Manch unsichtbarer Dämon, scheinbar unverwüstlich
Manche radioaktive Gefahr. Eine wie eh und je. Solange kann keiner im Heute gelebt haben, daß sie nicht schon geherrscht hätte.
Radioaktivität, ein irre böser Geist. Einmal eingeladen, ist er jahrhundertelang nicht loszuwerden. Ständig, daß das Wesen einfach gegenwärtig bleibt. Ohne ein bißchen gesehen, gehört, geschmeckt oder gerochen werden zu können. Gespürt werden kann die Gegenwart allerhöchstens, wenn man vielleicht nach der Ursache einer Erkrankung fahndet.
Etwas, das man urplötzlich hat, aber nicht weiß, von woher.
Eigentlich kann nichts auf der Welt irgendwas von so was wahrnehmen, obwohl das auf Schritt und Tritt präsent sein könnte.
Man denkt immer nur ständig an bestimmte Orte, von denen einmal Radioaktivität ausgegangen ist. Das, was man weiß. Nur, daüberhinaus gibt es nicht unzählige andere, wo irgendwas los sein könnte. Der Örtlichkeiten, von woher irgendwas entfleucht, sich ausbreitet, derer sind und waren zahllose.
Frankreich beispielsweise ist vollgestellt mit Atomkraftwerken, wie Belgien. Jedes Land hat eigentlich derartige Kraftwerke, die der Stromerzeugung dienen. Einmal sind sie jünger. Dann jedoch älter, maroder. Haben einen Alterungsprozeß hinter sich. Bei einer Macht, die sich dort auf kleinstem Raum bündelt, die die Absicht hat, jede Sekunde zügellos loszubrechen, mit sich großzugehen. Aber trotzdem bleiben noch runtergekommenste, abgehalfterteste altgewordene AKWs ans Stromnetz angeschlossen, als könnte nie etwas in ihnen passieren. Hätte man irgendeine Kontrolle, gäbe es für solche Anlagen kein Verfallsdatum. Das man eher früher in Betracht ziehen sollte als später.
Bloß ab und zu, daß man wie zufällig mitkriegt,, daß was losging. Daß wo unbestimmt was vorgekommen ist. Obwohl alles heutzutage vor allem verharmlosend dargestellt wird. Mit beinahe einer wegwerfenden Handbewegung: "Was habt ihr? Nichts passiert. Nichts der Rede wert. Alles unter Kontrolle. Die Risse konnten wieder abgedichtet werden."
Verharmlosender Tonfall bei einem zügellosen Wesen. Vor dem man sich ständig in acht nehmen sollte.
Selbst bei einer radioakive Wolke, die mal vor Monaten, Jahr '17, über Europa hinwegzog. Anscheinend der reine Zufall, daß mal was von ihr gemeldet wurde. Viel diskutiert wurde die Tatsache dieser Wolke eigentlich nicht, obwohl sie über alle möglichen Lande zog. Eine radioaktive Wolke! Es gab bei ihr nichtsdestotrotz kaum Gefahrenwarnungen. Hinweise, man sollte mal besser zu Hause blieben, nicht zu lange im Freien verweilen. Velleicht daran denken, Jodtabletten zu kaufen. Vielleicht allgemein mehr Jod zu sich zu nehmen. Kaum was dergleichen war mitzubekommen.
Trotzdem war das doch Radioaktivität, oder nicht? Und radioaktive Strahlung, die ...
Als gäbe es die Möglichkeit nicht, daß sich Radioaktives wo in Bepflanzung einlagern könnte, mit der sie in Berührung kommt. Daß man vielleicht besser auf den Spinat, Pilze oder Obst aus bestimmten Regionen verzichtet. Daß man beim Fleischverzehr aufpassen sollte. Wildschweinfleisch von da und dort wäre nicht unbedingt empfehlenswert. Es gibt in Regionen der europäisch-deutschen Fläche am Ende noch immer so nicht zurückgenommene alte Warnungen vor erhöhten Strahlenwerten in Pilzzeug, Von wegen den Werten, die man an geschossenen Wildsauen heute messen könnte. Sauvolk, das erst an amtlicher Stelle abgeliefert werden muß, ehe nan sie nach einer ausgiebigen Vermessung als unbedenklicher an Restaurants, Gaststätten weiterreicht.
Wer weiß das tatsächlich ganz genau, wie was persönlich auf einen wirkt. Wie empfindlich man selber ist. Wie einen höchstselbst was trifft, wovon der Nachbar nicht so direkt irgendwas merkt. Eher nichts von dem, daß der abkriegt, was einem selber massivest mitspielt. Vielleicht, weil der in der Nachbarschaft von Natur aus begünstigter ist. Daß er von Dingen weniger von was abkriegt. Ungefähr, wie Leute das mit dem Rauchen besser vertragen, während andere mitzubekommen haben, daß sie entweder mit dem Rauchen schleunigst aufhören sollten. Oder die Folgen zu tragen haben. Daß sich bei ihnen etwas ausbildet, was durch die Raucherei Ankündigung hatte. Irgendeine schwere Erkrankung, ohne die man im Grunde gut auskommen hätte können.
So geht's ungefähr auch zu bei der Radioaktivität: Nicht jeden betrifft dasselbe im gleichen Maße. Nur, wer ahnt am Ende was, ob er zu den Empfindlichen gehört oder nicht?
Jedenfalls seltsam, wie derzeit wieder viel davon geredet wird, daß Nationen ihr atomares Arsenal auf- und nachrüsten. Sogar die Idee haben, mit kleineren Sprengköpfen ... Als wäre das mit dem Atomkrieg weniger folgenschwer, wenn was "regionaler", kleinflächiger wäre. Nicht mehr die großzerstörerischen Atombomben. Sondern so atomare Mini-Bömbchen. Mit denen man sich aufrüsten möchte,
Daß man so was vielleicht beizeiten bei einer zuerst konventiellen kriegerischen Auseinanderstzung auch einsetzen könnte. Daß man sich sagt, so umfangreichen Schaden wie die Großbomben richten die kleineren nicht an. Daß auf diese Weise die Hemmschwelle für einen Atomkrieg sinkt, diese niedriger anzusetzen wäre. Weil die kleinen Atombomben eher chirurgisch einsetzbar wären. Obwohl Radioaktivität doch nicht bleibt, wo sie zuerst war. Außerdem, wenn so Kleinbomben gehäuft wo aufschlagen, ist das nicht einer der herkömmlichen großen Atombombe nahekommend?
Auch die Strahlung eines Kleinst-Atombömbchens wäre außerdem eine, die ewige Jahrhunderte braucht, bis sie sich restlos abgebaut hat. Jahrhunderte, die vergehen, bis man wieder irgendwo sorgenfrei, achtlos leben, könnte. Vielleicht eine Wohnung in so Gegenden bevölkern, die mal "verbotene Zone" waren..
Muß man doch mal sehen: In Frankreich ist der Erste Weltkrieg jetzt einhundert Jahre her. Nichtsdestotrotz gibt es nette französische Grüngebiete, landschaftlich einwandfrei, die trotzdem keiner betritt. Zumindest nicht der, der darum Bescheid weiß, was die meisten Franzosen bis heute tun, daß ihnen so Folgen klar sind. Haut, die in Fetzen runterhängen könnte, irgendwas das in jemand eindringen kann, das ätzt. Ewig was, das man hat, das nicht loszubringen ist. Sogar daran zu sterben, das haut gut hin.
Dabei nicht die Folgeerscheinungen von besagter Radioaktivität. Sondern einem vermehrten Einsatz von Senfgas und unsäglichen chemischen Waffen darüberhinaus, mit denen man im ersten Weltkrieg auch noch aufeinander losging. Weil die normalen Kampf- und Sprengmittel den kämpfenden Parteien nicht zu reichen schienen. Oder man ausprobieren mußte, ob nicht das oder das doch den Sieg bringen könnte. Also hatte man sich am Schlachtfeld Gasmasken aufzusetzen, die Haut mit dickerem Stoff zu bedecken, wollte man ein wenig unversehrt davonkommen. Soweit die eigenen Befehlshaber daran ein Interesse hatten. Sie sich irgendwie drum kümmerten, was nach der Rückkehr vom Einsatz mit dem eigenen untergebenen Soldaten los sein könnte.
Wobei, Wildschweine, Rotwild und so was, das betritt jene Gebietsflächen ohne weiteres. Da weiß man von nichts. Viel Getier wandert viel zwischen Bäumen da rum. Hat Wildwechsel. Gelangt zurück an Orte, wo es bejagt wird. Daß die Frage oftmals sein könnte: Was ißt man dort in den französischen Regionen vielleicht nebenher in der Jetztzeit immer irgendwo mit? Ohne was davon zu ahnen.
Und der erste Weltkrieg, der ist tatsächlich heute einhundert Jahre her. Einhundert Jahre. Und es gibt in Frankreich grüne Gärten, Landschaft, unberührt von jedweder menschlicher Hand. Wer von nichts was ahnt, dem man nichts sagt, daß er oder sie aus gegebenen Anlässen besser von dort wegbleiben sollte. Dann ... Dann hat er oder sie ein Problem.
Und das nach einhundert Jahren! Geschlagenen einhundert Jahren!
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