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Blog von TeddeMehr

Viel was schleichende gewandelte Atmosphäre

13. April 2018 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware II

Durchaus was anders geworden seit der September-Jahr '17-Wahl.

Ein Wandel an Atmosphäre. Schleichend. Bei Parteien-Gruppierungen, aus unerfindlichen Gründen neu in einen Bundestag eingezogen. Leute, die dabei Worte von sich gegeben haben. Mit Rede daherkommen, daß für einen europäisch-deutschregionalen Einwohner allerhöchstens die Sprache klar ist. Deutschsprachig wird geredet. Wobei sich fragen läßt: Ist das sonst irgendwie Heimat?

Wenn man da was immer mehr hinzunehmen anfängt. Die Veränderungen überhaupt nur noch schwer wahrnehmbar. Von wegen einer gewissen Beiläufigkeit. Höchstens, wenn doch wieder jemand zufällig was mitgekriegt hat, eigene Schlüsse aus was gezogen und sich damit lauter erregt, daß ...  Ansonsten schleichen einem die Dinge. Daß man fast aufzupassen hat. Weil überall die Gefahr besteht, daß man doch selber auch noch was wiederspiegelt. Eine Gefahr, die so früher nicht in der Weise bestanden hat.

Das ist das, was tatsächlich los ist. Die Tatsache, daß da was nun beiläufig, wie selbstverständlich daherkommt. Wie ein dauerndes Hintergrundgeräusch. Das man ehedem deutlich hörte, jetzt aber gewöhnlich, üblich geworden ist. Daß man sich Kleinigkeiten, Zusammenhänge richtig ins Gedächtnis zurückrufen muß: die Tatsache, daß da was bis vor kurzem noch nicht in der Art war.

Da hatte man beispielsweise kein Geschwätz von wegen irgendwelcher "Heimat" nötig. Kein "Heimat"-Ministerium irgendwo. Ganz einfach, weil man daheim war, wo beheimatet - und darüber keine besonderen Worte verlieren mußte.

Jetzt jedoch. Seit kurzem. Von welcher "Heimat" reden hier welche? Eine "Heimat" - für wen denn plötzlich?

Was "Heimat"? Wer ist da in einer "Heimat" daheim? Ist diese "Heimat" dann sogar noch deine Heimat?

Hat beispielsweise so eine Heimat dieser politischen Rechtsrausdreher auch nur irgendwas mit dir zu tun? Das von denen, die geradewegs tun, als hätten sie keinen Wohnort mit dazugehöriger "Identität". Als ob hier wer eine "Identität" bräuchte, wie sie sie momentan verbreiten.

Was "Identität" denn nur? So was Altes? Daß man Ewiggestrigen was gibt.

Die "Identitären", das ist doch nichts weiter als was politisch Rechtsrausdrehendes. Dort Heimat zu haben - nee!

Diese "Heimat", die von denen, braucht die wirklich irgendeiner? So was dieser "Nationen"-Sorge, -Bekümmerung. Einer aus Tagen, wenn die nicht überkommen sind ... Und vor allem: Dürft's nicht zwischen den Deckeln dicker Geschichtsbücher beheimatet bleiben?

Doch so was, aus dem Ewiggestrigen, von Vorvorgestern. Ungeheure Unsäglichkeit. Oder nicht?

Bewiesene Ungemütlichkeit. Die von damals. Nicht wahr?

Als ob an den "Nationen" irgendwas Angenehmes war und ist. Daß man wegen ihnen sich da in Tage vor Adenauer, Erhard zurückwünschen müßte. Vor Adenauer, Erhard. In dumpfe, tristeste Zeiten von Obrigkeitshörigkeit. Blindem Gehorsam. Einem Gleichschritt von Stiefeln ... Bei denen mitzugehen, unter dieser Voraussetzung ... Das sich nur mal vorstellen - da waren Leute mutig. Für DIE! Für DIE! Bis die Tomaten einem von den Augen genommen wurden, dem Mutigen das klargemacht, daß er es erkannte, für was für eine Sippschaft ...

Wo man mit sich hinstiefelte. Mitging. Begleitete. Wie man geistig fehlgeleitet war, auf einem falschen Dampfer. Um sich als Überlebender vorzufinden, dessen Helden-Plaketten ... Zu vergessen waren. Als in die Irre Geführter. Böswilliger Täuschung unterlegen. Ge- und verblendet.

Zuletzt war das denn nur noch eine Kriegszeit, die dazu diente, Bestimmten noch ein paar profane Tage mehr zu schenken. Im Bunker drunten feierte einer tatsächlich eine Allerweltshochzeit mit einer Blonden. Ließ das von sich an der Heimatfront medial verbreiten, daß er nun geheiratet hatte. Nun hatte er eine Ehefrau.

Wie das mit dem gewöhnlichen Gassigehen mit dem großen Hundchen im Bunkeruntergrund immer so hinhaute, auch die Frage.

Ganz zu schweigen davon, daß man der breiten Öffentlichkeit den eigenen miserablen Zustand verbergen mußte. Das mit dem Tick. Den nervösen Zuckungen. Die einen unwillkürlich, unkontrolliert befielen. Daß es jedem klar sein hätte können, wie nahe es bereits war, das jähe Ende. Wie knapp, unmittelbar da Panzer bereits wo auf Plätzen rollten. Zu saufen hatte man weiter, Mädels, Frauen. Die bei allem mittaten. Bei Orgien.

Den wild rumzuckenden Arm, von ihm hinten auf den Rücken gehalten, den die Propagandamedien geschickt wegblendeten, herausschnitten aus den laufenden Bildern. Kundige, die einen anderen, propagandamäßigen, vorteilhafteren Bildschnitt wählten, als es die Realität war. Nicht den des hyperventilierenden Wracks. Das desjenigen, der kleine Jungs hertätschelte. Kinder, Teens, die für einen rausgehen sollten in die Straßenschluchten der Stadt, sich den angreifenden Heerscharen mit ein paar läppischen panzerbrechenden Granaten entgegenzuwerfen. Mutig. Entschlossen. Verblendet von ein paar Mut zusprechenden Worten, die man ihnen als der "Führer" flüchtig hinsprach. Als hätte das irgendwas Besonderes.

Obwohl alles lange nutzlos war, eigentlich. Es nur noch um die nächste Minute mehr sich drehte, die man seber noch gewinnen konnte. Ehe SIE ankamen. SIE. Die nebenher alles mögliche wußten, in den befreiten Gebieten entdeckt hatten, worüber man genau Bescheid gekriegt hatte, daß es die von der anderen Seite ... Daß Schlüsse hier gezogen wurden.

Das, was man im Schatten des Krieges noch in einem herausragenden Maßstab betreiben ließ. In manchem dem Kernland ferneren Lager. Was man umsetzte, was so ungefähr der eigenen angelernten breitgefächerten Vorurteilsverhaftung entsprach. Weil, man hatte schon seit altersher gegen viele Minderheiten im Volke was, man störte sich an gleichgeschlechtlicher Liebe, sprach was von "unwertem Leben", das nichts als ein Kostenfaktor sei.

Damit verwirklichte man sich, ließ in dieser Geisteshaltung von hinter dem Beamtentisch hervor in Vernichtungslager verbringen. Der Maßstab: ein industrieller.

Das wußte man auch, daß das Bild aufgedeckt war. Deshalb entschied man sich zuletzt auch, fast in letzter Sekunde, für Selbstmord. Um nicht doch noch lebend jemandem in die Hände zu fallen.

Die Blondine, die man geehelicht hatte, starb. "Blondi", der Hund ... Der Reichspropagandaminster, seine Frau, seine gesamte blonde Kinderschar ... Nur Göring einer, der wollte eine Zeitlang noch sehen, wartete ab. Ehe er in den Zyankali-Zahn in seinem Mund hineinbiß.

 

 

 

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