.
Als hätte ein "Ekeltraining" seine Wirkung entfaltet. Daß sich was an die Stelle des Alten setzte, sich entfaltete.
Wie es bei manchdem Politiker gegenwärtig der Fall sein könnte. Sprechen die, blinzeln dabei mit ihrem Wortgeklüngel in eine Richtung. Als wüßten sie nicht, von was sie da längst reden. Wem das eigene Gerede in Wahrheit zuzwinkert.
Schwer dabei nur zu sagen: Hatte es tatsächlich irgendeine Veranlassung gegeben, sich dorthin hinbewegen zu müssen? Sich mit welchen gleichzumachen. Als wäre dort irgendwelche Stärke. Ein besonderes Bewußtsein. Nicht bei einem selber, wie man das vorher auffaßte. Daß es dort den Vorzug geben müßte, daß einem da was abhandengekommen wäre, wenn man sich nicht nach dort hinbewegt hätte.
Tatsächlich. Viel Bewegung ist. Viele bewegen sich.
Einige, die frei von der Leber weg daherreden. Überraschenderweise in DEREN Sinn, JENEN eins hinblinzelnd. Als befände sich dort wo ein Sieger. Jemand, der was siegreich gestaltet. Na klar, an jedem Pokertisch kann manch jemand zeitweilig ein bißchen gewinnen. Nur ...
Für DAS, daß man sich verjagen läßt? Nur, weil was auch mal für eine Weile siegen kann? Als Sieger im Spiel erscheinen. Sogar für eine geraume Zeit.
Oder hätte man beim Pokerspiel nicht besser mal gewartet, weiter zugesehen. Um mitzubekommen, daß der, der eine Zeitlang was gewann, für den kam er, der Moment. Der des großen Verlierens.
Schließlich - wie ist DAS damals ausgegangen? Im vergangenen Jahrhundert? Könnt im Grunde jeder nachsehen, was das war. Was dort nicht alles am Spieltisch im Pott herumlag, und wie ist DAS zu Ende gegangen?
Könnt doch wirklich jeder nachsehen, eigentlich. Wenn wer Verlierer sehen möchte, dann braucht er nur die damaligen Jahre betrachten. Erst mal das Siegen in einem bösen, gewaltigen Krieg. Schlußendlich: immer deutlicher das an Größe gewinnende Verliererwesen. Ein allumfassendes Verlierertum kam zum Vorschein. Eins, jegliches abzugreifen.
Nicht großartig viel an Ehre ist den Vorvätern geblieben, als man ihnen den Schleier von den Augen wegzog. Viel zu viele, die was und sich zu erkennen hatten. Voller Schreck. Auch furchtsam, in Sorge.
Was die Ehrungen, Tapferkeit vor dem Feind, und dergleichen, in irgendwelchen Schubläden verschwinden ließ. Nicht oft, daß man DAS hervorkramte. Und vor allen nicht DAS empfand, das man an Stolz und allem bei solchen Ehrsymbolen empfinden hätte können.
Und warum?
Tja, tapfer war man, hat den Hals wahrlich riskiert - jedoch für die Falschen. Das Falsche. Die Blender, Lügner. Die, die absichtsvoll in die Irre führten. Die einem einen Charakter verliehen. Den der Erschießungskommandos. Den der Konzentrationslager.
Unsäglich, das, dem man gegenüberzustehen hatte. Als was man dastand.
Und jetzt lügen dir wieder welche die Hucke voll. Versuchen sich in An- und Volltäuschen.
Und da soll tatsächlich was werden, in der Zukunftswelt eines Bundestages, bei einem Wandel an Sprech. Auch in den unterschiedlichsten Medien.
Das mit dem Ekeltraining, dem man ausgesetzt ist, soll einem nicht mehr begreifbar sein. Das, daß doch was im Gange ist dahingehend, daß man sich nicht mehr merkt.
Was da demnächst neu in den deutschregionalen Bundestag einziehen möchte. Um dort in diesem Bundestag weiter voranzukommen ... Zwischen den Leuten, daß es rumläuft. Augenzwinkernd. Sich vertraut, traut gibt.
Die möchten das mit Sicherheit noch weiter voranbringen. Betreiben. In ihrem Sinne. DAS kann nicht alles gewesen sein. Bis das Verlierertum zurück wäre, das sich früher ausgereift vorzeigte. Seine Entfaltung haben durfte. Zwölf ewige Jahre der Herrschaft. Mit Kriegsszene am Schluß. Krieg, der ihnen dann auch noch dazu diente, jeden neuen Tag spießig kleinbürgerlich leben zu können. In ihren Bunkern. Einer heiratet so eine Blonde, ganz handelsüblich.
Dafür drückten sie Kindern, Jugendlichen Waffen in die Hände, schickten sie aus. Um zu kämpfen. Die Kriegsszene zu verlängern. Daß sie noch ein paar mehr schnöde Bunkertage gewinnen konnten.
-------