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Blog von TeddeMehr

Miterwähnung alter Sorgen, Kümmernisse

13. März 2018 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware II

Jetzt soll sie bald stehen, daß so Leute sich den Auftritt gesichert haben. Schließlich: eine Neuwahl, unmöglich gemacht. Wie es sich herausstellte.

Eine Neuwahl könnte es allerdings auf der Stelle doch geben, wenn welche Art Personen wieder Heimatsicht hätten. Die Perspektive dorthin ihnen gesichert wäre. Daß ihnen die Rückkehr unter die Fünf-Prozent-Hürde tatsächlich möglich wäre. Die Heimat, von der unten drunter heraus sie viel zu weit Auslauf kriegten. All ihrer besten Deutlichkeit zum Trotz, konnten sie bisher nicht mehr annähernd in ihre heimatlichen Gefilde zurückkehren. Die weiten Flächen von unter fünf Prozent, aus denen sie mit all ihren gewöhnungsbedürftigen Gesichtern herkamen. Landschaften, in denen ihnen die Welt großflächig und weitschweifig genug wäre. Wovon sie auch tagtäglich manche Kleinigkeit zu erzählen wissen.

Nur, leider, keine Heimat in Sicht. Für SIE. Weil irgendwelche Leute irgendwas Unbestimmtes in ihnen entdecken mußten. Zumindest glaubten sie da an was. Aller Deutlichkeit an Wahrnehmung von Dingen von unter den fünf Prozent bei JENEN Bestimmten, mit ihnen wird herumgetrotzt.

Wären viel zu viele nicht, hätten DIE ihre Stammheimat als die bewährte Alternative für solche augenblicklich zurück.

Ohne dieses Wählvolk, nach dem gleichfalls zu fragen wäre, hätte sie dort nicht großartig fliehen können.

Sind hier manche schlecht oder überhaupt nicht informiert, was DIE anbetrifft? Haben sie eigentlich eine Ahnung von irgendwas? Echt wahr, jedem müßte reichen, was von so Tagen vor Adenauer, Erhard dahergeredet zu bekommen. Frage: Kann man sich wirklich in so Zeiten zurückwünschen, wenn man die Gegenwart kennt, aus der heraus ein klein wenig Überblick über so Geschichte hat?

Vor Adenauer, Erhard - was war denn da? Eine unfaßlich fürchterliche Ära, die da aufscheint. Eine, in der für keinen in Wahrheit was zu entdecken wäre. Und wenn doch, würfe das bei genaurem Hinsehen einige Fragen auf. Was man da aus dieser Tristesse nicht längst mitbekommen hat können, daß man so was selber erfahren möchte. Von dem, in das die Altvorderen unberaten hineingerieten. Denen dann am Ende zwar was leid tun konnte, etwa das, in einer Wahlkabine läppisch das Falsche angekreuzt zu haben. Bloß, zu ändern gab es am Ende dran nichts mehr. Das mit Kreuzchen bedachte Feld war mitgezählt worden. Ohne Zeitmaschine nicht mehr dorthin zurückzukommen, es ausradieren, wegmachen zu können.

Als man noch was ändern hätte können, war noch "Weimarer Republik". Und das war mit jedem Tag nach dem Wahlentscheidabend Anno '33 ein bißchen länger her. Das mit der schönen Weimarer Republik. In der noch Demokratie herrschte. Gegenüber dem, das man nach '33 selber kennenlernen mußte, in Erfahrung bringen. Manchmal hätte man jemand gebraucht, der einem die Augen öffnen hätte können, angesichts der tagtäglichen Reichspropaganda, unter deren Verdummung man litt.

In ein Joch war der Reichsbürger gestiegen. Ein Joch, einmal unmerklicher, dann doch zu bemerken, wahrzunehmen. Wenn man was am eigenen Hals spürte. Daß da was bei einem Druck ausübte, daß es sogar schlimmer werden konnte. Kam immer auf die perspektivische Wahrnehmung drauf an, wie was bei einem auftrat oder nicht.

Vielleicht war was los, bloß weil man die oder die sexuelle Ausrichtung hatte. Von der lieber niemandem in der Umgebung was mitgeteilt werden sollte. Keiner durfte sie bemerken.

Ob Mann oder Frau. Jeder konnte sich dann und wann umgucken, und es war nicht mehr Weimarer Republik. Wo welche zwar urkomisch daherguckten. Aber eigentlich nur, weil es ungewohnt war, Frauen Frauen küssen zu sehen, Männer Männer. Sonst war es allerdings gleichgültig, außer Blicken, Augenaufschlägen war nichts. Anders als in der Nazi-Zeit mit Gestapo und SS.

Oder das zu erwähnen: Plötzlich hatte der und der Sorgen, Kummer davon, was das mal für Verwandte waren, früher. Wer hier mal wen ehelichte. Welche Abstammung der oder die hatte. Hätten die Alten der Generationen von zuvor da was nicht anders sehen können? Weil das dreißiger, vierziger Jahre mitten beim Naziregime plötzlich überraschend kompliziert werden konnte. Für einen selber.

Selbst der "Führer" hatte was Verwandte ... Hätte man was auch bei dem ernster genommen, dann ... Schließlich spielte sich ab, daß jemand aus dem Nachbarhaus abgeholt worden war. Still und heimlich war was anderes. In der Nachbarschaft machte es die Runde. Tag um Tag, der verstrich, da wurd nicht zurückgekommen. Anscheinend hatte es sich nicht als Irrtum herausgestellt, daß ... Derjenige hatte ja tatsächlich anklingen lassen, daß ... Vor allem auseinandergesetzt, daß er nicht die kleinste Ahnung gehabt hatte. Nicht den kleinsten Gedanken hatte er je an so was bei sich verschwendet. Daß der Opa, die Oma, daß die ... Wegen so was hatten die sich keinen Kopf gemacht. Jetzt, für ihn ...

Nachfragen wegen demjenigen aus der Nachbarschaft, wenn niemand den ansprach, von ihm redete, das traute man sich lieber nicht. War besser für einen, nicht von selbst auf ihn zu sprechen zu kommen. Auch verzichtete man doch da drauf, auch nur daran zu denken, wo der hingebracht worden sein könnte. Gehört hatte man manches, aber, daß einem das eventuell selber drohte, bedrohte, nur weil früher wer wen liebte und heiratete.

Es war schon schlimm genug, daß man letztens gegen einen anderen aus der Nachbarschaft was gesagt hatte, der einen Verwandten hatte, der ziemlich weit oben in der lokalen Partei war. Da hätte man lieber das Maul gehalten. Wie man überhaupt drauf gekommen ist, über denjenigen herzuziehen, Unbestimmtes über ihn daherzuschwätzen, im nachhinein nur mit den zwei, drei Bier zuviel zu erklären, die man intus gehabt hatte.

Und jetzt ... Jetzt konnte man warten, ob was passierte deswegen oder nicht. Wie bei den doofen Omas, Opas. Was mußten die  vollkommen gedankenlos wen zur Frau oder zum Mann nehmen ...? Man hatte das doch gewußt, mit wem man in den Stand der Ehe trat. Und trotzdem hatte man ... Den Ehebund geschlossen.

Dafür hatte man nun die Sorgen, als Nachgeborene, nachdem überall bei jedermann wegen den Vorfahren genauer nachgesehen wurde.

Tatsache, da sollt's in den besetzten Gebieten Lager geben. Dort drinnen starben Leute wie die Fliegen. Dort hingeschafft zu werden, hatte man sein endgültiges Geschick sicher.

Wem es da nicht den Schweiß auf die Stirn treiben konnte, bei so Überlegungen? Als hätte man nicht so schon genügend aufzupassen gehabt. Nicht mal den Sender am "Volksempfänger" durft man wechseln. Nicht, wenn man belauscht wurde.

 

 

 

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