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Blog von TeddeMehr

So Nachdenken über manch Länge und Breite

6. November 2018 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware II

Du gehst wo spazieren. Siehst da die etwas längere Einbahnstraße runter.

Vierhundert Meter soll die lang sein. Du weißt es aber nicht genau. Sind das die einen besagten vierhundert Meter? Hat nicht auch eine Straßenbreite über den Gehsteig hinweg von den Gebäuden nach den Gebäuden drüben was Entsprechung hier? Fünfzig bis achtzig Meter, die sind eher seltener angesprochen. Ebenso der Tiefgang.

Sind das jetzt vierhundert Meter, sind das nicht vierhundert Meter? Da hinunter, da siehst du denn etwas mehr als vierhundert Meter weit. Echt, ein Ausblick von vierhundert Metern?

Die maximale Breite in der "Flügel" oder "Flossen"-Position - da geht was sechs-, sieben-, achtmal in die Längsstreckung rein. Fünfzig bis achtzig Meter: ein Rechenergebnis.

Alles war demnach klein. Geradezu winzig. Im Verhältnis zum gesamten Rest wüster Weltenraumleere.

Daß man fast rätseln kann: Warum schafft man sich DAS überhaupt aufs Bild? So ein langgezogenes Bröckchen, fast die Andeutung eines Fisches mit etwas den Schwimmflossen ausgebreitet seitlich. Die andernorts in ihrer Kulisse, die hießen es "zigarrenförmig". Das mit der "Speerspitze", das stammt auch von denen her.

Oder beweist dir das nicht auch das, wie scharf man alles mittlerweise schauen kann. Die Welt, die sich den Sternenguckern zeigt, eine, eigentlich durch ein "Mikroskop". Sogar alles lange besser wie das eines Elektronenmikroskops. Glattweg nicht mal die Dimension von Viren, eines Bakteriums, das man da in Sicht hatte, darf man allen Längenangaben im Verhältnis zum gesamten Rest Glauben schenken. Und warum auch nicht, das nicht glauben? Sondern ein Atom, das man mal begutachtete. Oder ist ein Atom als Vergleich noch zu gewaltig? Etwa die Elektronen, die ein Atom umschwirren?

Und doch war man in der Lage, das Bröckchen als was, das der Erde zu nahe kommen könnte, in einen Erlebnishorizont auf eine scharfe Fotoaufnahme zu bannen. Einmal als Einzelbild stehend oder als laufende Bilder, wie was beim Film.

Das kleine Ding war am Radar auffällig geworden, und man sorgte dann dafür, daß es abgebildet größer auftauchen konnte. Aus den Pixeln, Rechtecken, Linien und Strichen etwas sich Annäherndes geflohen. Dafür stellte man um einiges schärfer, hatte es exklusiver ins "Visier" genommen.

Man hat das Teil deutlich auf die Bildaufnahme gekriegt. Etwas ziemlich Minimales. Eine Winzigkeit an Winzigkeit. Bereits bei den Ausmaßen des Sonnensystems, daß es vermutet werden kann, daß das Bröckchen bloß angesehen wurde, weil es in einem interessanten Bereich anlandete und weiter mal rankam. Ansonsten hätte man sich die Wahrnehmung gewiß gespart, dort, wo alles im Dutzend billiger ist. Überall, daß was Stäubchen rumschwirrt. Noch mal: Wäre es nicht wegen eines Einzuggebiets in den Mittelpunkt des Interesses gerückt, hätte man wohl kaum nachgesehen.

Um dann doch was darüberhinaus zu entdecken. Bei so dem Begucken des betreffenden Gegenstands. Fluggeschäfts. Das, weswegen man es eine "künstlerische Darstellung" hieß. Etwas, übersetzt man sich das richtig, das auf jedem Fall immer bleibt, das mit der "künstlerischen Darstellung". Gleichgültig, ob ein Mensch da was mit einem Fotobearbeitungsprogramm dran herumgewerkelt hat. Oder ob da bloß die scharfgemachte Abbildung sich präsentiert.

Künstlerisch ist künstlerisch. Nicht?

In jedem Fall ist was "künstlerisch". Bei so den Zeichnungen, die eventuell jeder plötzlich sehen könnte. Überdies bei dieser gewissen Struktur, einer mit einem Belag auf der Oberfläche, Art gläserner Schmelz, der sich präsentiert. Bei ener relativ glatten Unterboden- oder Bauchfläche mit so unübersichtlichen Linien und so was. Daß es einem einfallen könnte, daß dort beizeiten was irgendwie aufklappbar wäre, eine Öffnung sich vorzeigen. Etwas nach innen sich einfahren läßt oder so. Von den obskuren Höhlungen, Nischen, Auswüchsen ganz zu schweigen.

Gräßlich was zum Spekulieren, fürchterlichst.

Richtig auch von einem "Raumschiff" wurde da was lauthals losgeschrien. Gellte es raus aus so Hallen der Sternenguckergilde in die weite Menschenwelt. Als wäre da jemand unvermittelt von was aufgeschreckt worden, aus der Trübnis herausgerissen. Hätte das mit der Abstraktheit, mit der er ansonsten alles betrachten sollte, verlassen müssen, weil was Schreck, Horror die Macht übernahm.

Daß man denken könnte, daß vielleicht auch die, die mal herumgekreischt hatten, das auch ähnlich gesehen haben müßten. Das mit den Zeichen, Emblemen. Unwillkürlich was die Idee von Schrift, da was als Schriftzeichen, zu was Wort werdend, lesen zu wollen; Zahlenwerk gibt es auch noch. Bloß, daß nichts lesbar war, weil man die Schriftzeichen, Zahlen nie gelernt hat. Oder, war es doch ein reines Späßchen, das sich jemand gestattete, daß auch Sie im Sternenguckerberuf darauf hereinfielen? SIE, nicht du und ich, sondern DIE, die privilegiert sofort hingehen können, was kurz gegenzuprüfen. Daß ein Original wohl geschwind von einer Fälschung zu unterscheiden wäre. Ehe sie fortfahren, weiterhin rumzuschreien.

Manch Leute, die sich Tag für Tag mit dem Sternengucken beschäftigen. In die Weit des Weltalls, daß sie hinausstarren. In der Tagesarbeitgegenwart lebend, im Beruf Bezahlte. Öfters gelangweilt. Nichtsdestoweniger bei der Möglichkeit, angesichts dieser gewaltigen Weltensphäre, daß einem das mit der Langeweile auch schlagartig vergehen kann. Daß das Unwahrscheinlichste der Wahrscheinlichkeitsrechnung doch ratzfatz wahrscheinlich werden könnte. Also auch unbestimmt ein "Raumschiff". Mit dem Wort "Raumschiff" hat man in der Landschaft rumgeplärrt.

Bis es zur Beruhigung der Szene kam. Und der Spruch hieß: Leben, das weitergeht, geht weiter; "das Leben geht weiter".

 

 

 

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