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Blog von TeddeMehr

Ware, nicht mit dem wahren Wort ausgezeichnet

11. September 2017 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

Schwer zu sagen, wer sich hier gedemütigt fühlt. Warum hier das Wort "Demütigung" gewählt wurde.

Für was, das aus der Türkei aufklingt. Ausgerechnet von dort.

Zwar wird in der Türkei fast ständig zum Beispiel von Faschisten und Faschismus und so dergleichen geredet. Sogar eine "Reisewarnung" wird von da ausgesprochen. Mit dem Anklang, anderswo könnte auch was wie Rassismus im Spiel sein.

Wobei wohl eher das Wort "Faschismus" bei der Angelegenheit größer zu sehen ist. Wer ist hier ein Faschist, wer nicht?

Und das scheint in der politischen Welt der Gegenwart mit großer, diplomatischer Höflichkeit betrachtet zu werden. Angesichts etwa von einem türkischen Staatspräsidenten, der per Dekret einfach mal so regiert. Weil er als Staatspräsident keine Lust drauf hatte, nur den Staatsrepräsentanten zu spielen, sonst aber nicht weiter von Belang zu sein. Obwohl er die Machtfülle des Ministerpräsidenten und allem, was er als solcher großmächtig ansagen durfte, gewohnt war. Bei einer ausreichenden parlamentarischen Mehrheit der eigenen Partei.

Nur, seine Wahlperioden als Ministerpräsident, die gingen vorüber. Nun drängte es ihn weiter, nach dem Staatspräsidentenposten, und weil auch keiner sonst als er irgendwo eine Art Terror in einem Land bekämpfen kann, ließ er sich zum obersten Terrorbekämpfer ernennen, sich nebenher mit den umfänglichsten Vollmachten ausstatten. Daß sich eine diktatorische Herrschaft erkennen läßt.

Nun ist er das geradezu weiterhin, ein Dekrete-Regent, der in seiner Machtfülle seinem Volk einfach vor die Nase gesetzt wurde. Einem Volk, das bei gleichgeschalteten Medien und dergleichen nur sehr unbedeutend über alles im türkischen Land Bescheid weiß. Fast wie so Auslandstürken, die zwar woanders wohnen, aber sich nur immer ständig das Fernsehprogramm der türkischen "Heimat" reinziehen, als gäb's nie die Möglichkeit, mal im Ausland anderen Müll als den von daheim zu betrachten. Mal einen anderweitigen Horizont als den "beheimateten" kennenzulernen.

Trotzalledem, was sie könnten, scheinen die im Ausland wohnenden Türkenstämmigen direkt schlimmer dran wie die in der altvorderen türkischen Heimat. In der der eine seiner Bevölkerung im Grunde spottet derzeit. Einfach sein Ermächtigungsgesetz nicht umfänglich macht, als müßte er noch auf irgendwelche Wahlen warten. Bis ... Ist sich der seinen, seiner geblendeten Bevölkerung, doch so sicher, daß er demnächst wieder wahlkämpfen möchte. Sich als "Wahlkämpfer" gerieren. Als hätte er die Parlamentsdemokratie nicht lange einfrieren lassen. Hätte nicht alles vorbereitet, diese mit einer wegwerfenden Handbewegung abzuschaffen. Sein bevorzugtes Präsidialsystem an diese Stelle zu setzen.

Schon spaßig. Beinahe was zum Lachen. Als Dekrete-Vorherrscher läßt es sich eben besonders gut durchregieren in einem Land. Da muß man sich nicht mehr beeilen, DAS vor Recht und Gesetz zu werden, obwohl man die Worte "Recht und Gesetz" bevorzugt im Mund führt. Als hätte man die Verfassungsänderung und Recht und Gesetz nicht kürzlich noch sehr nötig gehabt.

Wobei die Faschisten sicher woanders sind. Faschist, das ist man nicht selber. Unter anderem dort in der Türkei.

Tja, "Faschist" ... Wann hat sich ein Faschist mal in der Jetztzeit einen Faschisten genannt? Vielleicht welche, irgendwo in einem Hinterzimmer. Wenn SIE untereinander waren, wirklich das Paket auspacken konnten, DAS, was sie in Wahrheit sind, vorzeigen. Daß man sich die Breitbärtchen-Maske aufsetzte, den "Duce"-Gruß der Umgebung zeigte.

So verbraucht scheint das Wort "Faschist" zu sein, daß sich heutzutage geradezu nirgendwo ein Faschist befindet. Selbst wenn alles dafür steht, was so ein Staatspräsident mit Dekrete-Vollmacht an sich hat. Mit Faschismus deutet er lieber in der Weltgeschichte rum, weist die Anklänge davon bei sich selber weit von sich.

Höchstselbst ist man besser alles mögliche, gegenüber einer Bevölkerung, nur kein Faschist. So abgenützt, unbrauchbar scheint dieses Wort zu sein. So viel dem Doofsten zu erklären, daß es fast jeder, der für den Despotismus geht, lieber empört von sich weist. Weit von sich. Jeder ist alles mögliche, nur kein Faschist.

Was sind so Weichspüler-Worte? "rechtskonservativ" - ist sicher eins.

Man kann so was sehen, ausmachen. Zum Beispiel in Polen, Ungarn. Und besonders in der Türkei. Nur eben: einen Faschisten, den sieht man dabei nirgends. Lieber spricht man von sich als einer "Alternative", all so was. Aber "Faschist", das erklärt dem Naivsten, Beschränktesten anscheinend viel zuviel. Wie das Wörtchen "Nationalsozialist".

Damit zeichnet man sich und die eigene Ware lieber nicht aus. Statt dessen wählt man die weichzeichnende Umschreibung.

 

 

 

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