Länge, Breite und Tiefe
So eine Länge. Über sie mal nachzudenken ...
Eines der längsten Flugzeuge auf der Erdenwelt: 117 Meter breit, 72 Meter lang.
Riesige Containerschiffe, die durch die Weltmeere schippern. Eines der größten hat eine Länge von 400 Metern, sechzig Meter Breite und einen Tiefgang von 16 Metern.
Hm, nun den Asteroiden "Oumuamua", ein winziges Staubkörnchen im weiten Sonnensystem. In die Erdnähe war der geraten, im Jahr '17 nach dem Millenium. 400 Meter lang hat man ihn circa abgemessen, eine Breite von 80 Metern, bei einem Tiefgang - muß man im leeren Raum vielleicht nicht wissen.
Läuft man auf einem der größten Containerschiffe der Welt die Strecke von Bug bis Heck ab, könnte man sagen, man hat auch die Länge des Asteroiden "Oumuamua" durchmessen. Beguckt man sich das, 400 Meter Hürden oder 400 Meter freiweg hindernisfrei, das sind olympische Disziplinen, in denen Goldmedaillen vergeben werden. Männ- und Weiblein laufen diese Wegstrecke. In gut einer Minute könnte eine trainierte Person von einem Ende von "Oumuamua" zum anderen gerannt sein, befände der sich irgendwo auf einer Erdstation.
Vierhundert Meter Länge und achtzig Meter Breite, bei einem gewissen Tiefgang. Überhaupt nicht so gigantisch, das, stellt man sich das mal vor. Obzwar nicht gewaltig in der Abmessung - doch gewissermaßen eine kleine Insel, auf der man auf dem Wasser anlanden könnte. An Land gehen.
Außerhalb der Erdnähe hat man den Asteroiden "Oumuamua" vor dem scharfen Auge eines Teleskops gehabt. Von Hawaii her hat man ihn das erste Mal gemeldet. Zumindest öffentlich.
Man hat den Asteroiden "Oumuamua" nicht nur wahrgenommen, ihn auch abfotografiert. Heute wird das eine, bestimmte Foto, das weltweit am Globus geisterte, als eine "künstlerische Darstellung" benannt. Fast zum Zwecke der Herabwürdigung. Scheint's mit dem Hintergrund, irgendwer hätte per Fotobearbeitungsprogramm irgendwas an der Aufnahme angestellt. Eben so "rumbearbeitet". Womit das mit den Zeichnungen und allem am Asteroiden/Meteoriten am Ende nicht ernst zu nehmen, anzuzweifeln wäre.
Der Asteroid, so deutlich am Bild, mit seiner Oberflächenstruktur und dem, was diese dem Betrachter zeigt. Was ihm bei Hingucken deutlich werden könnte.
Auch ein Meteor könnte "Oumuamua" heute gewesen sein. Dahingehend gab es unverlangt zuletzt ein paar Profanartikel zu lesen. Als hätte die Neuigkeit, "Oumuamua" ein Meteor, irgendwen zu interessieren. Außer daß man denn durch die Textzeilen drüber was Bescheid kriegt: Der Asteroid "Oumuamua",weiter bei den Wissenschaftlern am Aufmerksamkeitsradar droben. Verlassen hat der Asteroid "Oumuamua" die nicht. Nach der gesicherten Wahrnehmungszeit "Oumuamuas" von September, Oktober des Jahres '17 bis März des Jahres '18. Daß sie so und so weiter an "Oumuamua" denken, vielleicht nebenher ihre Datenflut klarmachen. Das, was sie an Daten erhoben haben, was ja normal ein wenig dauert, bis es gesichert ist.
"Oumuamua", der dort bei den Wissenschaftler die Tage weiterhin stört. Dieses eine zusammengepappte Gesteinsteil "Oumuamua", das sie mal in Vernunftstexten als bockend beschrieben, ständig sich um die eigene Achse drehend. "Bockend", als würde der Asteroid andauernd von im leeren Raum rumirrendem Bröckchen getroffen und davon in Mitleidenschaft gezogen. Daß sich sein Flugverhalten durch so was erklären ließe.
Monate ist dieser Asteroid, "Oumuamua" geheißen, nun allerdings schon fort. Aus dem gesamten Sonnensystem, daß er hinausschoß. Mit einer Geschwindigkeit... Ein Drittel der Lichtgeschwindigkeit soll es gewesen sein. Am Schluß beinahe ein "Drittel der Lichtgeschwindigkeit".
Ein Drittel der Lichtgeschwindigkeit. Der Asteroid "Oumuamua", schon mal für ein "Raumschiff" gehalten, überraschend ein wahres, irres Weltraumgeschoß.
Nur, daß einem das mit dem einen Drittel der Lichtgeschwindigkeit ein wenig verkompliziert wird. Beguckt man sich das, daß das Licht 300 000 in der Sekunde schnell sein soll. Nicht in der Stunde. In der Sekunde.
Daß es auch schon wieder die Frage ist, was man davon halten soll, wenn die einem mitteilen: der Asteroid, ein Drittel der Lichtgeschwindigkeit schnell. Also: Der eine Faktor 3,6 miteinberechnet, wäre das über dreihunderttausend Kilometer in der Stunde schnell gewesen. Wenn das Licht auf 1,1 Milliarden Kilometer in der Stunde überallhin rumreist.
Allerdings: der leere Raum, in dem der Festkörper an Tempowucht gewonnen hat.
Schon aufregend. Erschreckend erregend. Man siehe, Wissenschaftler, die messen derzeit alles und jedes ganz genau. Haargenau wollen sie das mit den Geschwindigkeitsangaben haben. Das, mit welcher Höchstgeschwindigkeit was im Weltraum auf der Reise ist. Alte Tempoangaben reichen ihnen geradezu nicht länger hin. Sie brauchen überall neue Wahrnehmungen der Exaktheit. Wie sie einen neuen Planeten brauchen, der "Pluto" ersetzt.
Man halte sich noch mal vor Augen: vierhundert Meter war "Oumuamua" lang, hatte eine Breite von so achtzig Metern.
Ein "Staubkorn", das man da ablichtete, "Oumuamua" taufte. Als es nahe der Erdatmosphäre eingebremst "verhielt". Ein Bildchen mit so viel Beiwerk anbei. Daß das mit der "künstlerischen Darstellung" stimmen könnte, auch wenn kein Mensch an dem Foto rumgedoktert hat, das nichts als eine scharfgemachte Bildqualität ist. "Künstlerisch" könnte dran mancherlei sein.
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