Ganz alt, vorgestrig blubbert das dazu mit
Glaubt man das, ganz altbackener Judenhaß. Ganz die Art derer, die die zwanziger, dreißiger Jahre ...
Selbst in der Grundschule kommen so Schüler in Klassen oder am Pausenhof anderen mit so was Uraltem, Profanen rüber. Mit dem dieses Sündenbocks von vor Jahrhunderten.
Etwas anderes war das damals schließlich nicht. Es gab wo ein Problem, sollten so die Juden die Schuld dran gehabt haben. Das "jüdische Kapital", die "Weltherrschaft des Zionismus".
So mit dem dergleichen kam man in den zwanziger, dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts mit was rüber. Nach so den Juden hat man damals gesehen. Oder nach den Sinti und Roma, das "fahrende Volk", das man mit dies und das beschuldigte. Wie was im Heute auf Gegenwartsitalienisch prachtvoll ähnlich klingelt. Den Roma und Sinti, denen man das Leben schwer machen möchte. Als herrsche wo der Geist des tiefsten Mittelalters. Bei der eigenen blinden Vorurteilsverhaftung.
Die Juden, die ehedem, war irgendwo ein Problem, die Schuld an was haben sollten. Oder etwa die Sinti und Roma oder was andere Minderheit im Staat. Womit manche den Blick auf sich als die Brunnenvergifter verstellten.
Ziemlich umfänglich war dieser Charakter im Dritten Reich. Als Jude, aber auch als Sinti und Roma konnte man in den diversen Konzentrationslagern landen. Im Krieg, daß man im Dritte-Reich-Deutschland die Lager gerne in die eroberten Gebiete auslagerte, daß nicht zuviel des bösen nationalsozialistischen Treibens zu massiv unmittelbar ins Volksbewußtsein geriet. Etwa, beim Thema Rauchentwicklung, dem Leichenverbrennen in den Gasöfen. Das hätte was an sich gehabt, daß es das Näschen der üblicheren Bürger erreichen hätte können. Um irgendwann für eine Aufregung zu sorgen. Daß man sich vielleicht doch mal größer empören hätte können. Sich doch was größerer Widerstand ausgebildet hätte, gegen das grobschlächtig durchregierende Regime. Wenn man den Leichenduft so dauernd in die Nase gekriegt hätte, der eine Dampf, den man sich untereinander erläutern hätte können, mit dem es aus den Schornsteinen herausrauchte.
Daß alles so weit entfernt war von der gewöhnlichen Reichsbürgerwelt, das beruhigte viele ungemein. Die höchstens dann und wann bei den Durchhalteparolen was hörten, nicht nur von so den immer böseren Kriegsniederlagen, dem Wandern der Front ins reichsdeutsche Kernland hinein. Daß was bald eine Dimension annahm, als hätte man den Krieg eigentlich längst verloren. Wobei dann die Frage gestellt werden hätte können: Warum führte man noch Krieg, wenn sowieso schon längst alles verloren war? Die Beantwortung der Fragestellung wäre DIE gewesen: damit da welche in ihren Bunkern weiter handelsüblich voranleben konnten. Den Hund streicheln, die Blonde heiraten. Stunde um Stunde wollten sie noch hinzugewinnen, bei ihrem kleinbürgerlichen Mief, wer immer sonst dafür in seinem Blut lag.
Also, im Heute aufs neue so jenes feindselige Geschwätz gegen Juden, gegen die Sinti und Roma, die "Zigeuner". Vor allem von denen von der Rechtsrausdreherseite, anscheinend im Hintergrund beim Rest der ganz alte Vorurteilsansatz.
Und das, daß es bis in die Grundschulen hineinreicht, im Heute. So was reicht runter in die erste, zweite, dritte Schulklasse. Daß da gemeint wird, jemand könnte "Jüdisch" sein und so. Oder einer "Zigeuner"-Familie entstammen. Als wäre das was irgendwie Erwähnenswertes.
Als müßte einem irgendwas eines "Juden" größer bekümmern, lebt der nebenan. Wo das am Ende ja nichts als das ganz Alte, das mit dem ganz Uraltbart der dumpfesten, untauglichsten Rechtsrausdreher ist, das mit den "Juden". Oder den "Zigeunern", dem "fahrenden Volk".
Schon der Frage wert, warum in Gegenwartstagen irgendwer auf dieses alte Gedankengut anspringt. Das dieser uralten Hetze gegen Leute, die im Gestern auch nicht an sich als "Juden" dachten, als sie sich die Jahre im ersten Weltkrieg als deutsche "Kaiserliche" durch den Fleischwolf des ersten Weltkriegs drehen ließen. In einem gnadenlosen Kriegsgetümmel. Das bald zur reinen Materialschlacht ausgeartet war. Bei Giftgas und vielem mehr an Kampfmitteln aus dem Labor. Der Einzelne nichts weiter mehr als hilflos besinnungslose reine Zählware. Für die Statistikbücher der Totenzähler. Auch die der Waffenfabrikanten. Den ewigen Kriegsgewinnlern. Die vom Sterben anderer noch was hatten, deren Geschäft die unablässige Waffenlieferung war. Und ist
Aber das zählte dann nicht mehr, daß man im ersten Weltkrieg Heeresbesatzung war, Mörser- und Giftwolkenkadaver für den Kaiser und das Vaterland, als der mit den Bärtchen rankam, derjenige, der irgendwann nur noch in so Rechtsraus- und Mackerschriften der Nachkriegsjahre las. Dort den Sinn für sich entdeckte. Da mittendrinnen war der Jude auch ein herausragendes Feindbild. Ebenso wie die Sinti und Roma. Bei den Minderheiten im Staat, immer mit der Schuld an allem. Bei der "Dolchstoß-Legende" und dem ganzen Müll, den man damals die zwanziger Jahre ansagte. Als hätten nicht manch andere den ersten Weltkrieg verbockt. Wäre dies und das nicht eine fahrlässige Fehleinschätzung der Generalität gewesen. Überhaupt: der Kaiser. Was der den Krieg führen mußte. Wie was Sport unter Adeligen ging das zu. Der deutsche, der englische, der russische Adel und so fort. Allesamt miteinander verwandt. Und doch bespaßten sie sich, trieben sie das mit dem Krieg voran. Hauptsächlich ihre jeweiligen Bevölkerungen durften in ihm bluten. Der einzige Vorteil: Im Innern Europas schaffte sich das dünkelhafte Adelswesen mit dem Kriegsende 1918 ziemlich ab. Sucht seitdem bis heute einen neuen Weg, an alte Wirkungsstätte bei den Thron- und Ansagersesseln zurückkehren zu können. Das Monarchistische erledigte sich so umfänglich, daß man sich fragen darf, warum sich das mit dem Faschismus, Nationalsozialismus und so nicht auch in ähnlicher Weise erledigt hat. Mit dem zweiten Weltkrieg. Die Fratze des Faschismus und Nationalsozialismus, so was von überdeutlich. Wenn also denn keiner mehr eine Monarchie braucht, warum nicht dasselbe mit den Faschismus, Nationalsozialismus? Bei dem Obergräßlichen, das sich mit dem Faschismus, Nationalsozialismus verdeutlichte. Daß so was Faschistenmentalität überkommen bis ins Letzte sein müßte, noch viel weiter drunter wie die Monarchie.
Nun das, dieser Tage: Judenhaß. Bis hinab in die Grundschulklassenzimmer. Bei Schülern, das mit dem Juden. Dieser ganz alte Sündenbock, der "Jude". Für alles und jeden. Und mit so was treibt man tatsächlich aufs neue auf. Blubbert dermaßen altertümlich rum. Nebenher bei dem mit den Flüchtlingen, Asylbewerbern und dem, daß das mitschwimmt, hochblubbert.. Da kommt man einem tatsächlich auch noch beiläufig mit dem mit dem Antijüdischen an. Oder hat was gegen Sinti und Roma und so.
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