Eine Begegnung in Dachau
Durchaus was Spaßiges: So Leute mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften mit bestimmter religiöser Ausrichtungen treffen sich in - Dachau.
In Dachau!
Dachau ist wahnsinnig interessant. Weil Dachau, nebenbei gesagt, ein gepflegter Ort ist. Nicht irgendso eine Ruine wie beispielsweise Auschwitz.
Dachau, man erinnere sich, eines der ersten Sammellager. Ganz am Anfang. Nach ihrer Machtergreifung Anno '33 mit der Gleichschaltung der staatlichen Institutionen eine von vielen Örtlichkeiten: Dachau.
Erst für politische Gegner der NS-Herrschaft. Sozialdemokraten, "Kommunisten", so die, die gegen das Regime des "Tramp"-Pervertierers anredeten, die regional unmittelbarer wohnten, die alle konnten Dachau oder dergleichen sehen. Die Rampen dort kennenlernen.
In Dachau waren Dachauer Dinge zu erfahren, die nichts mit Wirtshaus, Lustwandeln, Spaß und Unterhaltung in einem Städtchen zu tun hatten.
Erst etwas der ungefähr widerstandsfähigeren denkenden Elite, um das man sich in Dachau kümmerte. Später handelte man dort mehr und mehr im Rassenwahn, lebte den Haß gegen erkennbare Volksgruppen. Wobei man sich nebenher auch noch um Schwulitäten kümmerte, diejenigen, die sich außerhalb des gewöhnlichens Mann-, Fraubildes kundtaten. Oder Leute mit irgendeiner körperlichen, geistigen Behinderung. Die allesamt möglicherweise auch in Dachau eintreffen konnten. Um dort zu enden. Oder, ehe sie weiterreisen mußten. Schließlich lagerte man auch das Euthanasie-Programm aus. In die eroberten Gebiete.Wo alles der deutschen Bevölkerung nicht ganz so nahe war.
Manches Gedenken an die alte Zeit, in der Gegenwart in Dachau zu sehen.
Jedoch auch das: Jederzeit könnte Dachau, von einem Personenkreis, der daran Interesse haben könnte, wiedereröffnet werden. Bei der Pflege, die der Ort hat.
Das mit der Gedenkstätte, mit Sicherheit locker aus der Welt zu schaffen, zu entfernen, wegzumachen. Um das Alte aus den dreißiger, vierziger Jahren neu zu installieren.
Bei dem tollen Klang, den der Name "Dachau" sicherlich dort bei den revanchistischen Figuren hat. Die sich derzeit wirklich allesamt anders fühlen, als sie sich eigentlich fühlen sollten. Allem des Ihrigen wird gespottet. Bei ihnen als Dumpfnationale, Ewiggestrige, alles, was kein Mensch je wieder irgendwo bräuchte.
Die Heimatzahlen von unter fünf Prozent haben sie aus unerfindlichen Gründen verlassen müssen. Sie haben groß Einzug gehalten, an für sie fremde Orte. Nicht nur in irgendwelchen Regionalparlamenten, daß sie sind, mit der Arbeit dort belästigt werden. Sondern geradewegs noch in das Jahr-'17-Exemplar eines Bundestages, daß sie gelangen konnten.
Zwei Parteien sind an der Stelle einträchtig zu blicken. Die eine, so das "Echte". Die zweite allerdings gleichfalls nicht schlecht. Die kann genausowenig ablassen, umschreibt nur ein wenig anders Sachverhalte. Anderswo in Europa sind die schließlich "Die Freiheitlichen". Erst mal war das eine wirtschaftsliberale Partei. "Freiheitlich", ein Wirtschaftsbegriff, für ungehemmtes, unbesorgtes Unternehmertum. Bis sich die Stoßrichtung beiläufig ein klein wenig veränderte.
Das IHRE sind manche Stimmen, die bereits in Ansprachen, Redebeiträgen in diesem neu zusammengesetzten, miteinander rumhockenden Parlament aufklangen. Ihr Aufgalopp war. Wobei sie natürlich viel Wert darauf legen, von der Gegenwart zu sprechen. Gegenwartsthemen, mit denen sind sie vorn, als triefäugige Kümmerer, Bekümmerte. Diese Themenbehandlung jedoch mit einem besonderen Nachgang, den die aus alter Zeit mit Sicherheit auch mit dieser Hintergründigkeit für sich genommen hätten.
Ihr Hauptthema: die sogenannte Flüchtlingsproblematik mit einer Art Identitätsfrage in Sachen "Deutschtum",von wegen eines "Bevölkerungsaustausches" und so. Ihre Beiträge, an den Ureinwohner gerichtet, den deutschen Neidbürger. Dem immer was fehlt. Der jedem Zuwanderer das mindeste neidet. Die Luft, die geatmet wird. Keinen Spaß und überhaupt nichts würden sie gönnen. Nicht den Fetzen eines neuen Gewandes dürfte man am Leib tragen; alles steht jedem dort modisch viel zu gut. Und Essen, das man sich selber zuzubereiten weiß, schmecken, schmecken dürfte das ebensowenig. Niemandem.
Die mit der größeren Rechtsdrehung, die sind nun parlamentarisch eingetroffen, fast wie was von früher, damals, als sie eigentlich bereits Herrschaft hatten. Über die deutschen Reichsbürger im Grunde nach Art eines Gutsherrn nach Gutdünken herrschten. Wobei Dachau einer ihrer ruhmreichsten Orte war, wo sie einmal die weniger willfährigen Einzelpersonen hinverbrachten, dann das des Rassisten übten, des Intoleranten, der genau wußte, was "unwertes Leben" ist, was nicht. Blutige Willkür, die wurde in Dachau geübt.
Und Dachau ist für jede Neuzeitneuigkeit offen. In ihrem, diesem Sinne. Dort, in Dachau, könnte man alles sofort wieder neu installieren.
Erst mal wie ehedem: für die erste Fahrt. Die mit den Sozialdemokraten, Andersdenkenden und allem, vielleicht Flüchtlingen, die nicht vorher was merkten, wieder flüchten konnten.
Quasi, Dachau, ein momentaner Gedenkort. Aber die Stellrampe in Dachau, allzeit bereit. Nach der Art des Früheren in Gebrauch genommen zu werden. Für das, was Dachau bereits gesehen hat.
Also, kein falscher Ort, Dachau, für Leute mit Vorliebe für Homoerotisches, heutzutage Dachau mal zu besuchen. Solange man Dachau noch SO besuchen kann. Nicht anderweitig hinreisen muß. In die schöne Stadt Dachau.
Wegen des anderen, das träumt. "Identitär" seine altvorderen Träume träumt.
Da wäre die Wiederinstallation von Dachau doch ein rechtes Träumchen, nicht?
Ratzfatz könnt in Dachau alles wie vormals schon mal sein. Wenn da weiter Gegenwartsbevölkerung obskures Volk so falsch betrachtet, solchem vertrauensvoll Wählerstimmen leiht. Als wären DIE was für sie.
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