Wenn Aussehen nichts weiter bedeutet ...
Nun hätten wir eine Neueröffnung gehabt.
Das nächste Exemplar eines Bundestags hat sich konstituiert. Es gab die ersten Entscheidungen, Posten waren zu besetzen.
Und es waren Bilder zu sehen: Einmal: einer mit Brille vor den Augen, ein junger, sportlicher Typ, ist in einem Anzug wie beiläuftg bei der herumgestanden, die wohl die Kanzlerin bleibt. Bei ihr im Hintergrund so fahrige Weiblichkeiten mit schulterlangem Friseurschnitt-Haar.
Wer weiß, die jugendliche Anzugfigur, welchen Rundblick sie mit der Klarsichtbrille hatte. Vielleicht modernstes Gerät, mit dem er Gesichter ausgelesen, Daten durchgesehen hat. Bei den vielen Neuankömmlingen an dem Ort, die noch fremd sind, nicht so vertraute Mienen. Zugehörigkeit: einigermaßen unklar, erst mal. Noch dazu ihr, der zukünftigen Kanzlerin, nahe.
Ihre Nähe suchten DIE, die von der Damenwelt. So dreißigjährige Damen. Quasi Frauen wie sie. Nicht alt, aber auch nicht mehr so jung. Die eine des Frauen-Duos dabei reichlich bleich im Gesicht. Als wäre ihr frisch was über die Leber galaufen.
Wirklich eine Bleichheit. Weiß wie eine Wand. Entweder hatte man die Nacht durch nervös nicht viel geschlafen. Oder, es war irgendwas bei ihr los, daß jede Farbe ihr Gesicht verlassen hat. Schwer zu sagen. Es gibt allerdings in diesem Bundestag ganz "neue" Leute . Die was im Hintergrund haben.
Dabei: noch schwer zu sagen, wer wer ist, solange man sich nicht kennengelernt hat.
Etwa ein ganz privat aus dem eigenen Haushalt angekommener Mensch mit langem graumeliertem Pferdeschwanz.
Wirklich gekleidet, als hätte er seine Wohnung soeben verlassen, den Müll runterzutragen. Und nicht, um einen Bundestag zu betreten, wenn welche von daheim in den Supermarkt weggehen, durchaus besser und anders angezogen als üblicherweise.
Und der steht nun bei der, die die wohl die alte neue Bundeskanzlerin sein wird, wirft bei ihr einen Stimmzettel in eine Urne.
Man könnte den einen fast für jemand halten, mit seinem ewig langgewachsenen graumelierten Pferdeschwanz, daß er Mitglied der Partei wäre, die sich mit der Farbe "grün" im Namen benennt. Zukünftiger Koalitionspartner oder nicht.
Oder doch nicht? Es ging auch schon öfters mal die Rede, daß sich Rechtsdrehende tarnen. Mit ihrem rechtsgehenden Horizont besuchen sie "Schwermetall"-Konzerte. Nicht der bekannte Hautkopf, sondern der mit dem irre langen Haar, der dir, öffnet er den Mund, rechts zu reden anfängt. Erst dann merkst du das, wenn er intensiver auf das zu sprechen kommt, daß du einen von rechts von dir hast. Obwohl der die Schwermetallstücke, die du kennst, auch sehr gut kennt. Sogar Motorradrocker drehen ganz rechts. Geben solches Geschwätz von sich. Brausen bei Widerspruch nicht weniger auf wie einer der Hautköpfe.
Es ist demnach durchaus alles komplizierter. Ein bestimmtes Aussehen oder auch ein Frauenrock muß dir lange nichts mehr von einer wahren Zugehörigkeit von irgendwem erzählen, daß du dich freiweg aussprechen kannst, ohne vorher den Boden ausgetestet zu haben, auf dem du stehst.
Ich meine, die eine könnte auch bleich geworden sein, weil man ihr vorher bestimmte Antworten gab. "Bleich vor Wut" - ist auch ein häufig gebrauchter Ausdruck. Und der totalprivate Gewöhnlichkeitsauftritt von dem mit dem irre langen, grau durchschossenen Pferdeschwanz, der könnte auch längst dem Spott des Orts dienen, an dem er sich aufhielt.
Langes Haar, das kann man sich beizeiten ratzfatz wieder abschneiden. Kommt Zeit, kommt Rat. Trotz aller Gewöhnung an die Haarlänge. Wie man sich ebenfalls ganz anders in Schale werfen könnte, wenn man möchte, hat sich was geändert.
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