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Blog von TeddeMehr

Wärm dir das Herz am Boulevard

18. Oktober 2018 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware II

Schon spaßig, das Bild: "Blondi", der Hund, und daneben die eine Blonde. Im Bunker da noch von dem einen mit dem Breitbärtchen, das der sich einfach behielt und behielt, noch kurz für so den verbleibenden Rest an Boulevard in seinem "Dritten Reich" geheiratet.

Man muß sich wirklich vorstellen: "Blondi", das Hundchen, und nebendran die eine Blonde, die seine Begleiterin spielen durfte.

Die an seiner Seite, daß die Sache bei ihm wirklich nach so was wie eine "Mann und Frau"-Geschichte aussah. Nichts des Verdachts, den man hegte. Einen, der mancherorts andere geradewegs in die KZ-Einrichtungen brachte. Zu der Gelegenheit einer längeren Zugfahrt verhalf, zusammengepfercht mit vielen Leuten. In einem Viehtransportwagon. Und das nur, weil man als Mann Männer liebte. Wonach es auch bei dem einen ziemlich schwer roch. Daß es öfters mal einem Leser in Geschichten aufscheint, wie sehr man im Volk von so was redete. Ob man da nicht einen als "Führer" hätte, der ...

Wie erwähnt, auch für die Schwulen und Lesben hatte er am Ende was übrig. Die fuhren mit, mit anderen, in die KZ in den eroberten Gebieten. Dort, wo man Leute unbesorgter ins Gas schicken konnte, als anderswo. Weil, vom Kern-"Reich" waren die eroberten Gebiete schon ein wenig weiter weg. Da konnte man es aus den Schloten wie toll in die Umgebung rein nach verbranntem Menschenfleisch riechen lassen. Es beim Leichenverbrennen stinken. Wie weit der Dampf vom Wind eben getragen wurde. Konnte ziemlich weit sein. Nur, die "Reichsdeutschen", die erreichte der Duft deswegen nicht so. Dafür war es doch zu weit weg. Und die Nachrichten, die Soldaten, geschwätzige Mord-Lakaien oder so zufällig auf ihren Wegen vorüberkommende Handelsreisende denen in der Heimat übermittelten, die reichten höchstens fürs ein kurzes Aufflackern an Erregung aus. Dann hatte man sich daheim sofort wieder in den nächsten Bunker zu begeben. Wegen einem neuen Luftangriff und so.

Das war damals, die Tage vor Adenauer, Erhard, glattweg so eine Meldung im reichsdeutschen Boulevard, daß der eine, der "Führer", SIE doch endlich ehelichte. Sie sich zur angetrauten Frau nahm. Nach einigen Jahren, die sie bereits so wie von ungefähr bei ihm rumhockte. Von Kameraleuten hergefilmt. Abfotografiert. Manchmal war sie sogar einen ganzen Wochenschau-Film wert, einen exklusiven Zeitungsartikel. Ging sie was solo um, wie so eine Ehefrau von einem des britischen Königshauses in heutigen Gegenwartstagen. Wenn man die auf einer Aufnahme ohne ihren männlichen Partner betrachten darf. Oder bei einer Filmszene ohne den Mann.

So dieses Boulevard, das war das damals auch. Mit dem der eine die Herzen seiner darbenden Bevolkerung noch mit erwärmen wollte: endlich hatte eine Heirat stattgefunden. War der Mann unter der Haube, echt wahr. Hatte in den Hafen der Ehe gefunden. Von irgendwas des Restes mußte nun nicht mehr viel gesprochen werden. Das Schäferhundchen, "Blondi", es lag auch irgendwo auf einem teuren, exklusiven Bunkerteppich rum. Noch nicht tot.

So war das ungefähr, knapp vor Ende des großen Krieges. Was Szene vor Adenauer, Erhard, wenn man das der Alliierten übersieht. Die Jahre, während denen die Alliierten für ein wenig Erkenntnis und bessere Entnazifizierung sorgten.

Toll, was? Schon groß. Sogar an den "Boulevard" wurde da vor Adenauer, Erhard bei einem Breitbärtchenträger noch gedacht. Wahnsinn. Daß man die im "Dritten Reich" noch mit so ein paar Geschichtlein versorgen mußte. Zu Ablenkung. Zerstreuung. Daß keiner IHN im Herzen vergaß, den "Führer". Er, nun tatsächlich ein verheirateter Mann. Einer mit einer Ehegemahlin. Hatte fast nichts mehr danach ausgesehen. So im Laufe der einen unglaublichen Tristesse-Zeit, der vor Adenauer, Erhard. So die kaum beschreibbare Gräßlich- und Fürchterlichkeit zwischen '33 und '45. Als der eine denn die Macht nehmen durfte, nach einem Endergebnis vollster Bedenkenbefreitheit, das ein Wahlentscheidabend Anno '33 präsentierte. Ein Abend, der die totale geistige Verwirrung mancher "Weimarer Republik"-Bevölkerung abbildete. Als hätte man bei Gestalten den Verstand verloren, hatte man gewählt. In der deutschen "Weimarer Republik".

Hier sah man IHN nun, als einen verheirateten Mann. All die Jahre vorher hatte ER noch auf so ein Bild verzichtet. Aber nun ... Während sich die Bombeneinschläge IHM immer mehr annäherten, und er hinter dicken Bunkerwänden die Biederkeit lebte. Fürs Hundestreicheln, Seite an Seite, mit einer Gemahlin.

Man muß doch hier wieder mal die Tage loben, die vor Adenauer, Erhard, oder? Oder nicht? Vielleicht wärmt es ja irgend jemandens Herz auch heute noch, das zu lesen, wie "Blondi", das Schäferhundchen, gesund und munter rumhüpfte und bellte. Als es noch lebte. Hat das Herrchen seinen Liebling dann später eigenhändig erschossen? Weiß das einer hier? Oder das Herrchen die Blondine?

O ja, so war was für den "Boulevard". Im "Dritten Reich". Allerbeste letzte Weltkriegstage. "Blondi", der Hund. Und nebendran am Sessel: eine Blonde. Die auch da war. Zur Hand. Wenn man sie brauchte. Vielleicht für das nächste schöne Foto.

Vielleicht hätte die eine Blonde später noch ein Bäuchlein kriegen können, wär das was damals noch ein paar Tage länger weitergegangen. Die war schließlich eine Frau, eine Frau mit dieser Möglichkeit, nicht? We so andere heutzutage in Königshäusern, bei denen so was auch ständig gefragt wird: Ist DIE? Ist DIE nicht? Doch, SIE ist. Oder doch nicht. Hör mal, DIE ist!

 

 

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