Hinterstes Kollegium
Der Satz dieses Jahr '18-Tages: "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen."
Da fragt man sich: Was ist im Musik- und Musikerlager hierzulande los?
Mit jedem Jahr übler geht es da mit so einem Musikpreis nach unten. Fast könnt man fragen: Wer möcht den denn überhaupt noch haben?
Auf so Bildern scheinen nur so die Damen hübsch, wirken nebenher fast wie immer. So sind sie zumindest auf Bildwerken wahrzunehmen. Ein Aussehen, als würd man was verpassen, hätt man nicht die Gelegenheit, sie kennenzulernen. Die Beine von mancher. Mehr oder weniger deutlich wahrnehmbare Brüste ...
Daß man beinahe meinen könnt, wegen denen der Damen-Partie: Alles wäre dort wie eh und je. Bei einer Preisverleihung am roten Teppich.
Am roten Teppich ...
Der tatsächlichen Nachrichten sind andere. Jahr für Jahr wird es schlimmer, ärger.
Betrachtet man sich, wer dort die letzten Jahre über bereits so Preise in so Kategorien erhalten hat ... Daß drüber nachzudenken sein könnte: Wie kann das, daß was aus einem unsäglichen Lager mit sich populär geht? Noch mal populärer gemacht wird es, als es je für so was die mindeste Notwendigkeit hätte.
Fast hat das eine Außenwirkung, als wäre in einer Region zu vielen zu vieles durcheinander geraten. Wäre man dabei vollkommen haltlos geworden.
Wie was Krawall, zum schnöden Selbstzweck verkommen. Nur noch um des Krawalles willen, führt man sich auf. Gestattet man sich jeden Müll. Die zu betrachtende Krawallaufführung, eine sinnentleerte, hohle Hülle. Blickt man nach: nichts dahinter. Oder nicht doch was - was geradezu Unausstehliches, das man am liebsten nicht so in der Überlegung hätte. Scheinbar jedoch DAS, mitten auf der Bühne, in die Kameras grinsend. Dieses Ewiggestrige. Gestrigkeit. Vorvorvorgestern. Die sich, glaubt man dem Gesehenen, Wahrgenommenen, nicht mal mehr besonders tarnt. Die fast schon alles zugibt. Das eventuell meint, es könnt es längst, das, offen sein. Zu dir und mir. Man sagt es mir oder dir. Ohne was Schaden davonzutragen? Beschädigung davon zu haben.
He, was soll daran verschärft sein, wenn ich den Arm langstrecke, hochrecke, den einen Gruß zeige? Den olympischen Gruß, den die Nazionalsozialisten abkupferten, für sich übernahmen. Der, der in Gegenwartszeit verboten ist. Sehen lassen braucht man ihn nicht unbedingt. Ohne ... Aber daraus wird sogar mancherorts ein Massenerleben gemacht, als hätte dieses Profane irgendwas einer Besonderheit. Wohl einerseits für den Spott, das Herabblicken auf so Konzertbesucher, Käufer des Drecks von einem selber. "Schaut mal, ich hab Idioten das angesagt, und die Dummköpfe machen mir das haufenweise bedenken- und gedankenlos nach. Immer wieder tun sie das."
Wobei es dann auch noch die gibt ... Die, die einem in Hinsicht dieser Vergangenheit in Echt vorausgehen wollen. Keine reinen Verarscher. Sondern die, die tun, als wäre damals beim Reichsbürger was anderes, Besseres gewesen als Unterdrückerstaat und tristeste Tristesse. Das, was dieser Staat mit sich brachte, inbegriffen hatte. Jedenfalls hätten sie im Begehr, dir was Gutes so lange vergangener Zeit weiszumachen.
Inhaltsleer sinnbefreit jedes Gebot niederreißen zu wollen. Rein für nichts im Grunde. Das scheinen so Gegenwartspreisträger auch ziemlich in der Vorhand zu haben.
Musikalische Gruppen, Gruppierungen, Sänger erfahren hier Popularität, werden gepriesen - der Wahnsinn.
Mit Inhalten wird großgegangen, daß dieser Preis nun bereits über Jahre hinweg ad absurdum geführt wird. Lächerlich gemacht. Wenn damit, weil wegen denen, die hier Preise erhalten, nicht das bißchen mehr was in Ordnung ist. Daß eigentlich jede Fernsehstationendirektübertragung für derartiges das Unmögliche schlechthin ist. Dafür zu sorgen, daß so was in die weite Welt hinausgetragen wird. Fast die Schande unreflektiert.
So was abzusondern, wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" ...
Dann die restlichen Texte politischer Rechtsdrehender, die die letzten Jahre über da Preise stemmten. Die mit so was wie das mit sich Verkäufe haben konnten. Bis heute nun, daß deren Festivals nochgerade größer und größer werden. Daß man sich tatsächlich fragen kann: Wie kommt es nur dazu, daß die mit so was ausschweifende Verkäufe haben? Warum gelingt denen ihr Marketing? Wem ist das denn ein Anliegen hier, daß ich so was überhaupt ins Portfolio nehmen muß?
Ein bißchen Abstreiten ihrer wahren Hintergründigkeit reicht denen bisweilen auch schon, dann sind die, von denen mitzukriegen ist, daß sie etwa den sogenannten rechtsrausdrehenden "Identitären" den musikalischen Unterbau liefern, schon wieder aus dem Schneider. Rechtsaußen am Rad drehende Musikanten, die dabei Musikunterricht hatten und Klampfen halten können. Musikinstrumente praktisch in den Händen der Falschen. Wegen des geistigen Mülls, den man unbesorgt regnen läßt. Nicht die nächste Tonne wird für so was die aufgemacht, sondern solcherart Volk ein ziemlicher Reichtum gestattet. Bei vielen Konzertbesuchern, hohen Verkäufen. Statt da was von Haus aus wo Dinge abzulehnen, hat es seinen bösen Aufstieg bekommen. Ist das scheinbar nun das bei den hübschen Bräuten auf den Fotostrecken. Die langhaarige Blonde, die dem blondierten Kurzhaartypen oder Glatzkopf den Nacken herstreicht. Sich anscheinend die Witze der Gegend beibringen läßt.
Von denen, an denen was verschärft sein soll, kuhl. Einzig und alleine, was ...? Was denn? Für wen? Wo ist der Clou, daß man mal was im Überblick haben könnte, wie, warum?
Ich hab davon wirklich keine Ahnung. Ich hör mir das nicht an. Schon deswegen: Weil ich's mir jene Kategorien von Haus aus nicht besorge. Das, von dem ich auch nichts brauche. Nicht für eine Heimat, für nichts im Grunde genommen.
Und das mit sich mit dem definierten Körper mit dem eines ausgemergelten, mißhandelten, dem Tod nahen Auschwitz-Opfers zu vergleichen. Knapp am Brennofen vorbei ...
Wie da wohl einer mit dieser Diät zurechtkommen und aussehen würde. Jemand, der momentan gutgenährt scheint, durchtrainiert wirkt. Wechselt irgendwann das Gesicht in das Fahle, zu jenem Ausgemergelten der Todesnähe ...
Schuften zu müssen, trotz Hunger und Durst. Hergeschlagen. Absichtsvoll mißhandet, gefoltert. Nur knapp, daß man immer wieder noch mal zu sich kommt. Hat einen das Dunkel eines Schlafes, einer Ohnmacht übermannt, könnt's einem auch finster bleiben ... Da was mit sich aus der Welt eines Fitness-Center-Körpers zu vergleichen. Jemandem, der gut genährt ist, dabei Sport treibt. Ständig mit allem grundversorgt, Alkohol und Zigaretten.
Von dem abgesehen, wie alt das ist, welch einen Bart das hat, das mit Antisemitismus. Die Juden, das waren die Lieblingssündenböcke doch für DIE. Diese politischen Rechten der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Lachen da im Heute nicht die Hühner? So altvordern ist das.
Und so was geradewegs auch noch im Heute von sich zu geben? Das in der Gegenwartswelt, mit einem ziemlich unverhohlenen Verweis, direkt auf DIE? Daß man eingesteht, da was für sich genommen zu haben, was Unterbau an Vorurteilsverhaftung von denen, den "Nationalsozialisten". Für was von sich in Gegenwartstagen, echt wahr!
Das Zeug, mit dem die borniert rüberkamen, "jüdische" Geschäfte beschädigten, jüdischstämmige Deutsche angriffen, an Synagogen zündelten. Bis alles in einem Zusammentreiben von Straßenbewohnern gipfelte, für die man die "Endlösung" im Sinn hatte. Waren sie erst in die Konzentrationslager verbracht.
Nichts als die Wiederspiegelung alter Vorurteile im Heute, was mitzukriegen ist. Wie jenes Mittelalterliche, mit dem man gegen Sinti und Roma was hatte. Die "Zigeuner". Gegen gleichgeschlechtliche Liebe. "Unwertes Leben". Oder "entartete Kunst".
Intoleranz legt man an den Tag, weiter nichts. Und das ganz alt. Die Ideologie der Alten. Die sich zu Gewaltherrschern aufschwangen, nach der Jahr '33-Wahl. Bis ihr letztes Stündlein geschlagen hatte, sie bitter besiegt wurden. Nach '45 war das mit ihnen vorüber.
Zwölf lange Jahren waren sie mit ihrem Ungeist trotzdem allem aufgesessen. Darauf scheinen hier mancherlei Leute diese Gegenwartstage zu starren: die zwölf langen Jahre willkürlicher Machtausübung. In einem Despotenstaat. Bei gleichgeschalteten staatlichen Institutionen. Der Vorlauf in den zwanziger Jahren, als es einem besser und besser ging - und dann die zwölf ewigen Jahre der Macht.
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