Die bitternötigen Umschreibungen
O la la, eine Szene aus dem Baden-Württembergischen Landesparlament, europäische Deutschregionalität.
Was für wächserne, triste Gesichter aus dem Wachsfigurenkabinett, dröge, aufgedunsene Gestalten, die dort dichtgedrängt in einem Parlamentssektor aufeinanderhockten. Erste Sahne.
Alles Leute, die man alternativ vergessen hat. Dabei vor allem eins, das darüberhinaus vergessen wurde: sie nicht in ein Amt oder so irgendwohin reinzuwählen.
Der Fehler wurde jedoch begangen, SIE zu wählen.
Wie die sich abmühten, mit der Art des Pokerspielers, bei all dem Trubel, dem zustimmenden Jubel um ihnen herum, unbeteiligt zu bleiben. Nicht irgendwie mitgerissen zu werden.
Mit den Geschehnissen um sich her hatten DIE auch nicht das geringste zu tun. Von IHNEN her stammte da auch kaum was. Das Ihrige, vielmehr das mit den Kleinigkeiten von alternativbenannte Trauerstückbühne hing das nicht zusammen. Nichts des IHREN, herstammend aus der allerbesten Tristesse des Ewiggestrigen.
Wie könnt's bei jenen je was andres geben als eine Trübe-Tassen-Vorstellung, betrachtet man sie sich wahrheitsgemäß? Müßte man nicht, wenn man sie da so auf einem Haufen in einem Sektor eines Parlaments zusammensitzen sieht, sofort davon abkommen, sie irgendwie noch mal für irgendwas zu wählen? Was für üble, befremdliche Grobschlächtigkeit, parlamentsregional vollversammelt. Bei so was möchte man wirklich daheim sein, sieht hier eine "Heimat"?
Und ein US-Amerikaner, der eine Rede dort im Landtag hielt, konnte diese Horde aus der besten taubsten Vorgestrigkeit öfters überblicken. Ein Personenkreis, der sich mit sich damit abmühten, möglichst unangefaßt zu wirken; als ginge einem nie was was an.
Wirklich wahr: die typische Erscheinung von Leuten, unsympathisch bis ins Letzte, bei denen es einem nur noch nicht wie Schuppen von den Augen gefallen ist. Zumindest bei den Teilen ihrer Wählerschaft, die Irrtümer noch merken könnten, sollte das kein Vorteil gewesen sein.
Dort bei einer Wahl wo bei denen hingekreuzt zu haben, wenn das mal kein böser Unfall war.
Jetzt hat man es, kann es anbei im Grunde übersehen. Ihre pure Leibhaftigkeit war mitzubekommen. Wenn man noch keinen in seiner Leibhaftigkeit sah, für den man im Wahllokal unberatenerweise ankreuzte, ihm, ihr die Stimme gab, dann ... Dann hat man sie aber einen Augenblick begucken gekonnt.
Wäre bei den Nordamerikanern nicht ebenfalls einer an der Macht. Einer, der von sich schon mal als "Rechtskonservativer" gesprochen hat, hätte das mit dem, wie die sich anschauen ließen, was Geschmäckle im Ländle gehabt. Denn am Ende klar, wie man sie auch bezeichnen könnte, was der US-Amerikaner mit Sicherheit wußte. Sie selber, sie leugnen das derzeit ja gar nicht so allzu oft.
Dann hätte ihr Ansehen, Auftreten bei einer Rede eines Nordamerikaners eine Wirkung gehabt. Schwer auszuhalten. Eine gewisse Schande für ein örtliches Parlament. Bei dem Hintergrund dieser "Alternativen", die als was aus den Tagen vor Adenauer, Erhard ankommen. Vor Adenauer, Erhard, ohne sicherlich die Entnazifizierung der Alliierten zu meinen. Auf sie würde das der Alliierten wohl eher wirken wie Knoblauchwasserspritzer auf den Vampir.
Wirklich, wie Sie da wie gruselig wie die allerbesten Wachsfiguren auf den Parlamentssitzen rumhockten ... Wie was, unverzüglich zum Abwählen. Alles bei IHNEN bereit, mächtig in die Tonne zu gekloppt zu werden. Aus dem Stand.
Und das soll des weiteren eine Geisteshaltung sein, die im Osten Europas momentan geradezu höchste Anziehungskraft genießt?
Tja, hängt wahrscheinlich mit der früheren "Linksindoktrinierung" bei jenen so ostwärts zusammen. Daß alles jetzt so einfach fällt. Im Gestern so in kommunistischer Denkweise indoktriniert, daß es neuerdings ungehemmt rechts raus drängt.
So altvorderer Faschismus, der sich einstweilen noch tarnen möchte. Alles andere als sich als Faschismus benennen. Obwohl es den faschistischen Willkürstaat ganz alter Prägung in der Hinterhand birgt. Dem "Duce" seins, wenn's nicht das des "Führers" ist, des Obersten der "Nationalsozialisten". Polnisch, ungarisch, tschechisch ...
Das Wort "Nationalsozialismus", auch was aus dem "Sozialismus" geboren, mit dem man den "Kommunismus" ebenfalls benennt. Als Kontrapunkt zum "Kommunismus" war das gedacht, das mit dem "Sozialismus", dem man die Wortbeifügung "national" vorndran anhängte. Der "Sozialismus" des "Kommunismus", dort die reine Wortschöpfung "Nationalsozialismus".
Man muß ebenfalls betrachten, die Ferne "Kommunismus" zu "Faschismus", die ist ein Trugbild, angesichts der großen Nähe des einen zum anderen. Verbinden sich nämlich die äußeren Ränder zu einem Kreis, befindet sich der eine vom anderen lediglich einen Katzensprung entfernt. Praktisch wohnt man direkt nebenan, kann an die Nachbartüre anklopfen, zu sich ohne Hast rüberkommen.
Nur, so entdecken lassen wollen sich die im Osten mit IHREM Faschismus weiterhin nicht. Man nimmt lieber Tarnworte für sich, benennt sich ganz anderweitig. Weil es die jeweiligen Bevölkerungen doch ein wenig zu sehr er- und aufschrecken würde, hätte alles, was man ihnen auftischt, die alten unzweideutigen Benennungen.
Wer möchte in der Gegenwart von den Faschisten schon ein Faschist sein? Höchstens hinter vorgehaltener Hand. Ansonsten ist man "Neurechts", "Alternativrechts", so was ähnliches. Was immer in der Wortwolke für die nebelhafte Umschreibung einfällt.
Nein, nein, das mit dem "Faschismus", "Nationalsozialismus", das erklärt selbst dem Dümmsten bis heute viel zuviel. Deshalb hat man jede Menge neuwertige Tarnnamen für sich bitterlich nötig. Damit der Wähler launig ist, nett und gutgelaunt bleibt. Solange man IHN noch braucht, für irgendwas benötigt.
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