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Blog von TeddeMehr

Nett sein zu IHNEN (Bis SIE anders können)

24. Oktober 2017 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

Vor vier Jahren war es, jetzt ist es am 24. Oktober des Jahres '17 nach dem Millenium dasselbe: ein Neuexpemplar eines Bundestags konstituiert sich.

Und doch, obwohl alles gleich wie vor vier Jahren scheint, ist dieser Bundestag ziemlich verschieden zu dem von zuvor. Eine Ausgabe mit etwas anderem Inhalt zeigt sich. Eine gewechselte Bevolkerung. Das fängt an, das sich die Folgejahre zu mancherlei verlogener Blüte bringen möchte.

Zwei Parteien treffen in dem Bundestag ein, die es im vorhergehenden Bundestag nochgerade überhaupt nicht gab.

Die eine jenes Parteien-Doppel, die darf sogar auf der Stelle freiweg mitregieren. Möchte sch auf einem Koalitionsfoto versammeln. Wie selbstverständlich. Weil sie so was früher jahrzehntelang dauernd hatte, Teil einer Regierung zu sein.

Die letzten Jahre brauchte man sie zwar nicht großartig für irgendwas, trotzdem dürfen sie unverzüglich frisch mitregieren. Sie sind gefragt, als Koalitionspartei. Machtgestühl, das sie entern. Ministerränge, die sie einnehmen. Ratzfatz. Von null sofort auf hundert. Fast, wie niemals fortgewesen.

Während die zweite Neupartei, die das tatsächlich darf, im Bundestag ankommen, wirklich was abbildet. Ihre Unsäglichkeit längst ausgebreitet hat, verdeutlicht. Nicht zu überhören, übersehen, in Wahrheit.

Eine Demonstration war, das Wochende vor der Bundestagskonstituierung. Ein wenig pathetisch, daß es bei den Demonstrierenden zuging. Der Bundestag wurde sinnbildlich "umarmt". Davon mit naivem Pathos geredet, daß die Mitglieder der besagten einen Partei sich in diesem Bundestag der Örtlichkeit entsprechend respektvoll verhalten sollen: "Benehmt euch!"

Diese eine Partei, aus der heraus auch rasch auf die Demonstration Bezug genommen wurde. Ein spöttelnder Sprecher nahm exklusiv das Wort "Demokratie" in den Mund, meinte ungefähr, daß die Demonstrierenden sich "undemokratisch" zeigten. Schließlich wären die von der einen Partei, doch demokratisch gewählt worden. Daß man das in einer Demokratie also zu akzeptieren hätte, daß SIE als Gewählte im Bundestag Ankunft halten könnten.

Die Demokratiefeinde, die "demokratisch" sprechen. Auf sich bezogen, als welche, bei einem demokratischen Wahlentscheid erfolgreich.

Das ist das Neue und das Besondere an diesem einen Bundestag, daß die Feinde eben dieses Bundestages in ihm eintreffen können. Die, die die brauchbare Falschdarstellung an sich lieben, den Schwindel, Lug und Trug. Die Verkehrung von realen Geschehnissen ins Falsche, die Falschdarstellung. Diejenigen, die lümmeln sich nun auf den Bänken in diesem nächsten Exemplar eines Bundestages herum. Grinsen sich mit dem Wörtchen "Demokratie" eins.

Ab dem vierundzwanzigsten Oktober des Jahres '17 nach dem Millenium geht es wirklich für sie los. Die, die sich bereits groß empfinden, richtiggehend, als könnten sie nach dem Jahr '33 kommen. Jahr '33, letztes Jahrhundert. So Tage vor Adenauer, Erhard. So Ende der zwanziger Jahre sind sie schon. Als sich das mit dem Bärtchen auf einen guten Weg machte. In der Weise denken sie wahrlich auch erneut an sich. Daß es denn in vier Jahren so weit sein könnte, daß man das Jahr '33 wiederhätte. Die Replik von dem im Jahr '33 abbildbar wäre.

Bei dem, wie man längst losgeht. Heraus aus der Deckung wagt man sich voller Häme. Auf einer Buchmesse beispielsweise präsentiert man sich mit großartigem, wichtigtuerischem Gehabe mit seinem Geist an Ständen. Als wäre das bei IHNEN was. Hat sich dort unverfroren mitten unter den Schreiberlingen plaziert, ganz die unmittelbare Nähe zu den Verlagshäusern und dem gesucht. Und dabei, als ein klein wenig Widerspruch bei ihnen ankam, rasch mal mit der Faust zugehauen. Ganz sorglos, keine weiteren größeren Beschädigungen fürchtend.

So ohne jede Besorgung angesichts von sich ist man wieder. Empfindet sich voller Selbstverständnis vorn. Als könnte man das lange anstellen, sich mit der eigenen Wirklichkeit auf offener Bühne darzustellen. Als wär das so folgenlos, als dürfte man was ohne weiteres. Derart fühlt man sich. Hat dieses Wohlemfinden als Gewißheit in sich.

Bei neunzig Figuren in einem Bundestag muß man auch sagen. Neunzig von denen, das sind nicht eben wenig.

Manche von ihnen verlangen sie noch, die Toleranz der anderen. Lassen derartiges nebenher bekanntwerden. Echt wahr, auch DAS gibt es bei IHNEN, wie die Anhäufung von Frauenkostümen. Nahezu ist das das: SIE gerieren sich, als hätten SIE die Toleranz der anderen. Das heißt, irgendwann kommt vielleicht die Zeit. Wird es möglich, dann räumen sie auch untereinander auf. Dann hat man nicht mehr viel Gefühl für irgendwas, ob man besser miteinander bekannt ist oder nicht. Nicht das allergeringste von dem, das man in der Gegenwart für sich noch verlangt, einfordert. Wenn man erst nach '33 kommen könnte, Richtung "Ermächtigunggesetz". Der Abschaffung der Verfassung der Weimarer Republik. Dann wäre das eine ganz andere Welt. Hat der mit dem Bärtchen auch vorgezeigt, wie das dann zugeht. Die Toleranz der anderen, die war in keinster Weise die SEINE. SEINE Toleranz für so was war: umbringen, ins KZ zu schicken.

Also: Nett soll man sein zu ihnen. Was Toleranz für manches bei IHNEN gewahren. Bis sie denn anders können. Wie sie im Jahre '33 beginnen konnten, unbesorgt anders zu können.

 

 

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