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Blog von TeddeMehr

Trotzalledem, kein Bruchpilot

5. November 2018 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware II

Ein echter Straßenfeger in den Städten. Die Leute, die stürmten anfangs der dreißiger Jahre für den Filmschinken die "Filmpaläste". "Die drei von der Tankstelle", so hieß der Film. Ein Massenerfolg. Ein Kracher.

So das, wie in "Die drei von der Tankstelle", das hätte gut und gerne auch der gewissen Ästhetik der einen Herrscher nach '33 entsprechen können. Manch Fröhlichkeit unter so Kerlen, drei Kameraden sieht man. Breites Grinsen, scheinbar alles lustig.

Drei Schauspieler. Zwei, von denen - weiß ich bestimmt, daß sie verläßliche Größen waren.

Der eine, der hatte später, als das eine Regime regierte, keine besonderen Begleiter mehr. Er ging quasi als der in der Hauptrolle zumeist solo. Nachdem er so insbeondere zu Ruhm und Beliebtheit gelangte, als ihnen noch drei waren.

Den einen, der in "Die drei von der Tankstelle" eher der Vorgeschobene, der zu vermutende in der Rolle des Hauptakteurs war, so was wie den brauchte der eine dann nicht länger. Etwa bei "Quax der Bruchpilot" und so, er am Bild, sonst mal kein Mensch. Da war er der EINE denn geworden. Der exklusiv. Alles andere waren so Nebenrollen. Selbst die und die Frau. Die glotzte rum und war ein Unfall.

Zwei der Angesagten aus "Die drei von der Tankstelle", wie erwähnt, bei vielem späterhin mit an Bord. Der eine auch, der mal bei "Die drei von der Tankstelle" der in der besseren Hauptdarstellerlage war. Als der mit dem großen Faktor, den für das Weibsvolk. Ein ziemlicher Frauenliebling. Solche Rollen spielte er die ganzen Jahre des Dritten Reichs durchweg. Und er war denn auch mancher Tage wirklich für das der Propaganda als der "Frauenliebling" mit in der Besetzung. Auch bei Filmstreifen, die am Ende offen auf das abzielten, daß nun die Nazis schlimmer wie früherdings auf die Minderheiten im Land losgingen. Genauso wie die Nazis auch das mit der "Euthanasie" voranbrachten, wofür es beiläufig zusätzlich so nützliche Propagandafilme mit dazu gab. Mit ein paar leicht geistig Desorientierten und seltsamen Figuren und so dem; jedenfalls Gestalten, genügend wirr im Kopf. Da nahm der eine manch Filmrolle mit am Platz ein. Als dieses eine Gesicht, das von dem, den die Frauen doch so liebten. Die Weiber im Volk. Ihn, den jede Mutter für ihre Tochter gerne als Schwiegersohn gesehen hätte.

Bei den Propagandafilmen war der eine mit dem mit sich wirklich eine abgesicherte Größe. Dort, wo sich die faschistische Ästhethik des Reichs abbildete. Offensichtlich oder als Hintergründiges, fast Unmerkliches.

Selbst "Münchhausen" ist so ein faschistischer Durchhalte- und Ablenkungsfilm aus der Zeit. Das Reichspropagandaministerium scheute bei ihm keine Kosten und Mühen. Als beträten die Schauspieler tagtäglich einen Traum, erschienen sie auf dem Film-Set, so muß das damals zugegangen sein, während sich ihnen die Kleidung wie durch Zauberei änderte. Der angesagte Ort, das Erscheinungsbild des Lebens. Selbst echte Soldaten, Fronturlauber, schickte man im Film auf ein eher mittelalterliches Schlachtfeld. Während Baron Münchhausen bespaßt auf einer Kanonenkugel ritt, hagelte es aus Flugzeugen Bomben auf die reichsdeutchen Städte herab.

Das Thema ist aber "Die drei von der Tankstelle". Also der, der damals eher die Hauptrolle spielte, der im Dritten Reich ein als Frauenliebling aufgebauschter Kerl blieb, der hatte nach dem Krieg so seine Probleme. Nicht mehr so kam er auf die Füße. Während man den, der "Quax den Bruchpilot" anbrachte, in die höchsten Sphären des Nachkriegsdeutschlands hob. Höchster Gipfelsturm war der. Ein Wahnsinn. Bei dieser Nähe zum Nazi-System und dem Reichspropandaministerium. Daß man erst heutzutage von dem Bescheid kriegte, daß er all die blonden Kinderchen des Reichspropagandaministers und das Verhalten von dessen arroganter Frau dirigierte. Er drehte da diesen Film mit dieser blonden Kinderschar in Lederhosen und Dirndln. Er war der eine Regisseur. So weit reichte diese Freundschaft. Daß er jede Narrenfreiheit hatte. Alles durfte.  Dort.  Wie er alles von diesem Nazi-System eigentlich auch herhatte; er war der erste von dort raus. Der von "Nationalsozialisten" erschaffene Volksschauspieler. Bei dem, daß er früherher nur so Nebenrollen spielte. Nun war das bei ihm verändert: Er versorgte den Reichsbürger vom Boulevard-Himmel herunter mit dem "Wohl-Gefühl". Teuerste Automobile mit Chauffeur, die Kleidung vom Maßschneider. Häuser in bester Lage, riesige Grundstücke, die man ihm aus dem Nichts zueignete, all das. Dort nahm er Platz. Wenn er Zeit hatte, dort Platz zu nehmen. Als der neue, unvermittelte Eigentümer.

Erst im Heute weiß man das, daß DER diese Brüderchen und Schwesterlein anleitete. Den vielköpfigen Kinderhaufen des Reichspropagandaministers samt dessen herrisch-bornierter Gemahlin. Eine, die eigentlich auch nicht schlecht was Einfluß hatte, im Staat. Bei den Frauen im "Reich", dem "BdM", eine graue Eminenz.

So weit war der. Da dazu hatte man im verholfen, in der Günstlingswirtschaft. Mit führend war er in der Hinsicht. Hatte mit beim allerbesten Propagandawesen den höchsten Berggipfel erklommen. Um mit diesen Leuten auch noch engstens befreundet zu sein. Ihr Freund sein zu können. Als so einer ging er durch die fünziger Jahre, die sechziger, siebziger. "Bambi" um "Bambi".  Einen deutschen "Pater Braun" spielte er. Schauspielerte mit Jean Gabin, dem ruhmreichen Franzosen. Kein Wunder, daß er am Ende seines Lebens den "Clown" so liebte. So, wie manches für ihn war.

Könnt sein, daß über den in der BRD, dem Nachkriegsdeutschland, weiter die Hand drübergehalten wurde. Daß so recht kein Blick auf ihn freigegeben wurde. Eine Hand wäscht die andere, "reitest du mich nicht rein, reite ich dich nicht rein". Bei "Die drei von der Tankstelle", da war er erst mal einer von dreien. Aber dann ...

Zwei, die beim Reichspropagandaminister ziemlich bei der Stange blieben. Die beiden, die sich die geamten Tage des nationalsozialistischen Regiments großmächtig ins Licht stellen durften. Alles kriegten sie, erfuhren fast jeden Vorzug. Den Namen des Dritten im Bunds der einen, "Die drei von der Tankstelle", den kennt derweil fast keiner. Da muß man nachschlagen gehen.

 

 

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