Overblog Alle Blogs Top-Blogs Literatur, Comics & Gedichte
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Werbung
Blog von TeddeMehr

Festival-Reflektion

6. August 2018 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware II

Das Festival in Wacken und so viele Meldungen. Artikel um Artikel. Als ob's dort in Wacken die letzten Jahre nicht vergleichbar gewesen wär.

Wacken-Meldungen des Jahres '18: Eine aus dem Publikum, die im durchsichtigen Slip rumrennt. Dann und wann greift eine nach hinten, macht sich in Bühnennähe ihres BHs ledig. Es scheint bei Leuten Maskenball, nur düsterer. Eine Gruppe Senioren, die in Wacken auf dem Gelände aufgegriffen wird, desorientiert. Immerhin, eine Orientierung haben sie: daß sie nicht in ihr Heim für altersgerechte Wohnen zurückgebracht werden wollen.

Wacken, Wacken und wohin man guckt auf jeder Seite: Wacken. Wacken mit hervorgehobener Berichterstattung.

Ganz schön groß geworden: Wacken. Als ein Genre-Festival. Manche Gruppe, die sich sogar extra noch mal zusammengetan hat, für einen geldabgreifenden Auftritt am Festivalgelände in Wacken. Wacken, schnell noch dafür gut.

Und dann sieht man wieder so welche von der Hauptbühne runter, die einen echt annerven. Indem sie Publikum alles mögliche nachsprechen lassen. Bis hin zu einem: "eff u". Kerle überdies im seltsamen Nervensägenaufzug. Wie Fehl- und Blindgänger. Einer mit einer "Ärzte"-Schlagzeuger-Gedenkfrisur. Ein anderer mit rasierter Vollglatze.

Aber sie sind so unernst, locker bespaßt mit bunten Gitarren, ein spät abendlicher Hauptauftritt. Trotz allem bestens angekommen, scheint's.

Durchaus komisch, überblickt man Kleinigkeiten: Bei "Doro" wollten die aus dem Publikumsdschungel nicht so größer daher- und mitgrölen. Obwohl "Doro" und Begleitung sich abmühten. Mitsingen hätte sie sie lassen wollen. "Doros" raumgreifende Gesten standen dafür.

Wackener Zuschauervolk merkte das nicht. Man ging apathisch nicht so drauf ein. Wacken,durchaus bei der üblen, drückenden Hitze. Von überallher drückte sie ins Gehirn. Da hatte man bei "Doro" nicht zu allem Lust.

Tatsächlich, nicht bloß die Sonne stach runter. Auch das eine oder andere, das hat momentan eine Art herausstechenden Hitzestau. Das, was im allgemeinen derzeit überall so los ist in Europa. Was versucht, einem die Birne weichzumachen. Etwa auf Italienisch. In Italien zum Beispiel. Dort regiert was ziemlich brütend seit ein paar Tagen des Jahres '18 nach dem Millenium. Hat man schon mal uralten Klang in der Anprobe. Als intoniere man was des "Duce". Guckt, ob da was des "Duce" einem Italiener überhaupt noch Übler auffällt, ihm die Galle hochkommt.

Ansonsten, die Einbrenne: derart viele Rechtsrausdreher-Festivals. Mit hinpilgernden Leuten, mit einem Aussehen. Als wäre da was die "SS" was Buntes, Nettes für den Kindergeburtstag. Was für Naivlinge aus der Vorschule. Als wäre man schon alleine deswegen was fürs Verschärfte, weil da was Gestik verbotener ist. So das, jene Fälschung der Nationalsozialisten des olympischen Grußes. Das mit dem dauernden Armanheben. Die Armanhebung des Olympioniken, die bei ihnen bloß die Seite wechselte. Zu dem fordert von oben herab die unberatenen Bühnenhochgucker auf.

Demnach: Vielerart Volk, das möglicherweise in Wacken auch seine Anwesenheit hatte. Dort, wo die Gitarrenriffs kreischten. Unzweideutig zu begreifen, das Gitarrenspielen - wie so irgendwie alles auf der Welt -, das hat niemand exklusiv für sich. Was die Rechtsrausdreher-Festivals mit ihren auftretenden Gruppen beweisen.

Einige bestimmte Populägruppen mit Rechtsrausdrehung am Übel-Horizont waren die Jahre über wirklich schon öfters in Wacken auf der Bühnenwelt unterwegs. Toleriert. Auch aus dem einen Grund, weil sie zugaben, ansagten, sie wären überhaupt nicht das, was sie für diverse Abseitige ihrer Anhängerschaft wären. Eine andere Denkweise wäre die ihre im Jetzt. Anders hätten sie sich besonnen, nicht mehr groß das Alte.

Tja. Alles klar zu verstehen. Daß da welche auch die Musik als Stilmittel haben. Oder die Schrift. Weil niemand Eigentümer des Gitarrenspiels oder einer Sprache ist. Schließlich sonnenklar: Als Deutscher in der deutschen Europaregion kann man bis heute jedes Wort ohne Übersetzer verstehen. Das des Gedöns, das der eine mit dem Breitbärtchen, der Charlie-Chaplin-Nachäffer, vor seinen Veranstaltungsbesuchern ehedem von sich gab. Was der an Text ableierte, ist deutsche Sprachenwelt. Nur, daß man sich möglicherweise trotzdem schon nach Fußnoten von Worten, Texten schauen sollte, sich kundiger machen, was das genau für ein Schwatz ist, wo der einen hinführen sollte. Hätten einige Deutsche im Jahr '33 bestimmt auch besser mal getan. Sich Kleinigkeiten erläutern zu lassen. Genauere Erklärungen, um sich schlauer zu machen, das deutlicher auseinandergesetzt zu kriegen, was ihnen da zukünftig ankommen sollte. Hätte man bei sich für Aufklärung gesorgt, jenseits von diesem Hindenburg. Vielleicht wär man draufgekommen, daß man sich lieber besser die "Weimarer Republik" behält.

Wacken, fast der Anschein, wie der "Opernball" in Wien auch. Der "Opernball", das für die weltweite Öffentlichkeit. Die andern, von denen ist lediglich bekannt, daß sie auf der Wiener Hofburg was veranstalten dürfen. Freiweg Jahr für Jahr. Bei ihrem Bundespräsidenten da nicht weit entfernt. Mit dem Anschein von Anständigkeit, daß was aus einem werden kann, wenn man... Sogar Universitätsprofessoren, die ebenso antreten, wie die vom Rest. Die diesen schlagenden uniformierten Studentenbünde zu einem Recht verhelfen. Leute, in Wahrheit öde, trist. Trotzdem sind sie beweibt, fühlen Weiber sich bewegt, dort auf die Wiener Hofburg hinzukommen. Als gäb's 'ne tolle Partie dort für sie zu gewinnen. Die Bräute, die sich für DAS auf der Wiener Hofburg anziehen, wie die am Wiener Opernball. Der Wiener Opernball, mit dem man österreichisch normale Signale in die Welt hinaussendet. Aus aller Herren Lande, daß sie nach dem Wiener Opernball kommen. Wie so die Musikgruppen von überallher aus der Welt nach Wacken.

Erkennbar, bei Wacken gerade eins. Daß es der "metal"-Gemeinde langsam, aber sicher an den wirklich großen Gruppen zu mangeln anfängt. An denen, die nachkommen. Gruppenmitglieder werden mit jedemmal älter und älter. Die einen bewegen sich kaum noch was, aus Altersgründen. Der andere hat Rücken.

Schon was los, derzeit. Mit Physio und Spritzen war man dort, auf Wacken. Aufmüpfig gegen das Seniorenheim und den Ruhesitz.

 

 

------

Werbung
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post