Ohne ihre Unter-fünf-Prozent-Heimat macht weniges Sinn
Die Werte der Umfragen im Augenblick ...
Nicht viel verändert.
Es bleibt das einfach eine Tatsache, daß Bestimmte nicht in ihrer Heimat sind: der Unter-fünf-Prozent-Zielmarke.
Von der sie ja auch reden, wann immer sie den Mund aufmachen. Viel was andres bräuchten sie in Wahrheit nicht als alles unter fünf Prozent.
Nur: Wenn das aus irgendeinem Grund viel zu vielem nicht klar ist. Dann dürfen die zwei neu im Bundestag auftretenden Parteien auch nicht in ihr angestammtes Heimatland zurück: jede einzelne Zahl unterhalb der großen Fünf.
Es ist sogar so, daß die einen des neuerschienen Paares dem schönen Wort "alternativ" irgendwas geben, das wohl gewöhnlich niemandem eine Alternative sein würde, wäre da kurz ein klein weniges an Nachsinnen.
Nur, wenn nichts, was man denkt, zu einer Entschlossenheit führt, man weiter so was wie DIE für was "Alternatives" blickt. SIE, der Witz für so ein tolles Wort wie "Alternative". Regelrecht die Veräppelung des Wörtchens "alternativ".
Alle Umfragewerte gehen dafür, daß eine Neuwahl des Bundestages geradezu unsinnig wäre. Ohne die wirklich alternative Möglichkeit, daß hier welche dorthin zurückkommen könnten, wo sie hingehören, sich auch zurückwünschen: ins beste Heimatgefilde von allem unter den fünf Prozent.
Das ist ja der wesentliche Punkt: daß hier welchen der Weg in ihre angestammte Regionalität verbaut ist. Weil zu viele was in IHNEN entdecken. Schwer zu sagen, was. Und, vor allen Dingen: für was denn? Als wäre an dieser Vorgestrigkeit irgendwas, das einem ein Gefühl geben könnte. Man überlege sich das eine Sekunde: was vor Adenauer, Erhard.
Normal müßt man sagen: So schlecht kann's einem gar nicht gehen, daß man dorthin sich zurückwünschen müßte. Deswegen: DIE für sich zu erwählen, für so was, zurück in eine Ära vor Adenauer, Erhard. Überdies nochgerade mit IHNEN. Die pure rechte Last in der verborgenen Hinterhand. Was dieser abscheulichsten aller Rechtsdrehungen.
Alles, was die dort im Grunde längst bewiesen haben. Für was SIE am Ende wirklich gut waren.
Das Beste vor Adenauer, Erhard war das Entnazifizierungsprogramm der Alliierten. Mit dem die Luft in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg erst wieder atembar wurde. Nach all dem vorhergehenden Geschehnissen, während zwölf der tristesten, dumpfesten Jahre, die einem Menschen als Möglichkeit zu erleben waren.
Alles "Reichsdeutsche" denn durch IHRE Führung nur noch am Verlieren. Ein einziges Großverlieren war das weit und breit. Überall brannte es, an allen Ecken und Ende. Das Herunterziehen durch SIE, das war denn erst groß. Jeden wollten Sie zu allem Überfluß auch noch mit einem Charakter beschenken: mit dem unter aller Kanone. Tief unten drunter.
An allem, das wollten sie, daß man sich bei IHNEN möglichst beteiligen sollte. Wie die Wehrmachtssoldaten bei mancherlei mitmachten. Viel zu oft ganz selbstverständlich freiwillig. Nicht viel Unterschied zu was der SS zu erkennen. Die, die schließlich wirklich DIE waren. Bloß, es war angedacht: die Wehrmacht sollte in der SS aufgehen. Sich in ihr verlieren. Vielleicht hätte damals in ein paar Jahren die Wehrmacht nicht mehr Wehrmacht geheißen, sondern SS.
Man war nicht irgendwo nebendran, man war mittendrinnen dabei, als Wehrmachtssoldat. Wie man dem Volk denn tatsächlich ebenfalls ein bißchen was mitteilte, es anteilig beteiligte. Nur, so richtig groß ins Bild sollte man es nun wiederum auch nicht kriegen. Gerade so so la la, daß man noch einigermaßen blöde blieb. Aber trotzdem ausreichend was drum wußte.
Man wußte in dem Sinne längst nicht ALLES, aber so ahnungsbefreit war man nun auch wieder nicht. Man konnte durchaus plötzlich was sehen, blicken. Es wurde beispielsweise jede Menge verhaftet. Täglich rollten viele Züge. Züge en masse standen unter Dampf, reisten nach Ortschaften, die ...
Und das Zugpersonal, es war ihm unmöglich, nie nichts wahrzunehmen, blind zu bleiben. Nicht gut auch was Genaures zu hören, das zu begreifen, was einem einer so wo im Vertrauen erzählte. Einer, der rumplauderte und an einem Ort Personal war, der "Arbeit macht frei" als Überschrift über dem Eingangstor hatte. Ein paar solcher Eingangstor-Zeigeschriften gab es. Und mancherorts spielten denn den ganzen Tag lang Orchester. Geigen-, Klavierkonzerte. So gut, die Musik, es hätte gut ein Aufnahmegerät dabeisein sein können. Zwar roch da was, ein Rauch, ein Duft zum Davonlaufen. So was lag ständig in der Luft, daß es zum Davonlaufen war, aber die öfters mal wechselnden Musiker, die konnten was in die Umgebung rein spielen, beherrschten ihre Musikinstrumente. Anders wären sie nicht an ihre Sitz- oder Stehplätze geraten.
Demach: einerseits - andererseits. Das Trübe war herrschend in der reichsdeutschen Szene, nichtsdestotrotz bei Gelegenheit eine Klarheit. Verzog sich mal was Nebel. Danach, daß zu viel an Deutlichkeit einen überwältigen konnte.
Also, wenn da nicht das Stilmittel deutlich wird: das einer gewisse Unschärfe, Ungenauigkeit. Wie wabernde Nebelschwaben, die ... Bis mal ... Wie der Zufall so spielt: Es konnte alles zu überblicken geben.
Scheint damit der Gegenwartsstil nicht ebenso sonnenklar? Wen als eine "Alternative" für sich zu erwählen, der wo das hübsche, reinhauende Wort "Alternative" für sich in Beschlag genommen hat. Das nicht als Alternative Erwählbare, das sich dir als "Alternative" andeutet.
Schon ebenfalls eine oberseltsame Sache. Daß es da außerdem heißt, so ein Umfragefirmenresultat, die werden gewählt, nicht etwa, weil man nicht was weiß. Sondern geradezu, weil man was von IHNEN weiß. Deswegen, daß man SIE ...
All dem zum Trotz wird quasi bei IHNEN angekreuzt. Unheimlicherweise. Fast der reale Horrorfilm.
Tja. Kann das allerdings am Ende so gut für einen selber sein? Wenn die Geschichte doch glasklar ist: daß es einem gar nicht so schlecht gehen kann, daß man DIE für irgendwas für sich als eine Alternative finden müßte.
Ist es denn nicht deutlich, das Bild von DENEN? Alles geradezu so was von aufgehellt. Bestens ausgeleuchtet. Kaum, daß wo Schatten ist. Zumindest nicht unbedingt bei DER alten Geschichte.
Alles unter fünf Prozent, dort sind die in ihrer brauchbarsten Heimat. Dafür sind sie unablässig unterwegs. Dafür gehen sie mit breiter Brust, zeigen es vor: das unterhalb der fünf Prozent.
Alles unter fünf ist das IHRE. Daheim ist daheim. Das Stammland all dieser Neuankömmlinge, die in diesem Bundestagsexemplar nach der Jahr '17-Septemberwahl aufkreuzen. Nachdem man von denen weit und breit im vorhergehenden nichts gesehen hatte.
Daß DIE ihre große Unter-fünf-Prozent-Heimat nicht sehen, geradezu obskur. Unglaublich. Sie fassen es ja selber kaum, daß sie von dort fortmußten.
DIESE Urheimat, die SIE beständig in ihrem heißen Begehr haben. Gleichgültig, in welchem Kostüm sie gerade wo umgehen, was sie sprechen.
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