Ein eingeladener "Ungar", kein geladener Europäer
So ein "Ungar" wurde eingeladen. So mit dem steht man größer am Foto rum. Hört sich was Ansprache von ihm an. Nennt ihn nebenher so, als stünde er irgendwie wo auf einem festeren demokratischen Boden rum.
Als wäre das Gerede von dem mehr als eine nach Demokratie sich anhörende leere Klangwolke.
Wobei unzweideutig klar ist: Vor allem kontrolliert die Partei, die der in Ungarn vorsitzt, die Medienwelt. Überall, wo er und die seinen können, wird die freiere Meinungsäußerung unterdrückt. Seine "ungarische" Bevölkerung hat einen gewissen Horizont, dem zu entkommen es genauso schwer ist, wie es den Türken in der Türkei schwerfällt, einer Präsenz zu entfliehen.
Eine Medienwelt, die nur ständig EINEN kennt, EINE Partei. Diesen Einlauf, dieses geistige Klistier.
Der Rest ist im europäischen Regionalland "Ungarn" ebenso nahezu niedergeschlagen, darf weniger eine Rolle spielen, wie dergleichen im Türkenland. Eine echte Aufklärung über so Verhaltensweisen bestimmter Personen, die sich gewichtig gehaben, findet kaum statt. Die Wahrheit kennt nur eine einzige Staatspartei, die so ohne Unterlaß verbreitet.
Was in Ungarn ist, das wollen sie derzeit am Ende auch die in Polen größer voranschaffen. In Tschechien.
Wirklich, sich ständig so an der Seite von so Personen wie dieses einen obskuren vorgestrigen National-Ungarn vorzuzeigen, kommt das wirklich so toll an bei den Leuten? Bringt das eine gesicherte Mehrheit bei einer Regionalwahl zurück? Hält das was anderes im Hintergrund, das größer auftritt? Das man scheinbar aber nicht recht zu bekämpfen weiß. Wenn man sich mit DEM eher gleichmacht, statt DEM was entgegenzusetzen.
Wenn die Geschichte bei dem "Ungarn"-Nationalen im Grunde so klar ist. Eigentlich ein Irrläufer, jener Regional-"Ungar". Mit seinem altvorderen Nationalismus, einem Nationalgehabe aus dem Vorvorgestern. Dem gegenüber man erst recht intolerant sein sollte. Nachdem man über alles dieses Nationalzeugs auf gut Deutsch besser Bescheid wissen müßte. So böse hat es die Reichsdeutschen damit erwischt. Daß man da der Europafahne und sämtlichen demokratischen Wegen doch jederzeit sofort den Vorzug geben sollte.
Wirklich kein Fehler, sich dem Wähler dauernd so groß mit dem einen reaktionären, national-chauvinistischen "Ungarn" vorzuzeigen? Da was mit dem befreundet Dinge daherzureden, die im Grunde nichts an Deutlichkeit zu wünschen übrig lassen?
Schließlich das ebenso Seltsame dabei: Eigentlich haben da welche eher die Undeutlichkeit, Unschärfe bei sich gerne. Nicht mit was Themen festgenagelt zu werden. Daß man sie am besten nirgends so richtig festmachen kann mit was.
Muß also schon der Bringer sein, wenn sie sich so zugespitzt anbringen, derzeit. Ohne noch andere Ausgänge im Blick zu haben. Geradezu unverhohlen, daß sie sich geben. Als wäre deswegen das nächste Kreuz des Wählers nun gesichert. Wegen dem mit dem bestimmten "Ungarn", mit dem man so überaus freundlich rummacht. Als wär der was, der nach vorne schafft.
Dem seine Europaeinstellung, daß man eigentlich teile. Keine "Vereinigten Staaten von Europa", vielmehr wieder die gestrige Einzelstaatlichkeit hinter scharfen Grenzen. Das einer Ära, ganz das Vorgestern. So was umschreiben SIE mit dem Wörtchen "neu", wegen dem soll man sich im Heute "bewegen". Ebenfalls rückwärtsgewandt.
Das Wort "neu" für einen Horizont, dem von Vorvorgestern.
Dauernd das mit den "Flüchtlingen", das man im Wort führt. Von "Abschieben" redet. Nicht von was Normalerem im Umgang mit so Menschen. Sondern die "Härte", die man für sich betont, die durchgreifenden "harten Maßnahmen", mit denen man gegen jemanden vorgehen möchte.
Und in dem Sinne steht man nun an der Seite dieses einen schlecht ausgeleuchteten "Ungarn" rum ... Der in seinem Regionalgebiet hinter den ziemlich verschlossenen Grenzen gut das Totalitäre aus dem Gestern anklingen läßt.
Wirklich, mir fiele der eine "Ungar" ja nicht ein. Ebensowenig einer, der derzeit da so Mehrheitspartei ist in Polen. Oder derartiges anderswo, so aus dem Osten, die was anderes weiter östlich derweil mehr fürchten als irgendwas sonst.
Mir käme das ja nicht in den Sinn, DIESEN Leuten, solch politisch rechtsdrehender Bevölkerung eine Stimme leihen zu wollen. Die deutschregional zuletzt die rechte Last gewählt hat. IHNEN eine Stimme sein zu wollen, die Parteien befördern, Leute, deren Absicht ganz eindeutig eine ist: sich jenseits des demokratischen Fundaments hinzustellen. Die für was anderes gehen, für das es die genauren, zugespitzten Namen momentan jedoch ausschließlich in der Vergangenheit zu entdecken gibt. So für die Ein-Parteien-Staaten von früher. In Italien beispielsweise. Im Reich beim böse unterjochten deutschen Reichsbürger.
Diese alten Benennungen jedoch, die weisen die, bei dem "Neuen", das sie doch wären, wie sonst etwas weit und empört von sich.
In Polen beispielsweise, dort, wo man mit dem Wort "Faschist" ständig woanders hinzeigt und eine Vergangenheit meint. Den Fingerzeig auf sich selbst nach Möglichkeit vermeidet. Genauso wie in Ungarn. Sonstwo.
Diese eindeutigen Bezeichnungen für was weiter politisch rechts draußen. Für sich haben sie die Benennungen in der Gegenwart nicht gern. Vorvorgestern, der "Duce", der nannte sich allerdings vor den von ihm Geblendeten noch glasklar so.
In Polen, Ungarn und dergleichen Gebieten verweigern sich welche Bestimmte dieser allzu großen Klarheit. Deutlichkeit.
Das heißt, höchstens hinter vorgehaltener Hand geben sie sich vielleicht doch kund. Untereinander flüstern sie sich grinsend, aufgeregt, erhitzt beim Fingern an der Bärtchen-Maske was zu. Eine Maske ... Nicht die des "Tramps" Charlie Chaplins. Trotzdem ist sie IHNEN was Großes.
Und so was wie der "Ungar" und die Tonart an seiner Seite, echt das Tolle für Leute, die demnächst wieder mehr Wählerstimmen für sich sehen wollen? Nach dem leichten Abschwung von zuletzt? Dabei hat's so Wählerwanderungen von IHNEN fort auch in andere Richtungen gegeben. Nicht bloß in eine.
-----