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Blog von TeddeMehr

Daß viele nach wohin mitgerissen würden

5. September 2018 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware II

Ein Fanal. Ein Momentum, das entsteht. Daß alles, was zuvor war, was es im freien Raum so gab, nicht mehr gelten soll. Etwa unterschiedliche Meinungen, Betrachtungsweisen. Daß ein krudes, krauses Gefühl, eine Empfindung was im allgemeinen hinwegrisse.

Wie etwa das im Kaiserreich-Parlament. Zu der Zeit, als der erste Weltkrieg im Anlaufen war. Auch dort tat man so, als hätte mal wer durchzuatmen. Weil jetzt wieder alles für ihn wäre, wie was für ihn sein müßte. In dem einen Parlament, das der Kaiser dulden mußte, existierten etwa plötzlich keine größeren Unterschiede mehr. Alle Parteigräben: hinweggewischt. Zum Beispiel zwischen Sozialdemokraten, Konservativen, Kaiserlichen. Alle Leute bloß noch eine geistige Ausrichtung mit einer Zielsetzung.

Statt all dem mit dem Parteiunterschieden wäre man wieder das, was jeder vor allem wäre: deutsch. Die Treue zum Kaiser, zum Vaterland: wiederentdeckt. Treulich stand man tatsächlich auch zu seinem kaiserlichen Monarchen. Hinter dessen tiefgreifenden, bedenkenlosen, herablassenden Politiktour. Vorüber jetzt, alles mit den beständigen Wortgefechten im hohen parlamentarischen Haus. Alles, nach der Erregung und nach einer Kriegserklärung im besten Einklang, bei einem Gleichklang der Stimmen. Einträchtig hatte man sich nach dem einen Attentat eingefunden, bei jetzt nur noch einem Ziel: die kaiserliche Kriegserklärung zu stützen. Voll dahinter zu stehen.

All das, was eben die Notwendigkeit wäre, nachdem das Kaiserreich mit seiner Bevölkerung nun in den Krieg zog. Geradezu ein närrischer Kriegstaumel, der selbst den Klügesten noch erfaßte. Eine Besinnungslosigkeit, wie in einem Irrsinnstrug. Als wäre der Krieg bloß so was wie eine andere Art von fröhlicher Kaffeefahrt. Eine kurze Verabschiedung von der oder dem Liebsten, alles danach im höchsten Tempo erledigt. Dann traf man sich gesund und munter in ein paar Tagen oder Wochen aufs neue in alter Frische. Alles wie eh und je. Das Leben würde seine zuvor gewohnten Bahnen gehen, keinem, dem was fehlte.

Während der gesamte Krieg mit seinem Wahnsinn dann vier Jahre andauerte. In das unvorstellbar grausamste Gemetzel ausartete. Das erstemal ein Krieg, der Mensch bei Giftgas und Attacken aus der Luft nur noch ein besseres Opfervieh, Kanonenfutter. In einem hochrüstenden Technologiestreit.

Und jetzt versuchen so die europäischdeutschen Ostregionen Leute so was ähnliches. Hätten das in Begehr, dir was weiszumachen. Dich in einer vergleichbaren Weise nach wohin mitzureissen. Über alle Anschauungen und Meinungen hinweg, daß da Grenzen fallen sollen. Daß man sich nur noch in einem wiedererkennt:: daß man ein "Deutscher", eine "Deutsche" wäre. Und mit der wiederhergestellten Erkenntnis des eigenen "Deutsch"-Seins sollte man die Welt "neu" betrachten. In ihr beispielsweise die erkennen, die nicht so "deutsch" aussehen. Die "anderen", die, die "anders" sind, die Fremden. Die, die von weit, weit her aus dem Ausland herkamen. Die Kriegsflüchtlinge, "Asylbewerber", und das alles, und das nicht im Sinne einer Mitmenschlichkeit. Sonderrn als fremdweltlerisches Gesocks. Ansonsten keinen Blick mehr über irgendwas dieses Tellerrands hinaus.

Das hat da wer anscheinend als Wunsch, vielleicht so was dergleichen bei einer Allgemeinheit anbringen zu können. Bei vielen, in einer Bevölkerung. Daß dort angesichts einer Empörung, einer Aufregung alle Klarsicht, jeder Durchblick abhandenkäme.

All das insbesondere von wegen des Schrecklichen, das einem einzigen mitten in der Nacht bei einer körperlichen Auseinandersetzung geschah. Eine schlimme Verletzung, die er davontrug. Er doch, ein "Deutscher". Als "Deutscher", der ER war. Während die Angreifer, von denen einer eine Waffe führte, allesamt aus dem Ausland herkamen. Flüchtlinge waren, Asylanträge, die sie stellten. Welche außerdem, die nicht in der einen ihnen zugewiesenen Unterkunft bleiben konnten.

Selbst auf einer Protestveranstaltung gegen das Ganze mit der Rechtsrausdrehung, da hat man dem einen Verstorbenen des weiteren noch bedacht. In einer Gedenkminute. Ehe die Konzertreihe begann, das zum Ausdruck zu bringen, daß man selber mehr wäre ...

Dabei weiterhin ziemlich unklar geblieben, um wen oder was es sich bei dem einen bestimmten Mann, für den alles so exklusiv losgehen möchte, wirklich handelt. Weswegen traf der nächtens seine Mörder? Was ging der einen mörderischen Tat voraus? Mitten in der schönsten nächtlichen Dunkelheit in städtischen Straßenfluchten war er wie die von der anderen Seite unterwegs. Wie die, denen er späterhin zum Opfer fiel.

Schwer, da alles genau zu sagen, wer da wer eigentlich ist. Warum sich was für einen bestimmten Moment hochschaukelte. Wenn man derzeit bloß erfährt, daß man sich wegen dem einzelnen nun seines exklusiven "Deutschtums" gewahr werden sollte. Besonders dieses einen Charakters. Der: ein "Deutscher" - du doch auch: ein "Deutscher". .Als wäre das plötzlich irgendwie was. Größer einer Rede wert. Müßte man mit so was doch mal endlich zu Bewußtsein kommen. Daß einem das in einer deutlicheren Weise aufginge, das, wie "Deutsch" man doch ist.

Alles, weil da ein einziger als "Deutscher" starb. Ein Deutscher. Ein Einheimischer, Ureinwohner. Gegen den ein "Iraker" oder so ein Messer führte. Daß es nun bei einem so weit sein soll, daß es einem reicht, langt. Mit was Ausländischem. Weil einer, aus dem Ausland herstammend, einen Regionalen in der angestammten Heimat ...

Demnach: hinweg mit all DENEN. Der Kern der Sache: für niemanden mehr Asyl. Heimfahren sollten die wieder mit ihren Hautfarben und allem. Da hingehen, wo der Pfeffer wächst. Schon gar nichts an Geld, das sie kriegen sollten. Daß sie sich nichts mehr zum Anziehen und zu essen kaufen könnten. Und Weiber, deutsche Weiber, die dürften so Kerle von da auch keine begehren. Wie die Weiber von dort auch keine deutschen Männer.

So hätte man es gewissermaßen in der Vorstellung. Aus diesen Kreisen des borniert altertümlichsten Nationalen heraus. Hübsch gestrig. Geradezu vorvorgestrig. Biederster Mief. Altvorderster Muff. Geboren aus Altbackenheit. Der des Demokratiefeindes, der alte Niederlagen bis heute nicht ertragen kann. Daß es das von Damals im Heute bis auf weiteres immer noch nicht wieder gab und erst mal nicht gibt.

Als Fanal, daß man das gerne genommen hätte, daß ein einziger .. Alles für einen einzigen, der jedem als ein "Deutscher" benannt wird. Für IHN soll im Anständigen, dem gerechten Bürger der Zorn aufsteigen, ihm des weiteren doch das klarwerden, daß er denn ein "Deutscher" ist. "Deutsch"-stämmig. Ohne was in der Ansicht, wie viele andere bereits grundlos angegriffen wurden. Nur, weil man ihnen das einer anderen Abstammung, Herkunft deutlicher ansehen konnte. Leute, einzig deswegen attackiert ...

Durch DIE, daß auch ständig, unablässig etwas passiert. Tag für Tag. Auch sinnloseste Untaten. Selbst noch mit Toten dabei. Menschen, die schlafend in ihren Häusern verbrannten. All dem, was man sich denken kann, an Grausamkeit.

 

 

 

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