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Blog von TeddeMehr

"Bist schon mal in die Bergwand eingestiegen?"

2. November 2018 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware II

Keine Ahnung, was derzeit so los ist. Auf alle Fälle möcht einem da und dort was schleichen. Etwas, das insbesondere darauf hofft, daß man das hat: keine Ahnung bei ihnen von nichts. Daß einem Perspektiven fehlen. Entweder, weil sie einem soeben frisch irgendwie abhandengekommen sind. Daß man sich kein rechtes Bild mehr machen kann. Was Gedanken an Folgen fast voll fehlen, bei einem matten Krakelkreuzchen in der Wahlkabine, als hätte man je was davon leibhaftig erlebt, erfahren, von dem, was man da sich angekreuzt hat. Als was "Neues".

Nebenher, fast, daß sich jedem ohne Unterlaß was traut daherdrücken möchte. Von dort. Ganz harmlos tuend. Wie was Anständiges scheinend. Zumindest der Kleidung nach. Auf deine Naivität, Gutgläubigkeit, daß es setzt. Daß du Unentschlossenheit in dir birgst, nichts zu klar weißt. Und nichts ihres Parfüms Macken hat.

Anscheinend wird da bei den europäischen Deutschsprechenden, ob in der Region "Deutschland", "Österreich" oder sonstwo viel auf das mit dem guten Glauben bei einem gesetzt. Auch darauf, daß einem bei so Jetztzeitdebatten, wirrmachenden Diskussionen der Horizont langsam verschwunden wäre. Den man bis vor kurzem noch hatte. Daß man da nichts mehr soweit erkennt. Nichts bei nichts.

Daß man sich doch in einen Zeitgeist, von dem einige Stimmen behaupten, der herrsche vor, einfände. Als wär da was eine Mode. Eine Modeerscheinung, an der man für irgendwas teilhaben dürfte.

Daß man sich in einen Kreis wiederfinden will, in was eines "Geistes", aus dem heraus ... Wo all das sich momentan zusammenfindet, das sich mit dem Schmuckwort "Alternative" benennt. Welch ein diamantener Schmuck, das Wörtchen "Alternative".

Aber, bitte, besser kein Blick hinter die Fassaden dort. Kein Nachsehen für nichts, was denn eigentlich so vor Adenauer, Erhard war. Damals, als es da noch weit und breit keine "EU" und all das gab. Dafür jede Menge europäische Gebiete, in denen es kriegerische Szenen gab. Mit Gewalt eroberte und zum Anschluß gezwungene Landflächen.

Um dann den deutschsprachigen Eroberer der Landstriche zu entdecken, der irre Überlegungen an den Tag legt: dorthin dann, weil er der Besatzer ist, kann er das mit den Konzentrationslagern auslagern. Um da was einer Art industrieller Ermordung von Menschen zu einem Gipfelsturm zu bringen. Das der ureigenen Vorurteilsverhaftung, der Feindseligkeit gegen Minderheiten. Weit genug weg, diese fernen Lande, überlegt der eine Usurpator sich, daß damit dem deutschen Reichsbürger nichts eines Geruchs zu übel ins Näschen stiege. Selbst wenn man alles für seinen Rassismus und des besten Vorurteil des Reichsbürgers unternahm, man konnte nichts zu genau wissen. Nichts davon, wie der Reichsbürger das aufnähme, wäre all das Geschehnis dauerhaft nebenan bei ihm. In seiner unmittelbaren Nachbarschaft. Was des Rauchs aus den Schloten, der Schlote der Verbrennungsöfen, den der Wind doch kilometerweit tragen konnte. Kilometerweit. Daß man viele Kilometer weit was roch, ein Geruch, wie was nach verbranntem Fleisch. Wie was Leichen-, Tierkörperverbrennung. Währedn das Verbrannte Menschenleichen waren. Unablässig, daß man die verbrannte. In einer Tour. Wie man wohl wieder damit aufgehört hätte, irgendwann? Und so was, wenn was immer war, das hätte in der Heimat doch noch wen aufschrecken, in Erregung versetzen können. Daß man mal doch was eines Begriff hätte. Daß was des fürchterlich gewordenen Umfanges ferner ins Volksbewußtsein geraten wäre. Trotz allem.

Deshalb lagerte man insbesondere aus, daß der im deutschen Kernland so nicht auch DAS noch unbedingt in der Nähe hätte, was doch mal für eine Aufregung mitkriege. Bei Kinder- und Frauenkreischen. Ständig was Knall, den Klang von Schüssen. Gestalten, armselige Arbeitssklaven, die vorüberwanderten. In Ketten. Hergeschlagen, daß sie wurden. Vorangetrieben.

Nun, daß nichts jenseits der Alltagspropanda, bei den erlaubten, vom Zensor freigegebenen, Wochenschau-Szenen zu unberechenbar auf die Bühne käme. Eine Kleinigkeit, die nichtsdestotrotz gefährlicher werden hätte können, selbst wenn man die Bevölkerung so umfänglich im Joch hatte. An der Kandare rumbeißen ließ. Ein Restrisiko blieb immer. Das sollte minimiert werden. Deshalb wählte man das manchen Konzentrationslagers nicht auf deutschem Ursprungsgebiet.

Aus diesem Grund hat man die Vernichtungslager irgendwo in Polen an ausgesuchten Orten hochgezogen. Sonstwo. Hat sie nicht als das benannt, was sie waren: Vernichtungslager. Sondern beim Gespräch, einer Unterhaltung nur was von "Auschwitz" erzählt, von "Treblinka". So harmlos im Ton, als wär da was ein Urlaubsort. Wo man denn zum Zeitvertreib hinreise. Oder daß da Leute was Gutes davon hätten, die dorthin reisten. Als wären sie auf eine Urlaubsfahrt gegangen, Diejenigen, die man dorthin versandte. In einem Viehwagen. Von dem manche erst was größer im Begriff hatten, als sie in ihn hineingetrieben waren. Daß das der Ort wäre, der als die Reisemöglichkeit für einen vorgesehen war, während man noch hinwartete, daß die Reisewagons dazugekoppelt würden. Das gleiche, wie das war, als sie Ankunft hatten, daß das nicht genauer verortbar war, was so Rohre eigentlich sollten, die in der Gegend rumverliefen. Als dienten sie einer Heizung. Klar, im Winter konnte es vor Ort schon kalt werden. Ziemlich kalt. Ostwärts war der Zug ja gefahren, und im Osten war es während den Wintertagen noch mal ein wenig kälter.

In dieser Ahnungslosigkeit beließ man so Leute. Daß die möglichst keinen Aufruhr veranstalteten.

Wer mal länger drinnen war im Viehwagon, der war schon glücklich, daß die Schiebetüren aufgingen. Daß man wo durchatmen konnte. Bei aller Beengung, die man erfuhr, die Koffer hatte man noch. Die hätte man einem sicher schon bei Reisebeginn weggenommen, wäre da irgendwas anders gewesen, nicht? Zwar wurde das und das geredet, aber der Inhalt des Geredes, doch zu unglaublich. Es waren noch Deutsche, mit Goethe und so.

Wobei, was fällt mir das hier ein? Mich inspiriert eigentlich was anderes. So ein kleines, harmloses Nebenherbildchen. Als wäre das einer das dort selber, und wär niemand nie in der Lage, den Kerl am Foto nicht doch von woher zu kennen. Diese eine ewige Bergsteigertype längst vergangener Tage.

Der eine, der auf der besagten Bildaufnahme, das ist DER. Kein anderer. Und das heutzutage, bei dem was heute jedem untergebracht werden möchte. Daß es doch aufstößt.

Er, jemand, der was für die Propaganda für DIE war. Lange Jahre. Ganz ein großer im Propagandafilmgeschäft, für SIE, die Ära vor Adenauer, Erhard und die Alliierten. DER. Beim Beiläufigen und Heroischen, so einem Opfertod oft filmisch in den Bergen. Selbst den Kriegsfilm hatte er drauf. So Szenarien. Mit Schauspielern besetzt. Wobei er die Szene für sich selber und als was des echten, wahren Lebens gut und gerne mied. Zuletzt, so heißt es, soll er ziemlich oft länger in den Gebirgsschluchten verschollen gewesen sein. Als er fürchtete, selber auch was kämpfen zu müssen. Waffe und Uniform nehmen zu müssen. Womöglich für den Krieg herangezogen zu werden, an die Front zu sollen. Da war er des öfteren unauffindbar. Kraxelte lieber in den Steilwänden rum, fast, als gäb's kein Morgen mehr. Hörte sich, kam er runter vom Berg, erst bei Freunden, Vertrauten um, was es Neuigkeiten gäbe. Und vor allem: wer da was von ihm wollte. Was es da mit einer Sache genauer auf sich hätte. Ehe er sich auf sie einließ. Solange er das und das für DIE machte, sich nicht in Echt soldatisch unifomieren mußte, war er froh.

O ja, ich danke Sie. Danke schön. Danke. Danke.

"Hast du sie schon gesehen, die Wände? Die Massive, die steil hochragen. In den Bibliotheken könnt's einem schon so richtig hoch raufgehen. Die eine Steilwand dort, die steigt jedem, kriegt er bessere Sicht auf sie, voll senkrecht und gewaltig in die Höhe. Auf den ersten Blick unvorstellbar, wie da was tatsächlich aufragend ist. Jahre kannst du in dieser Wand ohne jede Pause klettern. Von dem einen Berg da könntest du fast gar nicht mehr runterkommen. Dein eines, kurzes Leben fast alleine dort verbringen."

 

 

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