Der "Botschafter", den keiner einbestellen kann
So der Asteroid "Oumuamua". "Botschafter" soll das übersetzt heißen, das Wort "Oumuamua".
Als man noch von dem Asteroiden unterrichtete, teilte man mit, der Asteroid hätte eine Länge von vierhundert Metern.
Als "zigarrenförmig" bezeichnete man ihn auch noch, obwohl ich beim Betrachten des Bildes meinte, fischähnlich wäre eine bessere Beschreibung dafür. Bedenklich eine Fischgestaltandeutung.
Der Asteroid "Oumuamua", der nun ins Irgendwo entfleucht ist, trotz all der interssanten Oberfläche, auf der man schon mit bloßem Auge was in Sicht bekommen kann.
Ist man erst mal darauf aufmerksam worden, hat man's ständig festgefressen im Blick. Kriegt's nicht mehr weg.
Was jedoch nicht ernster genommen werden soll, weil die erste Abbildung des Asteroiden als eine "künstlerische Darstellung" benannt wird. Was wohl besagen soll, jemand hätte da dran gemankelt, seine Hände im Spiel gehabt.
Nur - in welcher Form? Daß er oder sie das Foto ein wenig schärfer, deutlicher gemacht hat? Daß mehr dran und besser zu erkennen ist? So komische Umrisse, kreis-, gewindeförmige Aufbauten oder so schmale Reagenzglasbodenflächen, die hochstehen; als wär was wie ein Reagenzglas in den Boden reingeschoben. Oder verschiedene Art runde "Mattkristallkuppeln", die Häufung haben. Jedenfalls ist da unvermittelt jede Menge obskure Umrißhaftigkeit, die reichlich Platz für jedermanns Phantasie läßt.
Ist es das, das an der Oberflächenstruktur gekünstelt sein soll, wie gestaltet? Daß ein bespaßter Nachbearbeiter ein bißchen Fleißarbeit mehr an dem Asteroiden "Oumuamua" verrichtete? Samt den Symbolen, Hieroglyphen, die man schon mit bloßem Auge sichten kann, den Eindruck dann nicht mehr los wird, das wäre lesbare Schrift. Droben auf dem Asteroiden.
Die Schattenwürfe, die hat derweil keiner an dem Ding aufgehellt. Zumindest nicht für die breite Öffentlichkeit. Was von dem Umstand wissen lassen, daß mit Restlicht ... Daß jemand im Heute sagen könnte, wäre auch das noch geschehen, auch hier hätte man mit Art Fotobearbeitungsprogrammen herumgedoktert. Nachdem es schließlich heute heißt, der Asteroid wäre ausreichend vermessen, auf vielerlei Ebenen gescannt worden. Ohne, daß an ihm was Besonderes dran wäre. Alles allerwelts.
Die eine Erkenntnis, die die aus der anständigen, wenig phantasiebegabten Wissenschaftswelt klarmachten, um für rasche Beruhigung der Szene zu sorgen: Alles still dort. Kein Lebenszeichen weit und breit. Nichts mit dem kleinsten Anzeichen einer Lebensform. Und zwar war diese Erkenntnis dann geschwind, so hat man DAS dem Erwartungsvollen verdeutlicht, als bräucht's in der Wissenschaftlergegend nicht öfters ein wenig Zeit, was genauer sagen und ausdeuten zu können. Oftmals Jahre, bis ...
Bei einer Asteroidenoberfläche, die ich mir gerne mal plastisch gemacht hätte. In all ihrer Dreidimensionalität ausgearbeitet. Mit mehreren weiteren Fotomöglichkeiten verglichen, die der Asteroiden-Wirklichkeit entsprächen. Die wirklich nichts als Fotos wären, höchstens aufgehellter, alles schärfer gestellt. Darüberhinaus wirklich nichts.
Wären da wirklich weiterhin Schriftzeichen, Symbole dran zu erkennen, die auch noch blieben, wenn man ein weiteres reines, bloß scharfgemachtes Foto des Asteroiden zu Gesicht kriegen könnte - was hätte das einem zu erzählen?
Kontakt wurde keiner aufgenommen. Es flog banal heran, um wegzuprallen. Wegen der Erdgravitation eine leichte Knickbahn zu nehmen, wie zu dem Zeitpunkt, als da Sonnennähe war, man auch von dort weiterflog. Bei leicht veränderter Flugkurve und beschleunigter wie zuvor.
Meine erste Überlegung, ohne mit dem Jetzigen viel was im Sinn zu haben, war wirklich: Düstere Atmosphäre, der Asteroid. Unheimlich. Toll, mit so was könnt ich mich gut ranmanövrieren. Im Schleicheschritt ran an die Erde. Hin zu dem Paranoiden von Menschenart, der nichtsdestotrotz hilfos ist. Außer "Doktor Who" und dem hat man nicht viel.
Von nichts, daß die breite Öffentlichkeit was weiß. Erfuhr. Wie man jegliches an dem Asteroiden mit wegwerfender Handbewegung öffentlich abgetan hat. Obwohl sich einige Wissenschaftler kreischend, nervös hervortaten, selbst ihren guten Ruf riskierten, was von einen "außerirdischen Raumschiff" intonierten.
Dahingehend wurde jedoch voller Vernunft für Stille, Ruhe im Karton gesorgt. Von angesehenen, vernunftsbegabten Kollegen, Asteroiden-Kennern. Solchen, die fast ständig in die Untiefe des Sonnensystems starren, dabei, bei den vielen Asteroiden, Kleinstplaneten und dem, das sie sich dauernd begucken müssen, weil's der Beruf ist, eher gelangweilt rumgähnen. Sonst nicht mehr viel am Abgehen, bei immer denselben Schattenbildchen. Eine hübsche Eintönigkeit. Katalogisierung und das.Ständig Kraterlöcher begucken.
Daß weitergegähnt werden kann, dafür hat man nun auch gesorgt.
Nur ein bißchen was Angst, die nebenher trotzdem irgendwie mitschwingt. Beim Blick hinaus in die Galaxis, dorthin, wo es alles mögliche geben kann. Tausenderlei Unberechenbarkeit, die dort ist, die man allerdings lieber in den Wahrscheinlichkeitsrechnungen für unwahrscheinlich erklärt.
Würd mich immer noch interessieren, was es mit dem Foto wirklich auf sich hat, das diesen Asteroiden "Oumuamua" zeigt. An dem alles "still" blieb. Obwohl man in seine Richtung hinvermessen hat. Bei dermaßen mysteriösen Nischen, Bruchstellen an dem fischähnlichen Flugkörper. Felsbrüche, die immer und überall zufällig sein können, wie was in Ägypten was genausogut weiterhin Zufall sein kann. Nur, in Ägypten weiß man nebenher was von Gesteinbearbeitung der Altvorderen und so. Daß doch öfters mal für einen Felsbruch gesorgt wurde, Splittersteine mit dem Meißel. Im Äther draußen allerdings, wer könnte da irgendwo denn Felsen behauen? Sich wo hineinbohren, sich hinter vielfältigen Kristallwänden zu verbergen, abzuschirmen? Vor allzu großer, gefährlicher Strahlung?
Auf Erden würd man auch sagen, hat man wo ein Flugzeug auf das Radar gekriegt, das eigentlich nicht notwendigerweise wahrgenommen werden wollt. Erkennt man später auf einer Aufnahme was an ihm. Entdeckt eine Kleinigkeit. So Pech oder absichtsvolle Unachtsamkeit. "He, schaut, an dem Flieger hat einer dummerweise vergessen, die Hoheits-, Regionalherkunftszeichen abzudecken. Da wurd was belassen, nicht übermalt."
Ohne diese Vergeßlichkeit, Unachtsamkeit hätte man mal nichts gehabt, höchstens Vermutungen anstellen können. Wo was herkommen könnt. Jetzt jedoch, weil man ein Zeichen kennt, kann man einen Botschafter einbestellen. Dem ein paar doofe Fragen stellen.
Den einen Asteroiden, den hat wer nun mal kurz "Botschafter" genannt. Als wäre da so eine dringende Idee gewesen. Der Wunsch, angesichts von dem, was man in der Wahrnehmung hatte, überblickte, nach irgendwen schicken zu lassen. Eventuell nach einem Abgesandten, Botschafter.
Auf Erden wär das ein Botschafter eines anderen Landes. Könnt's nicht sein, daß "Botschafter" von so einem Einfall herkommt?
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