Ein Zubehörbegriff, Thema "Falschmeldung" - "alternative Fakten"
Das Unwort des Jahres, so ganz genau: "alternative Fakten".
Es muß Friederike gewesen sein. Friederike, die so um die Gassen geblasen hat. Gar nicht mehr ablassen wollt Friederike, damit aufhören, mit dem mit dem Blasen. Hier kann eine Bestimmte sehen, wie ich bei ihr abkupfere. Ihre Idee einer Gedichtform, die bei mir Eindruck hinterlassen hat.
Das Unwort des Jahres, "alternative Fakten". "fake news", das hab ich glattweg selber dazu gemacht. "fake news" - zu europäisch deutschsprachig könnt die Übersetzung "Falschmeldung" sein.
Eine Falschmeldung, mit der man absichtsvoll operiert. In Form der Tatsache, daß man es mit der Wahrheit einfach nicht so genau nimmt. So den wirklichen Geschehnissen an einem Ort. Sondern sich eher was zusammenzimmert, was dem eigenen Gusto nahekommt. Um das dann größer unter das Volk zu bringen. Vielleicht auch nur als eine unmerklich abgeänderte Betrachtungsweise. Es kommt eben darauf an.
Falschmeldungen mit ihren alternativen Fakten leben davon, daß niemand ständig alles so richtig zu durchblicken vermag. Daß man sich deshalb darauf verlassen muß, daß jemand ehrlich wäre, richtige Zahlen, Daten wiedergäbe. Und nicht gezielt mit einer bestimmten Absicht arbeitet, dauernd was verfälscht darstellen möchte.
Übersetzt: daß Angaben nicht alleine dienlich sein sollen, sich eine eigene Welt und ihre Betrachtung zurechtzuzimmern. Sondern man einfach kühl abstrakt eine Nachricht verbreitet, selbst wenn sie einem nicht unbedingt gefällt. Sondern nur, weil was tatsächlich der Wahrheit entspricht.
So hat's ausgesehen, so war die Faktenlage, nicht anders.
Der Journalist sollte sich nach Möglichkeit dem Begriff "Wahrheit" verpflichten. Der Wirklichkeit von Geschehnissen. Reinen Fakten.
Zu was Kleinigkeiten auch führen können, das beweist die Vergangenheit, als dann die Lüge zur Wahrheit wurde. Als so Leute mit einem Hintergrund, der im Grunde damals bereits jeder Beschreibung spottete, Zeitungsmacher als "Lügenpresse " verschrien. Nur, weil diese Nachrichtenmedien selten die Welt abbildeten, die die einen, die von "Lügenpresse" sprachen, gerne abgebildet gehabt hätten.
Daß Tatsachensicht wahrheitsgemäß wiedergegeben und Dinge erhellt werden, daß man Aufklärung erfahren könnte, das haben sie auch schon zu alter Zeit nicht unbedingt gerne gehabt. "Lügenpresse", das ist ein ziemlich altvorderes Wort. Geradezu tiefster Nazi-Jargon.
"Lügenpresse", das kommt als Begriff aus diesem unsäglichen Kreis, aus dem heraus der mit dem Bärtchen gebieterisch herumfuchtelte. Das war DER, der an vorderster Linie vorausging. Der Wortführer derjenigen. Der, der auf ewig Charlie Chaplins-"Tramp"-Filmfigur pervertierte. Diese "Tramp"-Figur, die er in was Fürchterlichem gipfeln ließ.
Nie verließ dieses eine schmale Bärtchen das Gesicht des EINEN. Nie. Selbst, als er "Reichsführer" war, gestikulierend die schlimmste Dinge seinen uniformierten oder den verbeamteten Rumstehern ansagte oder auf die Zettel diktierte, trug er weiter beständig dieses Breitbärtchen im Gesicht mit sich rum. Er war in einer Weise daran gewohnt, daß er diese Bartmode bei sich nicht mehr entfernen wollte. Bei allem, das unter seiner Ägide durchgezogen wurde.
Auch ein Späßchen, das er sich leistete: Zu was es Charlie Chaplins-"Tramp" auch noch bringen konnte. Nachdem er nun eigentlich alles hatte. Als der große Ansager im Dritten Reich, bei den Reichsdeutschen. Wohin der mit diesem Gesicht die Reichsbürger darüberhinaus hingeleitete, verbrachte. In welchem Ende alles gipfelte.
Schon ein echtes Wunder, unter diesen Voraussetzungen, daß es da Leute in einen europäisch-deutschen Bundestag dieser Gegenwartstage schaffen konnten. Solche, die sich wünschen, in so Tage zurückzukommen. In so gewisse Tage, vor Adenauer, Erhard. Vor Adenauer, Erhard. Man stelle sich vor. Und auch das: Wie SIE es gerne hätten, daß man verharmlosend über diese gräßliche, dumbe Ära vor Adenauer, Erhard sprechen sollte. Geradezu im Sinne von "Fake news", Deutschübersetzung: "Falschmeldung". Als Falschmeldung mit vielerei "alternativen Fakten".
Helden würden die EINEN gerne im zweiten großen Weltkrieg entdecken, Heldentum, das es ja auch gab, das eigentlich allerdings irregeleitetes Heldentum war. Die Erkenntnis, die nach dem Kriegsgeschehen und mit manchem darüberhinaus, kommen hatte müssen, war man zu Reflektion fähig: Es war Heldenmut für das Falsche. Die Falschen. Heldenmut für die, die es überdies verstanden, einen boshaftest in Sachen zu verwickeln. An allerschlimmsten Dingen teilnehmen zu lassen. Die so arg sind, daß man sich im nachhinein fragt: Wie konnte es bei den Reichsdeutschen so weit kommen? Frage an den einzelnen Reichsdeutscher und insgesamt.
Den Anfang machte eine Stimmung im Volk und das, daß aus ihr heraus unfaßliche Gestalten nach der Wahl im Jahre dreiunddreißig an die Machtposten im demokratischen Staate geraten konnten. Zu viele, die bei einem Wahlentscheid bei jener Falschheit, Verlogenheit ankreuzten. Als wären hier welche irgendwas. Diese, die es dann am Schluß auch noch fertigbrachten, ihre in ihnen angelegten Vorurteile Teil ihrer Politik werden zu lassen. Solcherart was als politische Ausrichtung in die Tat umzusetzen. Mancherlei Vorurteil. Das Vorurteil gegen Minderheiten im Staat, oder einen Wunsch, wie man mit einem anderen gerne umgehen würde, der nicht einem bestimmten Bild entspricht. Das, was man denn als einzelner zumeist so nicht tut. Weil es eben einfach ein zu dummes Vorurteil ist, das im Grunde auf nichts fußt, außer darauf, daß es blöderweise in einen angelegt ist. Mit so was redet man doof im Wirtshaus rum, ist man besoffen, freut sich späterhin drüber, wenn es nicht zu deutlich gehört wurde. Daß man sich ein wenig sein Ansehen bewahrt hat..
Von daher, aus dieser Ära, kommen nun demzufolge so Begriffe wie "unwertes Leben", "entartete Kunst". Das gestattete man sich mal, ließ man bei sich mächtig auftreten.
So was war denn im Dritten Reich Realität, Teil der politischen Umsetzung. Die Konzentrationslager, die man mit diesem geistigen Hintergrund errichtete.
Die reinste Vorurteilsverhaftung, all das Bornierte daraus, das sich in den Konzentrationslagern damals zum Ausdruck brachte, auf eine ziemlich mörderische Weise.
Gerne hätten die einen Bestimmten, die derzeit umfänglicher im Auftritt sind, Alternatives bei sich antäuschen, für sich auch noch Geschichtsbücher umgeschrieben. Schlimme Zahlen kleiner gemacht. Tatsachen mit anderem von anderen aufgerechnet. Dabei jede Ursache und Wirkung außer acht lassend. Nur, um sich wieder in ein besseres Licht zu rücken. Nicht in einem rumstehen zu müssen, das nichts zu wünschen übrigläßt. Das sie im Grunde viel zu genau erhellt, ausleuchtet.
"Fake news" wäre das dann, etwas, was damit "historisch" würde. Geschichtsumschreibung, -umwidmung. Wofür "alternative Fakten" das Passende wären.
Solche Schriften mit alternativen Fakten gibt's längst in Rechtsaußenkreisen. In denen dem Nachgeborenen am liebsten ALLES von früher weitestgehend geleugnet wird, abgestritten. Sich zu verharmlosen. Mit dem, was man ist, ein bißchen besser dazustehen.
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