Ein neuer Planet fürs System?
Hatte schon mal so einen Artikel in einem Wissenschaftsheftchen, daß man, dort am Rand des Sonnensystems, so einen Himmelskörper wahrgenommen hätte, weit größer als "Pluto".
Das heißt, wegen dem, wegen dieser Sichtung, hat man seitdem die allgemeinen Lehrbücher, das an Schulen und Universitäten und so, nicht umgeschrieben. Nicht für eine besondere Zeile.
Aber nun, heute, scheint man durchaus was anderes im Sinn zu tragen. Vielleicht. Eventuell kommt's in der Gegenwart für "Pluto" drauf an. Man müßte sich eben auf der ganzen Welt auf so einen besser dimensionierten Gesteinsbrocken einigen können. Daß irgendwer mal wo was sichtet, was die "Pluto"-Größe übersteigt, da drauf kommt's nicht an. Sondern auf das, was ALLE wollen, nicht vielleicht irgendeiner unbestimmt.
Überdies mag's dort, im verborgenen, am Sonnensystemrand, noch was viel gewaltigeren Umfangs geben. Etwas, das man "nur" sichten müßte. Vielleicht so wie Kolumbus, der nicht nach Indien "fuhr", sondern Amerika entdeckte.
Das würde groß sein, hätte man sich und seinen Namen bei so was in den Büchern. Daß ein von einem entdeckter "Planet" den eigenen Namen trüge. Oder man würde nur so als der Planeten-Entdecker immer mitgenannt. In der Zukunft. Wie Kolumbus.
Wird man sehen müssen, ob "Pluto" demnächst seine Schuldigkeit getan hat. Ob es einen neuen Namen auf der Planeten-Palette gibt. Einen Planeten, der auch ungefähr die Maße haben muß, "systemisch" sein zu können.
Was also für ein Ruhm, hätte man selber so einen Brocken ausfindig gemacht. Bei dem möglichst wenig mehr übrigbleibt, als mit ihm zu einer weltweiten Übereinstimmung zu gelangen. Für jeden Verorter des Bestimmten fast wie ein Lottogewinn.
Und nebenher wird alles, was am Sonnensystemrand so kreucht und fliegt, mitkartografiert. Tauscht man sich rund um den Weltball aus, was man bis dato vor die Optik kriegte. Praktisch, daß öfters das eine oder anderemal ein neuer großer "Hochlader", eine "Aktualisierung" ankommt. Wie was von "Mikroweich" und so wenigstens einmal im Monat. Bei dem, wie man verschärft guckt, kommt's sicher alle paar Tage zu einer Veränderung der Asteroiden-Karte. Welche Noten man auf der Skala der Asteroiden-Klassifizierung verteilt. Eben: größere - kleinere Asteroiden-Körper. Muß man sich lediglich einig darüber sein, wie klein was sein darf, daß ein Bröckchen noch als wahrer Asteroid hinzugefügt werden darf.
So was wie den Asteroiden "Oumumua" würde man da sicher nicht außen vor lassen. Der Asteroid "Oumuamua", so einen halben Kilometer lang, ein Fünftel davon circa breit. Daß man sich was wie den nicht auch mit ansähe, ziemlich unwahrscheinlich. Bei dem Nebenaspekt, mal eine genauere Asteroidenzahl zu ermitteln.
Unter dieser Voraussetzung: großes Asteroiden-Gucken, Grenze des Sonnensystems. Vielerorts auf der Erdenwelt. Mit Hilfe der in den Äther geschossenen, kaum irgendwas verfälschenden Guck-Instrumente dasselbe.
Einer soll größer sein wie "Pluto", da drum dreht's sich. Die anderen, die nur so hinkommen, die vielleicht auch so "Pluto"-Größe knapp noch erreichen, da hat man dann beizeiten eine ganz genaue Karte für.
Da könnt's aber momentan schon mal so was von anderer glotzender Starrerei geben. So nicht die geschäftsmäßigen, ungerührten Blicke vor der "Oumuamua"-Zeit. Als man sich wegen nichts irgendwie aufregen mußte. Damals, als die Asteroiden einfach alle nur so verstaubte Asteroiden waren. Nicht mal ansatzweise was anderes. Was Gräßlicheres, Schrecklicheres. Eine Kleinigkeit aus der Wahrscheinlichkeitsrechnung, die man nicht liebt, weil sie einem den Angstschweiß auf die Stirn treibt. Daß das Rausstarren ins Weltall unvermittelt was für den Schauder ist, ein regelrechter Horror.
Bei dem, was "Oumuamua" auch noch sein konnte. Was, von dem man der Welt eigentlich durchaus Mitteilung machte. Seinen guten Ruf bei Kollegen riskierend: "Man ist hier nicht unter "Ufologen". Mit "Science fiction" und Horrorgeschichten haben wir nichts zu schaffen". Ist doch klar: nichts, was man nicht offiziell weiß, weil's nicht anders hinhaut, das weiß man auch nicht. Wie man das mit den "Planeten" da und dort in Systemen offiziell ja auch erst heutzutage weiß. Höchst ungern gibt man das zu. Während man doch ein paar ferne Planeten in einer Umgebung ausmachte, daß selbst das Leben dort ein Gedanke wäre. Angesichts dem auf der Erde. Nur alles so weit weg, irre große Entfernung. Lichtjahre. Äonen fern.
Bloß, hat so ein verfluchtes Dings urplötzlich ein Drittel Lichtgeschwindigkeit drauf, stimmt das, was man liest. Dann ...
Feuchte Hände.
Einmal war der Asteroid "Oumuamua" nahe der Erde. In einem Touristenbus-Tempo. Passiert ist zu der Zeit nichts Besonderes.
Ein Drittel Lichtgeschwindigkeit. Weiß man, daß da "Tau Ceti", zwei, drei weitere Möglichkeiten im Elf-, Zwölf-, Dreizehn-Lichtjahre-Radius ... Der Rest ist alles relative "Freak-Schau".
Da könnt wo was herkommen, einen Herkunftsort haben. Bei der Deutlichkeit der Erde, betreffs dessen, wie auf der Erde das Licht angegangen ist. Die große Lichtverschmutzung, die auf Erden vorherrscht, seit lange mal ... Sagen wir mal über den Daumen gepeilt: ein Jahrhundert lang. Seit einem Jahrhundert, daß es beständig heller wird auf Erden. Die Erde wie ein leuchtender Lampion.
Das Licht an sich benötigt für eine Fahrt nach "Tau Ceti" lediglich zwölf Jahre. Zwölf Lichtjahre sind zwölf "kurze" Jahre.
Betrachtet man sich dann das: ein Drittel der Lichtgeschwindigkeit. Bei einem Drittel Lichtgeschwindigkeit von wo aus dem "Tau Ceti"-Radius abzureisen. Vierzig, fünfzig Lebensjahre eines Menschen.
Wenn der Mensch mit sich und dem, was er ist, Richtung "Tau Ceti" kommen könnte ... Da könnt man sich glattweg auch bedroht fühlen.
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