Hektoliterweise
Über dreiundzwanzigtausend Arten aus der Tierwelt, von Aussterben bedroht.
Darunter sogar Insekten, die für ihre Vermehrungsfreudigkeit bekannt sind. Überdies auch noch so "Blütenbestäuber", wie etwa die Bienen und bienenähnliche Insektenvölker, Schmetterlingsarten. Die ebenfalls auf der roten Liste aufscheinen.
Der Wahnsinn.
Wobei: "Glyphosat" hat zwar manche staatliche Ansage, allerdings dafür einen hemmungsfreien Weltweistes-Netz-Auftritt. Dort ist es wie irre verkäuflich. Kann jedermann, der bestellt, es in kürzester Zeit hektoliterweise kriegen. Nur ein kleiner Klick dazu, man hätte nebenher so Gebrauchsanleitungen gelesen - und ab dafür. In Paketen in die Privathäuser mit Kleingärtenanlagen. Für den tollwütigen Gebrauch. Es abzuspritzen. Restlos zu verbrauchen.
Scheinbar schwer, sich noch irgendwie bei irgendwas helfen zu können.
Als müßte man das hinnehmen, daß es demnächst mal den großen Knall auf der Welt gibt. Vielstimmiges menschliches Gejammer. Daß Orte, obwohl es keinen Krieg gab, unvermittelt wie Kriegsgebiete ausschauen. Und daß man das mit dem Blütenbestäuben kränklicher Bepflanzung nun doch selber übernehmen möchte. Beim Obstbauern nebenan. Dem man von Staats wegen überdies mit Milliarden an Steuergeld unter die Arme greifen muß. Angesichts seiner Existenznöte bei andauernden mieseren Ernten.
Mit dem Wattestäbchen, Pinsel geht man ran die Buletten. Zwischen Geäst. Stundenlang. Blüte für Blüte.
Und trotzdem wird am Ende nicht alles so, wie wenn die kleinen, geflügelten Bestäuber ihre Arbeit getan hätten, eine, mit der sie sich eigentlich ihre Existenz auf Erden auf ewig gesichert haben müßten.
Zumindest bis in die heutigen Tage hinein war dem so. Bis der "Glyphosat"- und-sonstwie-Gift-Ritter großumfänglich auf die Erdoberfläche geriet. Sein vergiftetes Schwert nach überallhin rumschwang. Daß alles nahe des großen Aussterbens angelangte. Während er und seine Ritterschaft samt all den dumben Lakaien die bis obenhin gefüllten Gold-Silos betrachteten. Dort, wo sie sind, daß was Volk Reichtum sieht und lacht. Bei goldenen Tellern wird auf den Tischen getanzt. Sich oft rausholt aus dem haushohen Tresor, ganz die Dagobert-Duck-Art.
Während so ein nordamerikanischer Jahr-17-Präsident, zugleich einer der besten politischen Rechtsdreherart bei mancherlei unübersichtlichem Religionsgetue und Gebet allem derzeit bei ihm hinzu, im Heute die vorindustrielle Ära sieht. Alles auf Anfang. Als hätte man auf Erden nicht lange was sogar jahrhundertelang hinter sich, sondern stünde trotz des Plastikmüllreigens in den Weltmeeren erst an der Schwelle.
Könnt ja auch sein, daß man unmittelbar an einer Schwelle steht.
Ölfirmen dürfen bei ihm, dem einen US-Staaten-Präsidenten, nun wieder jegliches sorgenfrei unternehmen, was ihnen zuletzt infolge diverser Vorkommnisse reglementiert wurde. Das Motto: Passiert mal was - Pech gehabt. Aber wir, wir waren nicht schuld. Wartet nur, habt Geduld, in ein paar Jahren wird's die Natur wieder gerichtet haben.
Sieht man das nicht auch an Gebieten in Frankreich? Begrünte Landstriche, das stimmt. Eigenlich alles nach Urlaubsort aussehend. Das man sich wundert, daß die Flächen trotzdem keiner betreten mag, der irgendwie darum Bescheid weiß. Weil: Dort hatte schließlich im Ersten Weltkrieg extremst was Feindseligkeit gewütet. Hat man sich hemmungslos bekämpft. Daß, verirrt man sich heutzutage zwischen Gehölz dort, dieser Fehler schlimmste Folgen für die körperliche Befindlichkeit haben kann. An Unbestimmtem, daß man später erkranken mag. Und zwar so, daß es den eigenen Tod nicht in irgendwelche Ferne schiebt, sondern ihn unmittelbar gegenwärtig macht. Sogar jung an Lebensjahren kann geschwind gestorben werden. Die Erkenntnis überkommen, daß man so Waldluft während eines lustwandlerischen Spaziergangs nicht gut vertragen hat.
Verbotene Orte, aber grün im Saft. Es blüht dort im Frühjahr herrlich Natur.
Wie dergleichen Landschaft ist, die, von der aus in den achtziger Jahren eine radioaktive Wolke ausging. Auch in der wächst manches wieder. Selbst Getier läuft dort zwischen Gestrüpp auf seinen Pfaden rum. Nur, der Mensch, der wird immer gewarnt. Besser nicht dort hinzugehen. Böse Folgen könnte so ein gedankenloser Besuch haben, marschiert einer ungeschätzt, ohne Vorwissen wo rein. Oder nimmt was von einer Örtlichkeit mit sich mit. Sich achtlos, gedankenbefreit zu verhalten - besser, nicht. Besser, man vertut sich nicht. Daß man nicht ansehen muß, wie viele Jährchen denn noch bleiben. Obwohl zuvor das eigene Ableben eher in dunkleren Sphären schien.
Also, schwer zu sagen, wie man heute Kindern gegenüber Regeln aufstellen will. Ihnen das und das erklären. Daß sie sich etwa um ihre Zukunft Sorgen bereiten sollen, bei dem, was man ständig selber treibt. Ganz gewöhnlich, indem man profan literweise Glyphosat oder dergleichen in den kleinsten Winkel der Gartenanlage düst. Für einen exklusiv gepflegt wirkenden grünen Rasen geht.
Nichts, das man scheinbar mehr liebt als eine weite Fläche von blumen- und unkrautbefreitem Grün. Bei dem Wenigen an Besorgungen, das man sich ansonsten auferlegt, wie setzt man Kindern Kümmernisse auseinander? Das, daß die sie sich wegen irgendwas ihrer Zukunft größer Gedanken machen sollen? "Man lernt nicht für die Schule, sondern für das Leben, daß man lernt" - das ist doch so ein gebräuchlicher, handelsüblicher Spruch, oder nicht?
Wie erklärt man was den Kindern? Fotzt man sie nieder, sagen sie einem die Wahrheit, die sie vielleicht sogar nebenher in der beiliegenden Gebrauchsanweisung für das Giftwerk lesen konnten, weil sie das Lesen doch in der Schule gelernt hatten und die Warnhinweise am Zettelwerk unzweideutig deutlich sind? Oder, sie kriegen die reine Faktenlage boshafterweise über irgendwas im Kinderfernsehen mit. Aus den Kindernachrichten. Alles wurde ihnen nebenher haarklein erklärt. Nur die Eltern, die ... Die behalten sich ihr bewährtes Verhalten.
Der eigene Papi, die Mutti, die haben so was kanisterweise in der Garage stehen, versprühen es wie wahnsinnig in den kleinsten Gartenwinkel. Als gäbe es kein Morgen mehr für sie, marschieren sie mit dem Zeugs raus. Lassen es regnen.
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