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Blog von TeddeMehr

Urlaubsreisen? Dorthin? Warum denn?

22. Februar 2018 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware II

Schon verwunderlich, was zu lesen ist: Der Reise- und Urlaubsverkehr Richtung der Türkei möchte wieder mehr werden. Echt wahr!

Wurd da was verpaßt? War da irgendwas von dort nicht recht mitzukriegen? Hat sich denn in der Türkei plötzlich irgendwas verändert, daß man den Wunsch haben kann, nach der Türkei für Ferien, einen Urlaub hinzureisen? Ist denn nicht alles eigentlich wie gehabt, alles DORT? Man kann in diesem Land immer noch dieselben Erfahrungen machen, die gleichen Erlebnisse haben. Vielleicht auch bei guter türkischer Gefängniskost. Mit der Tatsache, daß sich Botschaftsangehörige um einen kümmern müssen ...

Obwohl ... Obwohl ...

Die türkischen Gefängnisweltwüsten ... Denkt man mal ein wenig darüber nach.

Überlegt man sich knapp, wer beispielsweise in der europäischen Region "Deutschland" so im Gefängnis sitzt. So die Mörder, Totschläger; die Betrüger, Diebe und so weiter.

Nimmt man dagegen das, was sich in der Türkei in den Gefängnissen inhaftiert befindet: Wissenschaftler, Universitätsprofessoren, Doktoren, Lehrer, Studenten, Schriftsteller, Journalisten, "Amnesty-International"-Mitarbeiter, Beamte der verschiedensten Dienststellen, selbst Polizisten, Soldaten höheren oder niedrigeren Dienstgrades. Alle möglichen Leute, die sich nichts gefallen lassen wollten, kritische Geister. System-Kritiker. Freidenker, Rebellen.

Fragt man sich, unter diesen Umständen, nicht eher, wen man da bei irgendwelchen gewöhnlichen Leuten eigentlich auf der Straße treffen könnte, wenn man in der Türkei mehrere Wochen urlaubt?

Wo sind DIE dort denn noch eingesperrt, in diesen überfüllten türkischen Gefängnissen, die Verbrecher, Mörder, all das vom Rest? Wenn so viele andere Leute türkeiweit die Gefängnismeilen bis zum Abwinken füllen?

Übervoll sollen türkische Gefängnisse sein, es sich regelrecht hinter den Mauern im Anlageninnern mehrfach stapeln.

Wen man dort alles in der Türkei in den Gefängnishalden treffen könnte. Vielleicht lieber als einige, die einem in Freiheit so ständig begegnen. Etwa die Parteikader. Die in Cafés Rumhockenden Dinge befehlen wollen, davon abgesehen, daß sie einen lautstark mit verschiedenen Hymnen und sonst was Lied zudröhnen. Wären dort in den türkischen Gefängnissen nicht auch noch die Gefängniswärter, die Schließer, all das Zeug vom Wachpersonal, fast wären eher die türkischen Gefängnisorte eine Reise wert.

Und dort, wo die grobschlächtig umgehen, die scheinbar keiner in der Türkei einsperrt. Oder die die sind, die in der Türkei ständig amnestiert werden, haben sie doch wieder mal was angestellt. Dorthin möchte man wirklich abreisen, für den nächsten Urlaub, die Ferien? Um brav bei denen das Geld der Urlaubskasse abzuliefern. Wie immer. Ob für irgendwelchen Tand. Denen was rüberwachsen zu lassen, die es scheinbar nicht in die tollen türkischen Gefängnisse schaffen können. Oder nicht für so lange.

In der türkischen Gefängniswüste, daß sich solche zuhauf finden, die jeder sich sogar zu sich nach Hause einladen würde. Für eine angenehme, interessante Unterhaltung, all das. Für einen Freundschaftsumtrunk. Die, bei denen sicher eher der Freigeist vorherrscht. Keiner ist, der dich mehr als unbedingt notwendig mit seiner Religion bedrängt und so. Mit dem du auf vielerlei Ebenen philosophieren könntest.

Während man sich fragt, was man mit denen auf den türkischen Straßen eigentlich so Besonderes anfangen kann. Bei denen, die ständig ängstlich rundumblicken, sagen sie einem glattweg mal was anderes. Der nächste Denunziant ist schließlich nie notwendigerweise weit weg. Sondern ganz in unmittelbarer Nähe. Der Blockwart, der über alles und jeden genau Bescheid wissen möchte, der vielköpfig umgeht. Selbst Religionspolizisten. Und dorthin möchten jetzt echt wieder vermehrt innereuropäische Urlauber, Ferienreisende? Mit dem erhöhten Risiko, einem befreundet sich gebenden, freundschaftlich blickenden, verständig lächelndem Denunzianten zum Opfer zu fallen. Einem voll Schläue aus der Wäsche guckenden Blockwart- und Hausmeistertypen, einem Kopftuchaufpasser, Verschleierungsspezialisten, wenn er sich nicht rein zufällig mit dir nett unterhält.

Tja, in den türkischen Gefängnissen sind jede Menge brauchbare, kluge Menschen. Fähig zu vielerlei Sprachen. Bloß, das Problem noch mal zu erwähnen: die Gefängnisangestellten. Die sind nicht von da, sondern alles weitestgehend Angestellte des Regimes. Diener in diesem Sinne. Im Geist des Regimes foltern, martern sie. Tun mit dem Gefangenen alles mögliche. Die türkischen Einschließer könnten das wahre Gräßliche an den türkischen Gefängnissen sein, nicht die Gefangenen, Eingesperrten, Inhaftierten.

Wer weiß schon, wenn in der Türkei jemand einen ermordet hat, wie rasch der amnestiert wird. Könnt sein, daß sich der Türkeiurlauber einem solchen "Amnestierten" dann wo gegenüberbefindet. Wie all den anderen Entlassenen des üblichen Verbrecherstandes ebenso. Freigesetzte Taschendiebe, Einbrecher, Betrüger.

Das Schllimme ist das ja nicht, für die Herrschenden im türkischen Staat. Sondern schlimm sind die, die dem autokratischen Herrschaftssystem, dem Despotentum widersprechen, es ablehnen. Die das Triste nicht mögen, das der eine Staatspräsident in die Türkeiweite hineinverfrachtet. Der, der per Dekret durchregiert.

 

 

 

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