Der angeschärfte Blick
Es gibt einen schärferen Blick ins Weltall heutzutage. Das gilt nicht nur für die Fernsicht in die Untiefen des Weltenraumes hinein. Sondern auch für die nähere Umgebung des bekannten Sonnensystems.
In dem System sieht man heute Sachen, wie man sie früher nicht unbedingt so zu Gesicht gekriegt hätte.
Man nähme etwa den Asteroiden "Oumuamua". Überlegt man sich nämlich das, daß dieser Asteroid lediglich so vierhundert Meter Länge besitzt, so eine Breite von achtzig Metern. Weniger als ein halber Kilometer. Beguckt man sich diese Ausmaße für das Sonnensystem, war der Asteroid "Oumuamua" regelrecht wie ein Staubkorn am Fußboden, eins, das man sich in der Erdumgebung unvermittelt näher betrachtet hat. Um manches auf ihm zu entdecken, weswegen man den Asteroiden "Oumuamua" kurz darauf als eine "künstlerische Darstellung" zu benennen und abzutun beeilte. Von wegen so obskuren Zeichnungen auf einem scharfgemachten Fotowerk; am Ende Bilder, auch noch ohne "Zoom" beim Hinsehen zu gewahren. Auffällige, nicht gefällige Kleinigkeiten auf der Oberfläche.
Was zur Folge hatte, daß damals, als der Asteroid im Jahr '17-Jahr der Erdbahn nahekam, einige Wissenschaftlerwelt sogar mit dem Loskreischen anfing. Der Asteroid "Oumuamua", mit ihm hätte man ein "Raumschiff" vor Augen. Einen extraterrestrischen Flugkörper, künstlich von einer erdfremden Intelligenz erschaffen, zusammengepappt und irgendwo in einer Sonnennähe bei größerer Hitze aufgebacken, bis alle Teile am Asteroiden auch bei Extremen eins A zusammenhielten. Was milchige Kristallstruktur wirkt am Bildnis droben richtiggehend, wie wenn ein Bäcker an einer Torte die Sahne herab- und glattgestrichen hätte, guckt man mal länger hin.
Was auch immer, das, als was man den Asteroiden bezeichnete, es wurde alsbald, als das Thema zu tolle zu werden anfing, niedergeschlagen. Wer was auf sich hält, im Forscherleben besonders zu einem Status gelangen möchte, eventuell einen Aufstieg in diesen Kreisen haben, der wird das wohl nicht mehr, Dinge so wiederholen, wie er sie damals an Meinung zu dem Asteroiden "Oumuamua" von sich gegeben hat. Es sei denn, er oder sie ist eine herausragende Koryphäe in dem und dem Forscherberuf, daß man über die Exzentrik eines Einzelnen hinwegsieht. Nur jedem wird man das sicher nicht in der Weise empfehlen können.
Ohnehin ist der Asteroid "Oumuamua" in der Gegenwart kein besonderes Problem mehr. Außer als eine gewisse Störung des Betriebsfriedens. Das Fluggerät hat sich eigentlich im März '18 verabschiedet. Das Sonnensystem nach einer gewissen Zeit der Anwesenheit, ein gesichertes halbes Jahr unter menschlicher Beobachtung, mit einem regelrechten Geschwindigkeitsknall verlassen. Peng - "Oumuamua" zischte raus und weg, hinein in die ätherische Weltenleere der Sonnensystemumgebung, in der weithin nichts als Sonnen-Freaks nahebei existieren sollen. Nichts der Rede wert. Worüber viele Wissenschaftsleute seit Jahren nicht unglücklich sind. Daß es da nichts Besonderes in der Nähe gibt als ausgebrannte, verloschene Sonnen, höchstens für den Wissenschaftsgeist, der Erkenntnis sucht, interessant. Sonst kann von dort nicht viel kommen, außer rumirrendes Gestein. Irrläufer, aus den Tagen, als die diversen Sonnenkörper implodierten. Das wähnte man zumindest für sich, eingedenk der gewaltigen, beruhigenden Entfernungen im All.
Erst in so elf, zwölf, fünfzehn Lichtjahren Entfernung wird es wieder böser, unübersichtlicher. Zwei, drei Systeme sind dort. Reellere Sonnen mit ihren Möglichkeiten. Vielleicht manchem im Heute wieder viel zu nahe an dem Planeten "Terra". Schon gar nach dem Horror, Grusel "Oumuamua". "Oumuamua", der richtiggehend für Wachheit sorgte, mancherlei Gähnen aus Gesichtern löschte. Nach dem, was "Oumuamua" anderes sein könnte, als so ein Asteroid, Meteor. Kommt ja ganz auf den Standpunkt an. Was man sich als Denken erlaubt. Und daß "Oumuamua" das wissenschaftliche Bewußtsein nicht vollends verlassen hat, beweisen immer wieder so kleinere, größere Artikel. Beispielsweise so eine Meldung, daß "Oumuamua" auch ein Meteor sein hätte können. Wenigstens gab es so Artikel vor kurzem fürs interessierte breitere Publikum zu lesen, als hätte dort wer noch mal die Erinnerung an "Oumuamua" gebraucht.
Mit einem Drittel Lichtgeschwindigkeit soll "Oumuamua" zuletzt aus dem Erdsystem rausgedüst sein. Da wird einem unter Umständen nur leichter ums Herz, wenn diese Lichtgeschwindigkeit mit dreihunderttausend Kilometern in der Stunde beschrieben wird. Also nicht mit dem Faktor drei Komma sechs multipliziert.
Acht Minuten braucht das Licht trotzdem, das von der Sonne aus auf der Erde eintrifft. In ein paar Sekunden ist Lichtschein von der Erdkugel aus auf dem Mond, eine minimale Verzögerung, nicht der Rede wert. Während ein Drittel der Lichtgeschwindigkeit, ist ein Flugkörper so rasend in den unendlichen Weiten des Weltenraumes unterwegs, in knapp vierzig Jahren oder so in elf, zwölf Lichtjahren Entfernung eintrifft. Aber, vierzig, fünfzig Jahre ...
Wie gesagt: Früher hätte man von dem Staubkorn "Oumuamua" von der Erde aus überhaupt nichts mitbekommen. Vierhundert Meter sind nichts Gewaltigeres, daß es dem hinguckenden Auge nicht entgehen hätte können. Aber, in Gegenwartstagen. Heute sucht man zum Beispiel auch nach einem größeren Planeten am Sonnensystemrand. "Pluto" ist in dem Sinne bereits längst gestorben, soll durch einen größeren Planeten-Korpus ersetzt werden.
Und bei allem, was einem in der Gegenwart unterkommt, mißt man rum. Will ganz exakt wissen, wie geschwind einzelne Teile im Weltenäther rumstürzen. Ältere Geschwindigkeitsangaben reichen nicht länger aus. Fast könnt einem das was zu sagen haben. Einem Einzelheiten erzählen. Das, daß man zur Ansicht gelangen könnte, es herrsche ein klein bißchen eine Unruhe, Nervosität auf der großen Wissenschaftlerbühne vor. Nach "Oumuamua" nochgerade. Als wäre der ein Fanal gewesen. Angesichts der unsäglichen unmöglichen Wahrscheinlichkeiten des Weltraums. Daß man eine Fratze der Angst neben sich blicken könnte. Beim Angucken von "Dr. Who". Obwohl die Szene am Monitor doch spaßig war, verdreht, unernst gespielt. Nichtsdestotrotz: manch greuliches Lebewesen, das die Serie präsentiert. Nichts irgendwas, das einer unbedingt in Echt bräuchte. Überdies so ohne den "Doktor". Ein "Doktor", von dem weit und breit nichts ist. So als Beschützer der Erde ist nirgendwo ein "Doktor".
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