Alles, als wär was eine Zwei-Drittel-Mehrheit gewesen
Der "Brexit" und kein Ende. Dauernd soll man sich als Festlandseuropäer wegen des "Brexits" seine Besorgungen machen. Deswegen sich bekümmern. Wobei der "Brexit" doch seine spaßigen Momente hat. Ob er die für den gewöhnlichen Briten weiter haben wird, dem, dem sie ständig was einreden, das steht auf einem anderen Blatt.
Irgendwie grotesk ist eigentlich nebenher auch, die dauernd wahrzunehmen, die sich seit dem einen Referendum des "Brexits" angenommen haben. Die eine Partei, die nur für so was wie diesen "Brexit", einen EU-Austritt Britanniens, gegründet wurde, lange spielt die da in Großbritannien und bei der englischen Bevölkerung keine besondere Rolle mehr. Verschwunden die meisten Leute, die die großen "Brexit"-Anreißer waren. An deren Statt sind auf eine fast undurchsichtige Weise andere getreten. Welche, von denen einem dauernd erzählt wird, daß sie den "Brexit" ursprünglich nicht wollten; dagegen wären sie gewesen. Trotzdem haben sie sich der Angelegenheit "Brexit" angenommen, als wäre der das IHRE. Vor allen die eine konservative Partei, die da heraussticht. Und die "Arbeiter-Partei", die sich benehmen mußte, als ob sie das mit "Brexit" irgendwie mittragen müßte. Wobei das eine "Brexit"-Referendum denn in Wahrheit ein Endergebnis gebracht hat, eher nicht, daß man sich so dringlich drauf versteifen müßte, bei einer einfachen Mehrheit, als hätte die mit so was wie einer Zwei-Drittel-Mehrheit etwas zu schaffen. Mit dem, was eine Zwei-Drittel-Mehrheit zum Ausdruck gebracht hätte.
Bei knapp über fünfzig Prozent. Weit, weit entfernt von einer Zwei-Drittel-Mehrheit. Daß man sagen könnte: Eigentlich ist die "Brexit"-Entscheidung wie das Wetter an jenem Tag, als da Volk in die Wahlkabinen gerufen war. Morgen ist das schon wieder ein ganz anderes Wetter. Und könnt auch von einem Votum für den "Brexit" keine Rede mehr sein. Was bei einer Zweidrittelmehrheitsentscheidung schon anders zu sehen gewesen wäre. Bei so was wie Zweidrittel, da wäre was Situation sonnenklar entschieden zu betrachten.
Und trotzdem gehen da Gestalten aus so den britischen Normalo-Parteien so groß für den "Brexit". Geradewegs eingeschritten sind sie, anstelle der einen der ursprünglichen "Brexit"-Anreißerpartei. Richtiggehend, als ob das mit dem "Brexit" das ihre war, so gehaben sie sich seit längerem. Daß man sich schon fragen kann, was da los ist. Wenn was ein Referendum-Ausgang von dieser Tragweite tatsächlich viel zu knapp war. So knapp, daß man mit einer abwinkenden Handbewegung drüber hinwegsehen hätte sehen. Wie erwähnt: minimal über fünfzig Prozent, und morgen ist das Wetter auch schon wieder ein anderes. Wenn weit und breit nichts von einer Zwei-Drittel-Mehrheit für den "Brexit" zu erkennen war.
Schon die Frage, daß die Konservativen sich so dieses "Brexits" mit dem Hintergrund von jeder Menge sichtbarer "brauner Soße" so für sich annahmen. Daß selbst so die sogenannte "Arbeiterpartei" bei dem Müll noch mitziehen mußte, als hätte es an dem Abstimmungsabend irgendwas Besonderes oder Erwähnenswertes gegeben, daß einen die Verwirrung überkommen müßte. Bei was, das doch nichts will, als Schaden unterzubringen. Bei den Briten vor Ort selber auch noch. Da was den Briten grundsätzlich Schädliches mit weitreichenden Folgen vorbeizuwinken, für irgendwas des kleingeistig "Nationalen". Aus irgendeiner Vergangenheit, als etwa das mit "Commonwealth" noch eine andere Umgebung war. Eine andere, bessere Geschichte. Von der es im Heute nur noch sehr rudimentär irgendwas größer noch was gibt. Beim "Commonwealth", bei nicht mehr so viel wie früher ist, woran sich kaum mehr großartiger was ändern wird. Beim "Commonwealth" sind einige Ländereien nicht mehr mit dabei, anders wie es damals noch der Fall war, als sich jene altvorderen Briten in den fünfziger Jahren auch noch zu denen dazusetzten, zu De-Gaulle, zu Adenauer und so diese. Am Rundtisch wollten sie bei Gesprächen mit anwesend sein. Statt alles immer nur mittels eines Geheimdienstes in Erfahrung zu bringen, mit dem man sich auch damals schon fast nicht mehr einkriegen konnte, so toll arbeitete "James Bond".
Eine einfache Mehrheit ergab das "Brexit"-Referendum. Nichts mit Zwei-Drittel-Mehrheit oder so. Und doch geht man bei der konservativen Partei in Britannien so dafür. Als hätte man das Geschrei nicht aushalten können, daß man den Entscheid des Referendums nicht ernster nähme. Vielleicht, daß man in absehbarer Zeit das nächste anberaumt. Daß einem im Augenblick höchstens das dazu einfällt: Ziemlich oberreiche Briten waren das, die den einen Spleen für sich hatten, da die "Brexit"-Kampagne durch die Jahre zu bringen. Ihr Geld, das aushalf, daß die Kampagne nicht mir nichts, dir nichts im Sand verlief. Über eine Dekade ist man bei der Stange geblieben, hat die Anti-Europa-Kampagne kleingeistig geisternd durch die Jahre geschafft. Während sie woanders ihr Geld beständig weltweit arbeiten ließen, selber in aller Welt rumreisten und selbst noch Festlandseuropäerinnen heirateten und so. Zu Bett gehen da einige nicht mit irgendwelchen einheimischen Engländerinnen, das mu8 man sich mal vorstellen. Wie schon auch britische Adelige, Prinzen und das, ausländisch geheiratet haben; mühselig, daß eingebürgert wurde. Daß man sich fragt: nichts des Geists des "Brexits" mitgekriegt? Der "Brexit", alles nur noch britisch-national, nicht wahr? Und, irgendwo national, da gibt es beim Briten eigentlich nur noch Britinnen, oder nicht? Die einheimischen Britinnen, die man nun, hinter einem hohen Grenzzaun auf der von Wasser umgebenen Insel doch von Schwerbewaffneten bewacht sehen möchte.
Die politische Ausrichtung der "Brexit"-Anreißer, die kann man im Grunde genommen fast nicht begucken. Jenes des kleingeistigen Nationalgetues. Als wäre da jemand aus dem Ende der siebziger Jahre nicht weitergekommen, von da übriggeblieben, als er noch den "Skinhead" mimte. Den rechtslastigen hämischen "Screwdriver"-Gitarrenklängen lauschte. So eine Mentalität ist das, die da welche rüberbringen, mit dem "Brexit". Nur, in dieser Gegenwart nun, im Nadelstreifenanzug und mit mancherlei Geld unterfüttert. Im Heutigen, verharmlosend, daß man sich als "rechtskonservativ" heißt. "Faschist", das nannte sich derweil der "Duce" in Italien noch Ende der zwanziger Jahre, die dreißiger Jahre und ein paar Jahre der vierziger durch. Damals. Ehedem. Genauso wie der mit dem Breitbärtchen, der das "Dritte Reich" Richtung Abgrund geleitete und zum Hinabstürzen brachte, sich ursprünglich noch "Nationalsozialist" hieß. Während die "Brexit"-Anreißer dieses Geistes am Ende doch entstammen. Nur eben: "very british". Der Brite, auf dem so was nicht so lastet, wie es bei welchen anderer Europaregionen der Fall mit Sicherheit der Fall wäre. Da wüßten die Briten die Klarnamen für solche.
Milliardäre, Superreiche. Die nach überall auf der Welt hinflogen und sich, mal zufällig auf der britischen Insel zurück, die Zeit damit vertrieben, ihren Landsleuten was davon zu erzählen, wie sie am liebsten Flugzeuge aufsteigen lassen würden, um sie Richtung europäisches Festland zu schicken. Damit sie aus ihren Bäuchen Bomben herabregnen ließen. Wie gesagt, ihr Geld intoniert international ganz andere Lieder. Und im Bett liegen sie derweil bei dem Thema auch nicht unbedingt als Engländer mit Engländerinnen. Nicht mal auf das war und ist bei JENEN Verlaß. Sondern, weil man so viel auf Reise gehen konnte, brachte man sich von den Auslandsreisen auch noch extra Bräute mit.
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