Die aus den Nachtschatten, das Wort vom Wolf im Schafspelz
Es läßt sich nicht so ohne weiters sagen, was derzeit so los ist. Warum so viele diese Aufregung aufführen, sich an ihr beteiligen.
Sich mitreißen zu lassen, das ginge ja fast gar nicht.
Eher schließlich alles nicht so recht geheuer. Das, derzeit. Was da so aus den Nachtschatten rausdrängelt. Fast eher wie der Wolf im Schafspelz anzusehen wäre; niemand, dem man insbesondere Vertrauen entgegen bringen sollte. Bloß, weil der oder die ein wenig besser die deutsche Sprache spricht als manch andere. Dir "Deutsch" vorkommen möchte. Das "Deutsche" als der wesentliche Punkt. Des Pudels Kern.
So das geradezu, das so östlich am Drängeln ist. Hervorkommt aus den Schattenumrissen. Allerdings giftige Nachtschattengewächse, die hochwachsen. Sich im Grunde bei bestem Licht urplötzlich Dinge wünschen. Als wären sie irgendeiner tranigen, duseligen Vertrauensseligkeit auch nur das bißchen was wert.
Derzeit wirklich ziemlich unübersichtlich, schwer zu sagen, was dort des Nachts in einer dieser Oststädte los war. Da sind mehrere ausgegangen, tief nächtens immer noch am Herumstreunen gewesen. Dabei führten sie was Waffe mit sich, Messer. Eventuell zum Zwecke der reinen Selbstverteidigung, daß man Kleinigkeiten einstecken hatte. Dinge, die jedoch das Potenzial haben, zu einem Problemfall zu werden. Selbst als Angriffswaffe könnte eine Hieb- und Stichwaffe urplötzlich unverhofft dienen. Brennt mal wo die Sicherung durch, daß jemand zornerfüllt, eitel jähzornig auf einen Zweiten, Dritten losstürzt.
Schwer unklar, was in jener östlichen Großstadt in Wahrheit genau abging. Die Nachtstunden. Das klarste daran ist momentan die ungeheure Aufregung von welchen voll Undurchsichtigkeit. Die sich aufführen, weil hier Auslandsstämmige einen, der früher schon am Ort Heimat hatte, schlimm erwischten. Ein Personenkreis, der sich in abgedunkelten, nicht jedem zugänglichen "Flüster"-Räumen des weltweiten Netzes konspirativ verabredet. Aufmärsche mit mehr oder weniger vielen Leuten, zu denen man es von dort aus momentan schafft. Vielleicht immer dieselben, die auf einem Haufen nach viel mehr aussehen, darauf hoffend, ein paar mehr zu werden. Zum einen Zweck eingetroffen, die ureigene Erregung, Aufgebrachtheit zu präsentieren. Arrogant rumschreiend den Empörten vorzugeben. Willends anderweitig Leute mitzureißen. Weil mitten in der Nacht eine Messerklinge in einen reingerammt wurde, der dann an den Folgen der Stichverletzung verstarb. Während, hätte der mit der Auslandsabstammung Pech gehat, wie es zigfach in Regionen vorkommt, wäre man sicher nicht in derselben erregten Weise aus der Umdunkelung herausgetreten.
Darum dreht es: wer hier starb. Das sollte mit dem reinrassig deutschen Hintergrund und dem eines alteingesessenen Stadtbewohners betrachtet werden. Deswegen der gesamte verlogene Auftrieb.
Dieses Oststadt-Nachtgeschehnis ist jetzt Ausgangspunkt von allem, das sich dort noch so abspielt. Was die gutbürgerliche Aufregung unterfüttern möchte. Daß selbst dem Lynch-Mob noch liebend gerne freien Lauf gelassen würde. Statt die Gesetze und polizeiliche Ermittlungen walten zu lassen. Die detektivische Untersuchung, was in Wirklichkeit unvermittelt passiert sein könnte. Was eben dauert. Wenn nicht davon größer die Rede ist, wie so eine Geschichte im ersten Moment auf einen wirkt.
Wobei da das Ableben von einem einem zur Sekunde ja fast wie ein Fanal rüberkommen soll. Als ein Auslöser. Mit dem all das Hemmende hinweggefegt werden möchte. Jedermann in der europäischdeutschen Region, der sich als "Deutscher" begucken wollte. Das wäre das, das die erregt Kreischenden, hektisch Gestulierenden einem mitteilen möchten. Wo doch das aufscheinen würde, was man immer schon vermutet hat: der aus dem Ausland, dem man Gastfreundschaft entgegenbringt, der ... Dieser Geist, daß man darüberhinaus bei der Erkenntnis eines "Deutschseins" nichts mehr zur Kenntnis nehmen soll, der sich auf dem derzeitigen Bild mächtig bündelt. Daß dir oder mir die all die in einen angelegten Vorbehalte frei gingen. Das, was man von "Ausländern" schon immer wußte. Von so Kerls mit fremdländischem Aussehen. Mit einer anderen Religion. All dem. Dazu all das, das denen hinten und vorne so an Geldwertem reingesteckt würde. Anscheinend, jeder Cent von dort aus dem Kassenabschnitt, der einem selber abgeht, fehlt. In keinster Weise irgendwas, das man selber geben würde, könnte man das nur, höchstselbst vorherrschen zu können, das Regiment zu führen. Nicht das geringste, daß da Leute sich kleiden könnten, was essen, was ihnen schmeckt und so. Daß sie einfach zu keinem Einkauf fähig wären, nichts für sich hätten. Wie man auch der eingefahrene Ureinwohner ist, der als erstes jedes Recht hat. Jedem, den die Neunankömmlinge, bei jedem Anwurf von oben herab, mit Respekt begegnen müßten. Lieber sollten sie sofort den Blick senken, sich vor jedem Mann, jeder Frau niederbeugen, wenn die auch nur kurz hinsieht. Vielleicht, wenn man mal herrisch winkt, daß sie das Verlangte sofort servil hinzureichen haben. Motto: "Ich, Herr - du nix. Küß mir die Stiefel".
Das erste, was von dem Nachtgeschehen zu hören war, war, daß da "Frauenverteidiger" vor mehrere Jungs hintraten. Dieses Thema hat sich nicht so gehalten. Das soll es denn nicht gewesen sein, das Schuld an der Auseinandersetzung gehabt hätte. Das, was zu der Karambolage führte, daß einer mit einer Messerklinge zustach. Was sicherlich zuvor auch nicht jedem passierte, daß der überhaupt bemerkte, daß da einer doch was für sich einstecken hatte, mit dem er durchaus ...
Der, der den Sarg fand, der scheint ein weißhäutiger "Deutscher" zu sein. Oststadtureinwohner. Während der, der die Waffe führte ... Einmal wird von einem "Iraker". Und dann von einem "Syrer" gesprochen. Mitten in der Nacht in der einen Stadt unterwegs. Zu mehreren. Als ob niemand, der vielleicht in einer Unterkunft wohnt, in der Leute wohnen, die als Flüchtlinge einreisten, nicht auch ausgehen dürfte. Damit, daß wieder die "Deutschen" aus der Stadtbewohnerschar ins Spiel kommen: weshalb begegnen die jenen denn? Und so in der Art, es tut sich was, ein Messer, das in Sicht kommt. Daß einer nun den Tod erlitt. Keiner von jenen aus dem Irak. Oder Syrien. Sondern dieser eine, scheinbar mit einem exklusiven Deutschtum, das hier die Bedeutung von was Grundsätzlichem hätte. Wegen dem, daß es nun in so großem Stil massiv zugeht. Daß im Osten die, die jede Flüchtlingshilfe samt Zuwanderung ablehnen, die jenen am liebsten alles nehmen, sie in ihr unsicheres Heimatland zurückschicken würden, gehässig sich ins beste Tageslicht stellen. Mit ihren feindseligen Abgründen. Ihrem vermeintlichem Zorn. Der selbst vor einem "Mob"-Geist, mit dem Strick in der Hand nicht Halt machen möchte. Bei dem Fakt, daß andere die Polizei sind. Und daß die Todesstrafe eigentlich seit einer halben Ewigkeit abgeschafft ist. Und sofort wen aufknüpfen, das hat auch früher nicht hingehauen, als es noch den Tod durch den Strick gab. Auch da fanden Polizeiermittlungen und Gerichtsverhandlungen statt. Selbst mancher Schauprozeß der Nazis brauchte noch einen auftretenden Richter. Trotz allem, daß das Urteil feststand.
Mit welchem Geist hier die aus einer Menge heraus vortreten. Unsäglich die, die einen den Rädelsführer geben, mit dem man sein sollte. Ihm zustimmend applaudieren. Solche geradezu, die es in der Vergangenheit mit ihren gewöhnlichen Ansichten und Meinungen bei den üblichen Parteien nicht leicht hatten. Ein rechtes Vorankommen fanden sie mit sich nicht, größeren Anklang, sobald manches zu deutlich bei ihnen wurde. Eher blieben sie abseits, statt da normal hochkommen zu können, Richtung der Parteispitze. Neuerdings haben sie jedoch besser zusammengefunden. In einer Partei nach ihrem Gusto. Ein Gemeinschaftswesen für ihre Derbheiten, primitiv indifferenten Sichtweisen.
Alle Türen stehen solchen "Vergessenen", "Draußengelassenen" in jener einen Parteistruktur offen. Die etwas Gestriges hat. Im Gestern lange gesehen. Über dem Daumen gepeilt, so siebzig Jahre her. Nach den Tausendsten Versuchen von ihnen seit '45, ist in Gegenwartstagen der Boden anscheinend wieder fruchtbarer für sie. Für SIE und IHRE Ansichten, IHRE hetzerische Weltsicht. Ihren Herkunftsspott. All das, was "Rasse" kennt. Mit dem es nach '45 erst mal aufhörte. Weil es sich erledigt und ausgelebt bewiesen hatte. Höchstens zu ein paar Minimalerfolgen war man ab '45 noch fähig, bei einer etwas klareren Abbildung, unzweideutigeren Ausprägung von sich, hatte man die ANDEREN und ihre konservative Eintracht verlassen.
Bis heute ... Nur, so siebzig Jahre. Und bei dem, was da ostwärts so dräut. Was Willen hätte, würde man es ihm gestatten ....
Gestattet man es wieder?
-----