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Blog von TeddeMehr

Unverwundert

25. März 2018 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware II

Wie es nur immer zu gewissen Schlagzeilen kommen kann? Rätsel, Rätsel, Rätsel.

Ein "Nazi-Netzwerk im Bundestag"? Wirklich?

Leute einer bestimmten neu in den Jahr '17-Bundestag eingezogen Partei beschäftigen Mitarbeiter, heißt es, ein echtes Nazi-Netz an Leuten.

Und nun wundert man sich alternativ über irgendwas?

Dabei war doch klar, daß es ein klaffendes Einfallstor geben wird. Durch das auf zwei Beinen reingekommen werden will. Nicht nur dergestalt, daß man von der niederwertigen Ausschuß-Halde Inhalte einer bestimmten Perspektive serviert bekommt. Sachverhalte, die sich einem im steten Fluß ganz banal ins Gehirn reinträufeln. Marke "Sprachregelungen". Daß einem was aufgehen müßte, man Überblick über Kleinigkeiten haben muß. Nach gegenwarts-nordamerikanischem Muster. Mitunter, daß es einem erst mit Verzögerung wahrnehmbar wird, mit Verzug, sollte einen die Taubheit nicht bereits mehr oder weniger erwischt haben.

Und zwar das, daß ... Das, daß hier Tatsachen aus einer bestimmten Richtung rübergebracht werden.

Wie was das Wort "Heimat". Das es derzeit so vorndran überall zu hören gibt.

"Heimat"?

Früher war Heimat ja nichts, über das man extra viel Aufheben machte. Nur so politische Rechtsdreher, die das Wort mit verlogenem Timbre im Mund führten. Außer, man war wo in Urlaub, redete man nicht viel über so was. Bei Urlaubsende sagte man, jetzt "fährt man wieder heim, in die Heimat". In die Heimat. Der Ort, wo man geboren war. Dort, wo man seine Arbeit hatte, seinen Wohnort, die Verwandtschaft war, das. Woanders wollt man am Ende nicht bleiben, ein paar Wochen reichten, romantisierend dort zu sein. Ehe man zu genau was dort mitkriegte, fuhr man davon. Länger als nötig hatte man das auch nicht geplant. Dann war man ratzfatz wieder daheim. Hatte die Heimaterde wieder.

Heutzutage allerdings, so regelrechte "Heimat"-Ministerien. "Heimat" hier, "Heimat" dort. Schwer zu begreifen, wer hier seine Heimat verloren hat. Die Syrer oder irgendwer anders?

Es gab dabei eine unwirkliche, unheimatliche Zeit, da wurde viel, viel Schindluder mit Worten wie "Heimat" getrieben. Etwa so die Jahre vor Adenauer, Erhard. Genau die. Und selbst noch vor der Ankunft der Alliierten war das eine wahre Schreckens-, Horrorheimat. Da erlebten Vorfahren eine Ära mit viel vorgegebener, dem Schein nach schöner "Heimat" mit "Blut, Boden und Nation"-Bedröhnung. Reine Gaukelei. Alles mögliche Unwirtliche, das einem damals "heimisch" erscheinen wollte. Als hätte da was viel mit was Heimeligem, Gemütlichem zu schaffen. Bei jeder Menge Militanz. Unifomität. Strengem Kadergeist, der des Denkens berauben sollte. Sachen, in die jeder einzelne sich einzuordnen hatte. Oder auch anders gesagt: unterzuordnen. Bei einem Gleichschritt der Massen. Stiefeln, die marschierten. Damals schon kamen sie einem viel mit so Tradition und Tracht. Tradition und Tracht. Tracht, auch was, das bei Uniformität gern mithilft. Jede weit und breit am Ort dasselbe Kleid, nur in Nuancen verschieden von dem der anderen. Jeder denselben Trachtenanzug. Gleicher Zuschnitt. Die Unterschiede untereinander ungefähr so zu erkennen wie in etwa an einer Soldatenuniform. Daß es doch die gibt, die meinen, dran denken, einem mehr was zu sagen zu haben als der, die andere.

Nicht recht zu überblicken, woran es im Heute hapert, daß man sich der Heimat so versichern MUSS. Als wär man wo nicht daheim, wo man daheim ist. Daß man sich das Heimatliche dauernd so vor Augen halten muß: Da und dort ist bestimmt Heimat. Jede Menge "Heimat"-Gedöns, das man plötzlich nötig hat. Eine regelrechte Heimat-Dröhnung mit überreichlich Irrlicht. Schlimmen Örtlichkeiten, an die man sich verlaufen kann. Ziemlich verschieden zu dem früher die Jahre über.

Dabei: Wenn "Heimat" einen gefangensetzt. Wie die "Heimat" beispielsweise den früheren DDR-Bürger. Er konnte rumfahren, an einer hohen Mauer landen. Dort kamen nicht viele weiter. Deshalb hatte der in der DDR ja so viel Fernweh. Gerade an die Ort wollte der DDR-Bürger, an die er nicht hinkonnte. Und jetzt führen sich hier welche auf, als hätten sie am liebsten "die Mauer" wieder zurück. Wäre ihnen die Freiheit zuviel, hätten sie sich an ihr verschluckt. Zürückwünschen sie sich, würden sich gerne wo dahinter einsperren. Noch dazu am Ende mit den schrecklichsten Leuten, die einem Nazi-Gedankengut anhängen. Einem unsäglichen Geist. Dabei hatte man so was mit solchen schon lange Jahre, ehedem. So welche hatten die Macht längst mal nehmen dürfen, nach einer Wahl. Der Jahr '33-Wahl.

Nur, eine Neuigkeit, die in Kreaturen wie die von damals ihre Entsprechung haben hätte können, die gab es länger nicht mehr. In dem Sinne: daß die ihre Knute bei einem entfalten konnten. Einen unterjochen. Ihr breites Joch aufsetzen.

In einem Staat zu leben, einem vor Adenauer, Erhard, das wollten zu viele ewiglich nicht mehr. Es schien es ja auch nicht angeraten, so eine "Heimat" erleiden zu müssen, wie sie die "Reichtsbürger" in den dreißiger, vierziger Jahren erlitten.

Das nationalsozialistische Joch. In das man mit der unsäglichen Jahr '33-Wahl stieg. Als die Altvorderen als Reichsbürger noch zu tapsen hatten, weniger was genau wußten. Anders wie heute.

Ein Joch war das der gesamten Reichsbürgerbevölkerung, das abzustreifen ... Der Reichsbürger, er war nicht in der Lage. Ihm unmöglich. Selber konnte man das nicht, rauszusteigen. Erst nach '45 und mit Kriegsende, daß man frei durchatmen durfte. Davon sprechen. Was das eigentlich war. Was einem passierte. Darüber, daß man sich eventuell unterhielt, wer und wie was von dem Joch spürte, wer nicht. Wie jemand das eventuell mitzukriegen hatte, daß ihn hier ein Joch quälte.

Zwölf lange Jahre des Jochs. Zwölf ewige Jahre trug der Reichsbürger dieses Joch. Zwischen '33 und '45: nichts als Joch. Weit und breits nichts als ein bösartiger Unterjochungs-, Willkürstaat.

Zwölf Jahre der Unterdrückung, durch ein unsägliches Regime ... Eine Ewigkeit eines Reichsbürger-Lebens in einem bösen Unterdrückungsstaat.

Und mit so was schleichen einem Leute, Figuren im Jahr '18 nach dem Millenium in einem deutschen Bundestag rum. Wiedergängerisch. Möchten, daß man geschichtsvergessen, wegen der Gegenwart, in der man lebt ... Sich in die Unfreiheit begibt. Unter ihre Fuchtel. Für ihr altbewährtes Drecks-Joch.

Da, daß man im Heute Lügnern, Täuschern, Tricksern, politischen Rechtsrausdrehern was glaubt. Für die Exklusivität der Gegenwart, die einem möglichst verquer, falschrum dargestellt wird.

Vor Adenauer, Erhard würde man sich diese Gegenwartstage liebend gern zurückbegeben, mit dem Wortschmuck "Alternative" ...

 

 

 

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