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Blog von TeddeMehr

Die, die so die Erinnerung nicht gern haben

25. Februar 2018 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware II

Da war so eine Debatte im europäisch-deutschregionalen Bundestag in der Zusammensetzung des Jahr '17-Wahlentscheids, Ende Februar des Jahres '18. Das Ding drehte sich um Erinnerungskultur.

Da war was los. Konträre Positionen stießen aufeinander. Hitzig ging's zu. Es gab wahrlich die Erkenntnis, daß sich Leute im hohen Haus umtrieben, die das mit dem Erinnern am liebsten ad acta gelegt hätten, Gedächtnis, Erinnerungsvermögen und Geschichtsbewußtsein nicht gern haben. Denen Denkmäler hinsichtlich so Erinnerungsfragen geradezu nicht passen, als faßten diese SIE an.

Solche sprachen sich da von weiter rechts draußen aus, denen jedes Erinnern ja eigentlich auch nicht so ein Anliegen ist. Nachdem sie sogar immer deutlichere Positionen einnehmen, Sprachregelungen, auf altvorderste Tage eines gewissen Geistes bezogen. Einem, in dem von mal zu mal klarer auftritt. Vielleicht, daß SIE bald im Grunde nichts mehr zu wünschen übriglassen. Beste Klarsicht könnt man ja lange haben, im Grunde genommen, hört und sieht man SIE des öfteren.

Daß man es, was DIE angeht, so umschreiben könnte: Was soll das mit dem Erinnern, wenn die im Volk mit Gedenken dauernd an einen selber erinnert werden? Daß man was Erinnerung hat, und das, woran man sich entsinnt, sieht man nicht auf alten Bildnissen. Sondern gewahrt Einzelheiten in Echtzeit in Gegenwartssequenzen.

Da muß doch kein zeitgeschichtliches Gedächtnis sein, für derartige. Für DIE ist das nicht dringend nötig, ein Erinnerungsvermögen. Betrachtet man sich schlußendlich selber am alten Bildwerk. Nur daß das im Heute bessere Qualität hat. Der rechte nachgeborene Nach- und Wiedergänger der Gegenwartstage, der man ist. Der Erbnehmer, männ-, weiblich. Höchstselbst mit Direkt-Bezug auf DIE, nur mit den Gegenwartsthemen antäuschend. Mit der Ärafrageablenkung von sich.

Nachgeborene, SIE, die ein Erbe kühl nehmen. Das mehr und mehr zum Ausdruck bringen. Eine Erbschaft, daß man sich fragt: Warum denn nur? Was gibt's denn dort Besondres? Was hat man von da zu erben nötig? Woraus ergäben sich irgendwelche Vorteile für einen, auf die man nicht besser verzichten könnte? Warum hängt man einer Ära nach, die doch in Wahrheit von Übel war, sonst nichts?

Als nichts andres könnt man sie unbesorgt ansehen. Armer Uropa, arme Uroma, in was mußten sie hineingeraten? Als Reichsbürger hatten sie diese Tage wirklich zu erleben. Krümmten und bogen sich im Joch rum. Konnten am Ende nicht mehr viel dagegen unternehmen, billige Reue half da nicht, daß sie die Konsequenzen einer Wahl nicht überblicken hatten wollen. Ein hingekritzeltes schnödes Wahlkreuzchen an verkehrter Stelle promient plaziert schüttete nichts als Pech, Unglück über sie aus. Mit dem Kugelschreiber, Füller oder so in einer Wahlkabine jenes Kreuzchen plump gemalt, hatte man am Ende mehr Unglück, Misere als es im Märchen je von der Pech-Marie geschrieben steht.

Die Zeit war für keinen Reichsbürger nach dem "Ermächtigungsgesetz" zurückzudrehen. Nichts blieb dem Reichsbürger übrig. Als ihm mancherlei aufging, war alles für ihn zu spät. Keine Uhren waren zurückzustellen, nichts rückgängig zu machen. Ins Joch war man sehenden Auges reingestiegen, das Joch, das "Nationalsozialismus" hieß. Nach dem Jahr '33-Wahlabend hatte man IHN, so einen komischen "Führer". Der anscheinend immer weiter von Charlie Chaplins "Tramp" was zeigen muße. Wenigstens hatte man so was das Breitbärtchen im Blick, wenn man ihn sich anschaute. ER, die Übelfratze des "Tramps", der "Tramp", der aller Haltlosigkeit zum Trotz noch irgendwie sauber bleiben wollte.

Geschlagene zwölf lange Jahre hielt sich dieser nationalsozialistische Unterjochungsstaat. Ist es DAS, was sein Reiz ist? Zwölf ewige Jahre. Zwölf dumpfe, taube Jahre, während denen sich der Reichsbürger ächzend drehen und wenden durfte, wie er wollte. Aus dem Joch war nicht herauszusteigen. Den Versuch unternahmen die nationalsozialistischen Knechte, zum restlichen noch dazu, selbst den Charakter jedes einzelnen Reichsbürgers mißzugestalten.

Als Kriegsende war, fehlten dem einen oder anderen nicht nur Gliedmaßen, sondern er hatte noch mit vielfältigen Charakterisierungen für sich zu kämpfen. Probleme, sich dahingehend gegen Ansagen zu wehren. Jeder einzelne WUSSTE am Ende, was man im Lauf so Tagen des Dritten Reiches anstellte. Und als Bestimmtes dem Reichsbürger unverstellt gezeigt und klargemacht wurde, es ihm wie Schuppen von den Augen fiel, daß da doch was Wirklichkeit war, von dem man zwar ab und zu was mitkriegte, aber so gesichert hatte man es für sich nicht. Dafür brach es ziemlich über einen herein.

Unter anderem auch deswegen hatten so die, die sich spöttisch, weil "bloß" Demokratie für sie war, in den fünfziger, sechziger Jahren aufs neue mit sich bei der Bevölkerung versuchten, nicht so den rechten rasch erwarteten Erfolg. Sie blieben Wahl für Wahl Randgestalten. Hatten nirgends Besonderes zu melden.

Es sind auch lange über siebzig Jahre vergangen, seitdem. Bis ins Heute. Der Gegenwart. Diese Gegenwartstage, in deren Verlauf mancherlei Gestalt aus dem Dunkel tritt. Wahrlich die, die sich jede Vergeßlichkeit für sich wünschen, die es zwar in so Tage vor Adenauer, Erhard zurückverlangt, nur, genauer ansehen sollte man sich diese Tage denn doch nicht. Und wenn, dann nicht SO. Nicht DAS, was einem dort zum Vorschein kommt. Da hätten sie lieber den Trug, die Gemütlichkeit geringerer, kleinerer Zahlen, weitaus weniger Übersicht über dieses Geschehen, das die Altvorderen betraf. Viel, viel Vergessen haben die nötig, massig Gedächtnislücken und -schwund, jene, die sich von wegen den "Nationen" bekümmern.

Nichts, das sie lieber hätten als die Demenz. In dieser Hinsicht wäre diese Volkskrankheit ganz was, wie SIE es sich nur wünschen könnten. Daß man was auf Dinge, Kleinigkeiten vergißt, die sie anbetreffen. Daß man möglichst wenig was von und bei IHNEN im Überblick hat. Das Frühere besser nicht.

Hauptsächlich deswegen, daß IHNEN das mit dem Dauererinnern insbesondere aus dem Hals hängt. Als diejenigen, die DAS doch sind. So Nachgekommene. Die es leider wieder wohin schaffen konnten, mit sich auf Parlamentsbänke geraten durften. Als Gewählte spotten sie. Nach siebzig Jahren, daß sie auf einen fruchtbareren Boden zu treffen scheinen.

Selbst wenn sie ihre Maskierung immer mehr wegnehmen. Das sich wagen, trauen. Daß sich fragen läßt: Wenn sich ein Umriß von wem deutlich erkennen läßt, weshalb bleibt man DEM zugeneigt? So böse können keine Gegenwartszeiten sein, wie "alternativ" die, die sie zu bringen erst in Begehr hätten. Wenn doch alles bei IHNEN immer sonnenklarer wird. Wenig verhohlen verhalten sie sich. Daß man bei ihnen weite Bilder sehen könnte. Nicht mehr nur Auszüge von Unbestimmtem.

Muß doch nicht sein, daß man welchen ein zweitesmal aufsitzt, oder? Als gäbe es nicht doch die Möglichkeiten einer Replik, oder nicht?

Ehrlich, mich stört an Stolpersteinen nichts. Je deutlicher ich DIEJENIGEN von früher sehe, die, die für einen Ungeist verantwortlich waren, um so besser.

Dort gibt es für nichts eine irgendwie geartete Romantik. Dieses "Nationale" sollte bleiben, wo es am besten ist: in der Tonne. In die Tonne gekloppt.

Für nichts, daß man es von sonstwo herausholen müßte. Es sei denn, man möcht's Richtung Tonne schaffen.

 

 

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