Die Aufnahme steht (Zweimal Falsches mit am Bild oben)
Nun ging alles ganz schnell. Geradezu ratzfatz.
"Was lange währt, das wird endlich gut" - ein Sprichwort.
Der Spruch, der gilt hier allerdings mit Sicherheit nicht.
Lange ist hier nichts gut, bei dem, was sich mit auf die Fotoaufnahmen stehlen darf.
Eher ist es so, daß Monate des Hinwartens nicht ausreichten. Monatelang, daß sich nichts weiter ereignete, was verhindert hätte, daß da Bestimmte auch noch mit auf die Aufnahme draufkommen. Das heißt, die Warterei reichte nicht, daß bestimmte Leute wieder dorthin hinfinden hätten können, wo sie hingehörten. Nichts stellte sich ein, das verhindert hätte, daß welche ebenfalls mit am Bild rumstanden, die den Moment im Grunde verdarben.
Die, würde man sie zu freiweg benennen, ihnen so gewisse Namen geben, dann könnte man das nicht beibehalten. Umformulieren müßte man. Statt dessen muß man für diese Ewiggestrigen samt ihrem matten, tristen, traurigen Horizont auch noch taugliche Umschreibungen finden. Mit denen nicht zu tief in das Schimpfwörterabwasser abgetaucht wird. Bei den Verhältnissen, die nach einem Wahlentscheidabend im Jahr '17 fixiert scheinen. Bei so zwei Parteien, die seit der Jahr '17-Wahl gleichfalls mit sich den europäisch-deutschregionalen Bundestag besiedeln dürfen.
Fünf Monate Rumwarterei haben nicht ausgereicht, daß ein neues Moment entstanden wäre. Monate, während denen früher unbesehene Gesichter längst so Auftritte hatten. Deutlicher in der Aussprache wurden sie, unverhohlener. Ohne daß es sie beschädigt hätte. Erhört wurden sie deswegen von zu wenigen. Nichts tat sich, sie dorthin zurückzubringen, wo sie voll umfänglich hingehören würden. In ihr wahres Heimatland, in ihre urige Heimat: alles unter den fünf Prozent. Jede einzelne Zahl unterhalb dieser Hürde, von der sie leider derzeit nicht viel mitkriegen. Da können sie sich drüber beklagen, soviel sie wollen.
Lange, lange hatte man verharrt, Stillstand geübt. Es aussehen lassen, als könnte sich nichts plötzlich abspielen. Nie konnte man allerdings Neuwahlen herbeiführen. Keinen neuen Entscheid für ein ganz neues Exemplar anberaumen. Daß SIE anschließend heimgeführt worden wären. Ihnen ihr ständiges heimeliges Begehren nach ihrer urweltlichen Heimatgegend erfüllt. Die Rückkehr auf urheimische Bodenfläche, wo sie all ihr Heimatgefühl doch wirklich gelassen haben. Zurückließen. Unter den fünf Prozent, ihre Dauerrede. Für alles würde ihnen die Unter-fünf-Prozent-Heimat ausreichen. Wäre für jeden von ihnen voll genügend.
Statt dessen muß man - sie selber ja eigentlich freudlos alternativ ebenso - nun die Verhältnisse dieses Jahr '17-Wahlausgangs ertragen. Sie, so oberseltsame Figuren, weib-, männlich, die sich in so obertriste Jahre zurückwünschen. In die Tristesse pur. Jene Tage vor Adenauer, Erhard, wo jedem auf der Stelle schlecht werden könnte, blickt er bloß kurz dorthin zurück. An den Kopf müßt er sich fassen, jeden für plemplem erklären, der vor ihn hinträte, ihm erkläre, er könne dorthin zurückgelangen. Obwohl er alles davon doch weiß, dürft er dahin zurück.
Vor Adenauer, Erhard ...? Die Alliierten könnt man sich noch erwählen. Die meinen DIE aber mit Sicherheit nicht, oder?
Was war da vor Adenauer, der sich mit De Gaulle traf? Mit De Gaulle wohl unverblümt über so Sachen redete, die sich als grenzenlos untauglich herausgestellt hatten. So die gewissen "Na-zi-o-nal"-Angelegenheiten, unter denen man abgrundtief zu leiden hatte. Damals ziemlich freigeschossen, als das Hinterletzte am Horizont zu überblicken.
Selbst damals, in den Fünfziger Jahren, hätten DIE schon, auch längst so Erbnehmer, Wiedergänger, wie DIE im Heute der Gegenwart, auf ein neues das mit sich gehabt. Weil doch "nur" Demokratie war, lachten SIE sich eins, dachten spöttisch daran, sich gerne von unberatenem Volk wählen zu lassen. Wiederwählen. Daß dümmlich wie Anno '33 bei IHNEN angekreuzt würde. Selbst nur ein paar Jahre nach dem einen Kriegsende bereits, war das ihnen eine Überlegung wert. Bei der und der Parteineugründung, die sich erlaubten. Die mit sich exklusiv. Die, die nicht bei anderen mitschwimmen wollten. Sondern sich offen vorzeigen. Mit direktem, unverblümten Bezug auf DAS. Was das zwischen '33 und '45 war.
Bloß, den Volksscharen, denen fehlte es damals an rechtem Gehorsam. Zu deutlich ihnen, wem man sich zu vertrauensvoll in die Hand begeben hatte. Was dabei insbesondere Schönes herausgekommen war. Nachdem man erfahren mußte, mit wem man es zwischen '33 und '45 zu schaffen hatte, mit was man in direkter Folge nach dem Zweiten Weltkrieg charakterlich fast niedergeschlagen werden konnte, ohne dem großartig widersprechen zu können. Für ein verlogenes, irreführendes System war man viel zu oft heldenhaft gewesen. Hatte riskiert. Für die falschen Leute. Einem Personenkreis unter aller Kanone. Die mit ihren niedrigsten Vorurteilen staatstragend wurden. Nicht drauf verzichteten, diese auch noch von hinter dem Beamtentisch her amtlich zu machen. Für einen Massenmord im industriellen Maßstab, daß man ungeheuerlicherweise ging. Etwas, das man im Hintergrund eines brutal geführten Krieges vorantrieb. Boshafte Mordtaten, mit denen man nichts anderes anstellte, als der eigenen Vorurteilsverhaftung unnütz freien Lauf zu lassen.
Dieses Art von Denken. Mit dem man sich vielleicht eventuell nicht mal wohl fühlt, wenn man in einem Wirtshaus gesessen war, getrunken hatte. Freien Lauf, daß man sich bei den Tisch- und Wirtshausgenossen ließ. Vor zu vielen Leuten was redete, ohne die eigenen Worte im Alkoholsud größer zu bedenken. Daß man sich nach dem Erwachen fragte, ob man nun, während man sich krude erinnerte, was man absonderte, so bald die Gaststube noch mal würde besuchen können. Oder ob man nicht besser für ein paar Tage, sogar Wochen drauf verzichtete. Daß man sich doch für ein geraumes Weilchen nicht dort blicken ließ. Unter der Voraussetzung von dem Müll, den man mit von Alkohol aufgelockerter Zunge von sich gab Eher doch das Letzte, mit dem man von jedem Anwesenden, der es mitkriegte, komisch angesehen werden konnte.
So dergleichen jedoch war denn nationalsozialistische Staatspolitik. Was ein jeder plump, ordinär, profan, gedankenlos gegen die Minderheiten im Staate hatte, gegen die sexuelle Ausrichtung von jemandem, wie es um die geistige, körperliche Versehrheit von einem stand. Das konnte zu einer "Endlösung" führen. In den Konzentrationslagern der Dritte-Reich-Konzentrationslager.
Und heutzutage wollen auch wieder bestimmte Kräfte nichts anderes, als jedermanns gewöhnlichste Vorurteile unterfüttern. Daß man den ersten, spontanen Ordinärgedanken als das Wahre ansieht. Das, was man so als grobschlächtige Anlage in sich trägt, das befördern dir bestimmte Kräfte, hauen dir damit auf die Schulter. Als wäre das was. Könnte man das vom Sperrmüll nehmen. Wäre das für einen nütze.
Nicht das, es drinnen in der Tonne zu lassen. Sondern sich damit jedermann vorzuzeigen. Unter vielen Augen.
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