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Blog von TeddeMehr

Ein Foto, das man sich anzusehen hatte

22. Januar 2018 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware II

Ein Foto: ein älterer Herr, von dem zu erfahren ist, daß er die Mitte siebzig überschritten haben soll, und so eine eine seltsam obskure Miene zeigende Blondine stehen dort Seite an Seite prall nebeneinander rum.

Beide sehr weit oben in einer bestimmten Partei. Für die und deren Horizont ich viel Phantasie brauche, was davon zu überblicken, warum Leute bei Wahlen bei denen ankreuzen.

Nun jedoch, nichtsdestotrotz, auch dort, bei dieser Parteilandschaft, war kürzlich mitzukriegen, daß da Worte umgehen. Solcherart Weise, wie sie der eine Jahr-'17-US-Präsident in einer Gesundheitsbehörde bei sich im Land aus dem Behörden-Jargon gestrichen sehen möchte: "gender" beispielsweise.

Auch über derartiges sprechen die dort sich aus, man stelle sich vor. Die bei dem einen alten Mann auf der Fotografie anbei befindliche Dame nochgerade. Also, um was es sich dreht, so ungefähr die Inhalte, was man für Probleme hat, wenn man mit dem Geschlecht nicht zufrieden ist, mit dem man geboren wurde.

Die eine, die bei dem alten Herrn anteilnehmend beisteht, die gehört auch in den Dunstkreis solcher Thematik. Sie hat der Welt bereits kundgegeben, in was für einer partnerschaftlichen Beziehung sie lebe: einer gleichgeschlechtlichen.

Sie ist, hab ich das richtig mitkriegen können, eine, deren Lebenspartnerin eine Frau ist.

Darum hat man dort im Heute nicht viel Aufheben gemacht, die der weiten Welt drüber zu unterrichten. Was hier bei der einen Sache ist: Frauenliebe. Eine rein unter Frauen.

Wenn ich diese Blonde jüngst immer abgebildet sehe, entsteht mir ein Bild vor Augen. Eins von einem drückenden Sommertag in der Schule. He, wann ist endlich hitzefrei?

Der Geschichtslehrer, der referierte in der Gegend rum. Denkt anscheinend, daß ohnehin jeder längst abgeschaltet hat. Klassenweit viel sich im Halbschlaf befindet. Irgendwelchen Träumereien nachhängt. Dabei hat er was auf dem Herzen. Ein gewisses Problem, das er wälzt, von dem er mitzuteilen anfängt. Im übrigen ist ihm anzusehen, daß er eigentlich wirklich eher für sich so vor sich hinspricht, dahingehend was absondert. Als daß ihm tatsächlich irgendwer besonders zuhorchen sollte. Könnt sein, daß das die Besonderheit des Augenblicks war. Daß ich alles durchaus mitanhören mußte, nicht irgendwo woanders war, knapp nicht bei der Sache.

Später dachte ich ungefähr: Ui, ui, was der in Geschichte so überraschend daherredete. Wüßt man was von Gefahr und Folgen ... War schon was eines Dings.

Um was es dem Lehrer ging, war der "Röhm-Putsch". Und die Problematik, die der von der Lehrerschaft auf der Walze hatte, war, daß bei Röhm so viele Männer umgingen, die Männer liebten. Wie auch von Röhm dergleichen zu erfahren ist. Auch Röhm soll dem den Vorzug gegeben haben, dem, als Mann einen Mann zu lieben.

Nur - es war für den Verheirateten, Ehemanm, dem aus dem Lehrerkollegium, nicht zu fassen, daß die ganzen Schwulen dort nie nichts merkten. Röhm und die bei Röhm, annähernd ahnungsbefreit, was sich um sie herum abspielte. Metzeln ließen sie sich abschließend, böse niedermetzeln. Fast wie ohne jeden Schimmer.

Sie hätten doch alle, die vom SA-Führungskader, erkennen müssen, was Sache war. Daß die Weimarer Republik mit ihrem Freigeist und dem Achselzucken in Liebesdingen nicht mehr war. Daß jemand anders das deutsche Staatsgebiet regierte, der anders in die Welt hinausblickte. Einer, dem man auch noch selber aufs Machtgestühl raufgeholfen hat. So als seine rechte Schlägertruppe, deren Mitglieder sich in uniformähnlichem Gewand den Anschein verliehen, das, was sie ansagten, das müßte einem als Bürger was zu bedeuten haben. Daß man Ansagen, Befehlen zu gehorchen hätte, dem, was immer SAler auf dem Herzen hatten, wenn sie großmächtig vor einen hintraten. Dabei war die tatsächliche Polizeigewalt woanders anzusiedeln.

Anscheinend kriegten die der SA-Führung nur sehr beiläufig mit, was bei dem einen mit dem "Tramp"-Bärtchen im Gesicht so losging. Als hätte die hohe Zahl an SA-Mitgliedern die oben an der SA-Befehlsstruktur geblendet gehabt.

Jedenfalls war das mit der Weimarer Republik und der Toleranz der Weimarer Republik im Grunde irgendwann länger her. Und der eine, der Charlie Chaplin "Tramp"-Pervertierer, der hatte nun die SS, die sich auf ihn einschwor, und nicht das geringste dagegen, daß in der SA im großen Stil aufgeräumt wurde.

Seine Toleranz war das NICHT, daß welche in der Weimarer Republik in Schwulenklubs reinmarschierten, dort viel Pipapo hatten. Bis dahin, daß es ins Gerede der Öffentlichkeit kam. All das war damals und die Toleranzentwicklung der Weimarer Republik, das, mit dem man sich dort unbesorgt vorzeigen durfte. Gleichzeitig muß man sich vorstellen, daß ihm, dem "Führer", die traute Ansprache Röhms auf den Keks ging. Etwas, was Röhm ebenfalls nicht im Überblick zu haben schien. Sorglos, ruhig blieb Röhm, der SA-Führer.

Dabei war es das erst, das wirkliche Ende der Weimarer Republik. Mit dem Tod Röhms und jeder Menge Gefolgsleute Röhms, endete die Weimarer Republik so richtig. Dort, in der SA, wo viele auf höherrangigen Befehlsposten homosexuell waren, wovon alle Welt wußte..

Der eine aber, der mit dem Breitbärtchen, der legte später die Jahre durch viel Wert darauf, daß Schwule und Lesben Konzentrationslagererfahrung machten.

Das war das Problem des einen Geschichtslehrers: Warum konnten die um Röhm was nicht so mitkriegen? Die, die doch das waren: schwul. Warum hatten die das nicht in der Reflektion? Warum ahnten die so wenig von dem, was sie selber doch hochgradig bedrohte? Röhm hätte doch wissen müssen, wie der eine mit dem Bärtchen war, was der sich dachte. Wie er zu so Verhaltensweisen unter Männern stand. Daß der jemand anders nun war, auf seinem Thron droben.

Vielleicht wirklich nicht falsch, daß mit dem "Röhm-Putsch", der eher ein Attentat auf Röhm und die seinen war, erst das Ende der Weimarer Republik richtig offiziell wurde. Nachdem in der SA aufgeräumt wurde.

Schon die Frage in den Gegenwartstagen, sieht man wo welche einer bestimmten Partei: Nicht doch die Toleranz der anderen, die man noch zur Schau stellt? Noch zeigt man sich mit der ...

Wann endet dann aber, das mit der Nützlichkeit von Leuten bei DENEN? Mit Sicherheit dann, wenn sie die Machtpositionen einnehmen können. Dann könnte sich manches rasch bei dem einen oder anderen von ihnen ändern. Daß man sich untereinander unterschiedlich anschauen könnte.

Wie sich also für Röhm was änderte. Scheinbar viel zu unmerklich für ihn. Röhm war der, am Schluß in seinem Blut liegend, viele andere bei ihm auch.

Ab da hatte wieder jeder besser eine Frau an seiner Seite. Eine Frau einen Mann. Und es sollte nichts anderes ruchbar werden. Ansonsten ... Und so die Besorgungen von wegen des eigenen Geschlechts, das von Geburt an - wie man mit solch Kümmernissen was JENEN Altvorderen erzählen hätte können, diese Überlegung, wo das geendet hätte, wenn da dumm rumgeglotzt worden wäre, das muß sich jeder selber beantworten.

 

 

 

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