Einige immer weniger was an und manch andere Nacktheit
Komisch, was Schlager-Bräute so treiben. Die "Schlager"-Welt. Richtiggehend burleske Nummern mit jede Menge Einblick, die manche bei ihren Bühnenauftritten hinlegen. Hart die Winkel, Nischen. Das, mit dem Anschärfen derer aus dem Publikum. Bloßer kürzerer Rock mit Blick auf die Beine bei der Möglichkeit von Zufallsereignissen reicht nicht mehr hin.
In Videos wird nun überall bei sich hingefaßt. Beinahe gerade jede am Schlagerhimmel momentan. Die sich aufführt, als hätte sie es ... Als gäbe es außerdem bei so was keine Schattenseiten, blinzelt man Leuten zu deutlich zu. Welchen, die man eigentlich nicht so braucht, die aber in der Lage sind, hinterherzureisen, willens, einen auf Schritt und Tritt zu verfolgen. Und das, obwohl es unvorstellbar wäre, jemals mit einem von ihnen ins Bett oder sonstwohin zu wollen. Trotzdem gewährt man jedem diese Einblicke, heizt auf. Wenig, das man dabei selbst noch an sich verhüllt, als wär das mit der Phantasie bei Leuten lange unbestimmt weitergezogen. Jetzt eben das, daß man sich zwischendurch mal selber streichelt. Bei sich über Stellen streicht. Als wärs dort sonstwie heiß. Würde, hätte gern.
Aber, es ist nicht nur das am Abgehen. Zu diesen eben in der Jetztzeit zur Kenntnis zu nehmenden Szenen aus der Schlagersternchenweltengegend gibt es ganz was anderes dazu. Konzerte, die abgesagt werden, unterbrochen. Die Polizei, die und die Gruppe beim Spielen ihrer Musik stört.
Das Getue von ein paar, die als Rechtsrausdreher-Musikgruppe auftreten, wird angehalten. Das mit dem, ansagermäßig an den Bühnenrand ranzutreten und so einen Gruß vorzeigen. Der ehedem die reine Nachäffung des olympischen Grußes war. Und das meinen Seltsamgestalten, die sich ausreichend genug für Bühnenauftritte fühlen, insbesondere das wäre im Heute was Verschärftes. Dieser eine Armreckergruß: eben weil der zu was des Verbotenerem gehört, müßt da dran auch nur irgendwas an sich ein Bringer sein. Für irgendwen, der kuhl sein möchte.
Gruppen aus diesem Lager, von denen einige berühmtere die Gegend ebenfalls schon existieren. Gruppenmitglieder, die, wegen des Verkaufserfolgs der veröffentlichten Ware und tatsächlich einiger Preise dafür, das Interesse der breiteren Öffentlichkeit erfahren. Daß sie Funk und Fernsehen für Gespräche zur Verfügung stehen sollen, sich dafür bereitfinden. Dabei das Eindeutige bei sich wortgeschwängert leugnen, abstreiten. Ungefähr so sprechen: "Nein, mit diesem 'Nationalsozialismus' haben wir nichts am Hut. Das streiten wir ab, daß was Textlinie in dem Zusammenhang steht. Was können wir denn dafür, wenn Leute jenseits der Auftrittsbühne denken, wir würden so was inhaltlich andeuten, darauf verweisen. Als hätten WIR mit so was zu tun? Mißverständnisse bei Inhalten kann es überall geben. Wir sind DAS jedenfalls nicht, wir bestreiten DAS."
Nichtsdestotrotz, herrscht da dieses Blinzeln weiter vor. Ein unzweideutiger beiläufiger Augenaufschlag. Etwa beim Spielen alten Liedguts von einem. Oder dann, wenn man Publikumswünsche erfüllt. So tut, als wär man darauf nicht vorbereitet gewesen, brächte das Alte, länger nicht aufgeführt, spontan.
Groß hat rechtes Zeugs in der Gegenwart Zulauf. Selbst solcherart Festivals häufen sich, nochgerade auf europäischdeutschregionaler Landesfläche. Dort erleben die Veranstalter einen Ansturm, schwer zu fassen, was gegenwärtig für eine Verwirrung zu herrschen scheint, was geil sein soll, brauchbar für den Abgebrühten. Selbst bunt gekleidetes Volk blickt man dort, das meint, es steht auf "SS". Das andeutend, das einen massiv Runterziehende, den Charakter Verändernde aus dem Gestern wäre eine Süßigkeit vom nächsten Kindergeburtstag. Damit könnte man sich sorgenfrei naiv ein "Glücks"-Mahl gönnen. Jenseits von dem, was DAS ehemals in Wirklichkeit war: das Hinterletzte, der Abgrund schlechthin.
Muß man sich vorstellen, in so einem unzweideutigen spöttelnden Schwärmerei-Gewand ("I love SS") gehen da Gestalten auf ein Festival. Ziemlich fern von allem auf "Wacken". Und doch sind auch viel zu viele dort, bei so was, die auch gerne nach "Wacken" aufs Festivalgelände kommen. Nur eben, jetzt sind SIE auch auf so einem Festival am Gelände. Als wäre es ... Klar, es brettern ihnen durchaus harte Gitarrenriffs entgegen, schallt ihnen undefinierbarer Gesang. Wobei, wenn man im Grunde sogar um die Inhalte ungefähr Bescheid weiß. Es sind kleine Unterschiede bei Textläufen und ihren Hintergründen, wie sie einem etwa in "Wacken" klangen. Wobei, zu allem Überfluß, das auch noch, die ruhmreichsten Gruppen so jener Rechtsrausdreherfestivals, die haben tatsächlich allesamt schon mal in "Wacken" gespielt. Jetzt steht ihr Gruppenname allerdings woanders ganz groß oben, ist ein Anreißer für ein Festivalpaket, das man besser nicht in Worten zu beschreiben anfangen sollte.
Schwer was los, derzeit. Die weiblichen Schlagersternchen tun ganz so, als hätten sie es sonst wie von nötig, reißen sich bald den letzten Fetzen Gewand vom Leib. Als könnten sie bald, bei Ringelpietz mit Anfassen ... Und dann das - das mit dieser gewaltigen Entblößung, daß man unter sehr vielen populär wo sein kann als Besucher, Künstler, wo die braune Soße nur so trieft.
Zwar nicht so recht glasklar die Brühe bei den Hauptanreißergruppen. Aber bei denen, die nebenher noch so auftreten ... Dort hat man noch nicht so vieles davon gehört, daß man sich bei einem Mikrophongespräch vielleicht besser verstellt, harmlos von sich redet. Bei den mannigfaltigen Freundschaften, die die Musiker dort untereinander pflegen. Bei rauhem Gitarrenklängen und zwischendurch was der Mittelaltertröte. Die einen sind mittendrinnen das noch pur, während die anderen das IHRE eher verbergen. Aber vielen reicht ohnehin ein Augenblinzeln hin, um wieder aufs neue über alles Bescheid zu wissen: ernster zu nehmen waren die vernünftigen, leugnerischen Sätze denn nicht. Das mit dem empörten Bestreiten von Sachverhalten. Außerdem: sonst würde man es doch nicht zwischendurch auch wieder mal spielen, samt den Gesängen hören lassen. Oder nicht?
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