Bring dein Bestes, die Urlaubskasse
Was nun eine März '18-Neuigkeit ist: Einer, in der Türkei beim einen Staatspräsidenten glattweg im Amt befindlich, der möchte, daß europäisch-deutschregional die gewisse Reisewarnung für die türkische Regionalität aufgehoben wird. Damit aufs neue mehr Urlauber dorthin reisen, ihr Bestes von sich zu bringen: Geld. In Form der Urlaubskasse.
Und das hätte der eine gerne, obwohl sich in der Türkei nicht das bißchen was irgendwie gegenüber den Tagen zuvor geändert hat. Trotzdem ganz dieselben Verhältnisse wie bekannt herrschen, diese sich sogar noch mehr zementiert haben, soll man dorthin auf Urlaub fahren, in die Ferien hinreisen. Vielleicht nebenher für eine Gefängniszeit von unbestimmter Dauer. Hat man Pech.
Als gäb's all die hübschen, netten Gefängnisorte türkeiweit nicht weiterhin, in denen sich alles und jedes mehrfach aufeinanderstapelt. Türkei-Gefängnisse, wo die Strafgefangenen, weil Wissenschaftler, Journalisten, Andersdenkende, Systemkritiker und so, ja ganz nett und niveauvoll sind. Müßte man nur die Gefängnisknechte nicht im Auge haben, die Haftanstaltsangestellten, die Schließer, Folterknilche, das ...
Eben, man befindet sich in der Türkei. Was passiert dort einem, wenn man mal zufällig das Verkehrte zu jemandem gesagt hat? Zu vertrauensvoll offen mit irgendwen geredet hat, als könnte man irgendwem insbesondere Vertrauen entgegenbringen. Ohne sich dessen klar gewesen zu sein, daß ... Was vor Ort an jedem Örtchen umgeht. Schließlich die allerbeste Autokratie, die türkeiweit herrscht. Alles lokal nichts als reinste Despotenherrschaft weit und breit. Die Eitelkeit einer Regierungsform, die keinen Widerspruch duldet. Samt einer vorherrschenden Religion, die im Grunde für einen nicht mehr viel Fremdes an sich hat. Die man nun längst besser kennt als noch irgendwann früher. Was diese Religionswelt in der Türkei für Möglichkeiten darüberhinaus den Interessierten bietet. Einen Blockwart, Gesichtskontrolleur. Jeden Moment kann wer einer "Religionspolizei" vorüberkommen. Schärfer hingucken. Vielleicht ein zu knappes Höschen blicken, das man mal als eine Frau trägt. Zuviel Oberweite, die sich darbietet. Als wär man irgendwo im Innern Europas und bei sich daheim, nicht in der herrlichen Türkei. Nicht an einer Örtlichkeit, wo keine auffällt, sebst wenn sie tiefschwarze Ganzkörperverschleierung trägt. Wegen der und der Verschleierung erregt sich dort niemand; das mit Kopftuch, dem Verschleiern, all das, das ist da der trauteste Anblick.
Alles also wie eh und je seit jüngster Zeit in der türkischen Landschaft. Samt den hungrigsten Gefängnissen, die auf jedermann warten. Nach denen man minütlich verbracht werden kann. Ganz egal, wie übervoll und beengt drinnen die Räumlichkeiten sind.
Und dann noch das: das Faschistengesicht. Das gut türkisch in Sicht gerät. Welche, die Uniform tragen. Einen Charakter, den man vorzeigt, anderen Leuten einfach so einen Krieg zu erklären. Auch gern mit Lügen. Wie schon der mit dem Bärtchen den Polen Anno '39 den Krieg erklärte. Auch den konnt's zur damaligen Zeit nicht daheim in der Heimat halten; er mußte raus, ließ Soldatenuniformierte über eine Grenze hinübermachen auf ein anderes Gebiet. Es für sich einzunehmen.
Mit demselben Gesicht fährt in der Gegenwart türkische Soldateska in Syrien rum. Bekämpft dort in Syrien Kurden und allerlei sonstige Bevölkerung. Während man bei dem Kurden daheim in der Türkei nicht das Mindestmaß an Autonomie mehr duldet. Sondern da nichts als den "Terroristen" in jedem Kurden sieht. Während man selber nun als Türke unsägliche lange Jahrzehnte Kurdengebiet bereits besetzt hält, einen großenTeil Kurdistans. Einmal genommene Landfläche, die man überhaupt nicht mehr hergeben mag. Heutzutage könnte das Stück Kurdistan sogar noch großflächiger werden ...
Schwer zu überblicken für die Augen der Welt, ob die Eroberer aus der Türkei, wenn was "nur" syrisches Kurdengebiet ist, dort irgendwann wieder abziehen werden. Schließlich wünscht sich der eine türkische Staatspräsident ja das, zusätzliches Gebiet, für sein "osmanisches Reich", eins, das er gerne erneuert und größer gemacht hätte. Und weil die Syrer eben seit einer halben Ewigkeit selber nur was von den Kurden besetzen, könnte man sich das der syrischen Kurden nun doch auch einfach für immer bewahren wollen. "He, ihr Syrer, euch fehlt doch selber überhaupt nichts. Schaut, wir haben uns Kurdengebiet genommen. Nicht irgendwas von Syrien."
Zu diesen Türkei-Leuten, unter der Knute von einem, der sein eigenes Ermächtigungsgesetz lange in der Tasche hätte, soll man jetzt wieder unbekümmert auf jährlicher Urlaubsreise hinmachen? Echt wahr? Da sollt man sich wohl besser eher jede Reisewarnung für sich selber im Kopf bewahren. Nichts Geld für eine aggressive Eroberungspolitik aus dem Vorvorgestern dort in der Türkei abliefern. Weil man ja Tourist ist, sich was Waren zeigen läßt, auf einem Basar wandert. Was kauft. Bei Händlern, die wissen, wie man freundlich tut.
Tatsache, gibt's nichts anderes als die Türkei? Wo man als Urlauber, Ferienreisender weniger für dumm verkauft wird? In die Türkei wär nicht mal hinzufahren, wenn man noch Geld dafür kriegen würde. Bei dem, was dort herrscht. Ganz offensichtlich die Regierung genommen hat. Innereuropäisch verstellt einem nichts den Blick, hat man doch keinen Schleier vor Augen.
Denen wirklich noch den Feldzug in Syrien irgendwie mitzufinanzieren, die Nachrüstung ihrer Panzer, die Munition, Granaten ... Mir käme das nicht in den Sinn.
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