Noch genauer nach Asteroiden gucken
Das mit den Asteroiden war schon immer wieder die letzten Jahre ein Thema.
Weil man sich davor fürchtet, so ein übergroßes Teil könnte auch auf der Erde einschlagen. Mit genauso verheerenden Folgen, wie in der grauen Vorzeit schon öfters. Wäre etwas von massiverer Zusammensetzung wie ein Gerät, das hauptsächlich aus Eis zusammengesetzt ist.
Deshalb sprach man populär auch schon mal von einer "Asteroiden-Abwehr", die man aufbauen möchte. Daß man vorbereitet wäre, flöge was zu nahe an die Erdenwelt ran. Daß man in der Lage wäre, Waffen auf den und den Asteroiden zu richten. Sobald der erkennbar auf einer Bahn daherkommt, auf der er in die Erdatmosphäre geraten könnte. Den natürlichen Planetenschutz zu überwinden und auf der Erde einzuschlagen.
Nur - passiert scheint deswegen nicht viel. Ein bißchen heiße Luft an Gerede, sonst hat sich nichts abgespielt. Eigentlich, daß man auf das Wenigste vorbereitet ist. Nebenher erzählt man nur immer so Sachen, wie groß man doch wäre, welche universellen Erkenntnisse einem bereits zuteil wurden. Der "Urknall" genau erklärt und so.
Da könnt ich mir vorstellen, daß der Asteroid "Oumuamua" und dessen Oberfläche, wie die auf einem Foto in Sicht geriet, durchaus für Aufregung sorgte. Trotz der "Stille" auf dem Asteroiden, von der nun alle Welt weiß, weil man es der breiten Öffentlichkeit in der Weise auseinandergesetzt hat. Nur, Staat und Militär und so, von der Seite her, da könnten nachhaltiger Anfragen eingegangen, Wißbegierde an den Tag gelegt worden sein. Selbst bis in die Gegenwartstage. Ansagen von ganz oben an die Gehörgänge von so Sternenguckern, genaure Erkundigungen, wie ernst was sei, wie man denn da die Dinge zu nehmen hätte. Angesichts von Einzelheiten, wie sie auf der Fläche des Asteroiden "Oumuamua" mit bloßen Auge zu gewahren sind. Ist man erst mal aufmerksam geworden, sich diesen Begebenheiten bewußt, kriegt man's nicht ohne weiteres weg.
Zwar hat man der breiten medialen Öffentlichkeit was von einer "künstlerischen Darstellung" nahegebracht. Nichtsdestotrotz, den Asteroiden wollte man eigentlich nicht aus den Augen lassen. Bis er eben mit Höchstgeschwindigkeit davongeschossen ist. Eine ungeheuerliche Geschwindigkeit von 108.000 Kilometer pro Stunde, darf man den nachlesbaren Nachrichten glauben.
Und das, nachdem sie ausgiebig herumdiskutierten, der Asteroid wäre in einem solchen Schneckentempo auf der Reise, daß er seit ewigen 800.000 Jahren reiste, von außerhalb ins "Solarsystem" einzudringen. Vor 800.000 Jahren, daß es ihn aus einem System herausballerte, als dort was mit dem oder den Zentralgestirn in die Binsen ging. Heute ist es nun das, ein Zwiefachsystem, wie etwas, das einen Bezug zu "Star Wars" hat, weil dort manche Szenerie der Filmreihe ja auch in einem Dopplersystem ihren Ausgangspunkt hat. Also: Alles gerade passend gemacht, was Kinostreifen anbetrifft.
In einem lauen Touristenschrittempo wurde der Asteroid lang und breit üblich, langweilig beschrieben. Um dann - Überraschung im März des Jahres '18 - loszuknallen. Quasi von Null auf eine Geschwindigkeit hinauf, daß jedem die Ohren schlackern. Von einem Drittel der Lichtgeschwindigkeit, daß gesprochen wurde, mit der der Asteroid ratzfatz aus dem Sonnensystem hinausknallte.
Stellt man sich das mal vor, hält sich das vor Augen: ein Drittel der Lichtgeschwindigkeit. Ein Drittel der Lichtgeschwindigkeit, da vergeht einem die Lust, ins Weltall rauszugaffen. Weil, hat wer oder was ein Drittel der Lichtgeschwindigkeit oder mehr drauf, dann ... Dann kann man vielleicht daran denken, daß manches am Sternenguckerberuf zwar noch genauso beschaulich, bequem ist wie zuvor. Daß man aber, auch wegen so neugierig-nervösen Obrigkeits- und Staatsbeamtenanfragen manche Optik doch noch mal schärfer gestellt Richtung der beiden Asteroidengürtel richtete. Auch ein bißchen zittrig ab und zu, nicht plötzlich was ängstlich Befürchtetes in Bild zu kriegen. Vielleicht was, das sich zufällig um die Achse gedreht hat und in der Folge nach dem Asteroiden "Oumuamua" ausschaut. Dem ähnelt. Bei veränderten Zeichnungen am milchigen Kristallschmelz seiner Oberflächenstruktur. Oder geradezu, daß das am Monitor doch der Asteroid "Oumuamua" ist. Glattweg der das ist. Als hätte der einer geraden vorausberechneten Flugbahn nicht folgen können, mögen. Hätte kurz eine Kurve, Abbiegung wo genommen, nochmals in Sonnensystem einzufliegen. Um jetzt langsam, bedächtig zu sein.
Ein Brocken, der Ähnlichkeiten mit dem Asteroiden "Oumuamua" hätte, wirklich nicht weniger schrecklich wie der Asteroid "Oumuamua" selber. Unter der Voraussetzung könnt einem fast die Milch im frisch maschinenfabrizierten Morgenkaffee blitzartig sauer werden. Angesichts der weiten Schauderhaftigkeit des leeren Raumes. Beim Nachdenken über Einzelheiten, im Radius von elf, zwölf, dreizehn Lichtjahren. Eins, zwei, drei - ein Kinderabzählding. Warum geht man noch in die Arbeit? Man hat Familie, hätt doch auch bei der daheimbleiben können. Dort seine Ruhe haben können, oder? Ruhig ist hier seit "Oumuamua" nichts mehr. Alle Beschaulichkeit, ade. Wenn man Angst haben muß, daß man jede Sekunde was sieht, das man nicht sehen möchte: "Oumuamua"-Ähnlichkeit. Schmelz droben, was darunter eingebacken. Wie Hieroglyphen. Nein, danke!
"Dr. Who" und das, das hat man restlos aus dem Abendunterhaltungsprogramm gestrichen. Da mag keine Freude mehr aufkommen, sich das anzusehen. Sich die ganzen Monstergestalten zu begucken, die im Laufe der Filmhandlung auftauchen, obzwar sie regelmäßig besiegt werden. Nur, das am Fernsehgerät, das ist Fiction mit Schauspielern.
Alles wegen dieses Drecks-"Oumuamua". Verfluchter Asteroid.
Ein angeschärfter Blick - obwohl man lieber wegschauen will. Nichts mehr eines Asteroiden mitkriegen. Auch wenn's der Sternenguckerberuf ist.
Tun könnt man so oder so - nichts.
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