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Blog von TeddeMehr

Schmuck im Regal, was vorzugeben

22. Dezember 2018 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware II

Weiße Blätter.

Ein weißes, leeres Blatt Papier.

So ein Buch. So eins war letztens mal auf so einer Präsentierseite zu blicken.

Wie man es wohl nennen mag, greift man in einem dichtbestandenen Regal nach so was?

Um es herauszuziehen, aufzuschlagen, reinzusehen. Und nichts als leere Blätter zu entdecken. Papierseiten, nicht von einem Hauch von Druckerschwärze oder sonst einer Tinte belästigt.

Bei einem hübschen Einband. Gebunden zwischen Buchdeckeln, wie was Übliches. Als wäre da doch was dafür, drinnen wo ein bißchen Kleinigkeiten herumzulesen. Bei all diesen ungezählten Seiten.

Ein Schmuckbuch hält man in der Hand. Eins für die Zierde. Eine Bibliothek bei sich daheim vorzugeben. Lupenrein den Anschein von Bildung, Belesenheit zu erwecken.

Tatsächlich, man hat sich DAS zugelegt, diese Buchwerke gekauft. Jede Menge davon. Nur, außer den paar Worten am Einband hat man drinnen nicht viel zu lesen. Man schlägt das Werk auf. Für die Mühelosigkeit. Im Nu ist es wegzulegen. Ratzfatz hat man es weggetan, zurückgeschoben, wo man es zufällig rausziehen konnte. Höchstens die Buchüberschrift, an die man sich später noch entsinnt. Die ist wichtig, und vielleicht noch das, mal zufällig was einer Zusammenfassung erfahren, gehört zu haben. Wenn man den Inhalt nicht umfänglich vergessen hat, wie man jedem dahersprechen könnte. Man kann sich schließlich nicht alles merken. So vieles anderes hat man um die Ohren, keine Zeit, zu viele Gedanken an das und das zu verschwenden..

Da ist man wo, und vielleicht hat man ein Bibliothekregal im Blick, zieht neugierig ein Büchlein aus dem Regal heraus. Blättert es auf, schaut dann weit und breit nichts als leere Seiten. Weißes oder ein wenig vergilbteres Papier. Der Trug von was Gedrucktem. Zwischen einem mehr oder weniger dicken Buchrücken Eingebundenes. Mit dem jedermann in einer Sekunde fertig sein kann.

Der Gastgeber, er winkt ab. Er findet das lustig, daß man sich für die Bücher interessiert. Tut hier nicht jeder. Mit nach Hause mitgeben wollt er einem sowieso nichts. Interessiert man sich dafür, kann man es sich sicher selber kaufen, nicht wahr? Sich das zulegen. Dann mitsamt all der Druckerschwärze, die die papierne Jungfräulichkeit stört.

Was witzig was, an dem man rumrätseln darf: All die Seitenumfänge, sind die wirklich leer? Lediglich die Bünde, die sind echt. Oder steht da dann und wann doch was wo geschrieben? Iirgendeine geheime Geschichte. Etwas, das man druckte, und die gedruckten Buchstaben der Worte, die kurz darauf verschwanden. Als wäre da eine mysteriöse Druckertinte benutzt worden. Oder wäre es eine Zauberei aus einem "Harry Potter"-Film. Harry Potter mit seinem Zauberstab, den er dranhält, was den sinnlosen Text verschwinden läßt. Wer braucht schon Worte? Mühselige Worte für eine bemühte Leserschaft? Für was sich mühen?

Nur, auch gut was für den Flüsterton. Sich was zuzuflüstern. Sinnt man eine Sekunde darüber nach, für was ein Textinhalt eigentlich wo ins Nichts hinübergehen sollte? Was hätte auf der Welt denn größer Geheimhaltung nötig? Was möchte man Wissen nicht mit jedem teilen?

Immerhin, man kann an welche denken. Gestalten als Geheimnisträger. Wo die sein könnten? Vielleicht in so Unterdrückungsstaaten, deren Herrscher nicht unbedingt daran Interesse haben, daß eine Bevölkerung zu viel was erkennt, über was Kleinigkeiten Bescheid weiß. Wo immer sie sich auf der Welt oder im All befinden. Auch die Geheimdienste dieser Staaten. In deren Absichten ist sicher nicht das, daß andere zu vieles von ihnen mitkriegen. Daß sie es mögen, daß da ihre Geheimnisse ausgeforscht wären, wohl kaum. 

Im Grunde hatte ja in der Vergangenheit eigentlich längst jeder Mickerzwergenstaat seine eigenen Geheimdienste. Die im geheimen Beauftragten, ohne viel Lust darauf, daß ihre Botschaften von jedem gelesen werden könnten. Da was geheimzuhalten, ihr Anliegen, das, daß wirklich keiner sonst was wo lesen kann. Weswegen leere Seiten zwischen einem dicken Einband ihnen schon von Bedeutung wären, nicht? Daß Schrift auf dichtbeschriebenen Papierseiten am besten vergeht. Wenn nicht überhaupt ganz im allgemeinen, daß sich Wissen verflüchtigen sollte, wo Unwissenheit manches doch erleichtert.

So viele Möglichkeiten, daß man was geheimhalten möchte. Vielleicht geht es nur darum, das der eigenen Korruption bei einem Staatswesen vor Augen zu verbergen. Das großmächtige Ausplündern der Bevölkerung, der man Ehrlichkeit und Anstand predigt. Soziale Kompetenz will man im Staatengebilde haben. Derweil man willkürlich bei ihm nach Belieben, Gutdünken handelt und sich an vielem wohl tut.

So was kann man sich schon vorstellen, daß doch wo Dinge aufgelistet sind. Allerdings Seiten, die wirklich nur der lesen sollte, der dazu die Erlaubnis hätte. Der Adressat. Besser, daß nicht jeder drinnen herumliest, der mal Lesen lernen durfte. Damit am besten nichts unter die Leute gerät, wovon die im Volk bestmöglich weniger was mitkriegen sollten.

Was davon, daß man bei sich für sich selbst so Statistik treibt. Doch für die Kontrolle gut und nützlich. Die "Nazis" etwa, die so was mochten. Ausführlich ein Statistikwesen betrieben. Die von der "SS", die listeten denen in den Beamtenstuben alles mögliche akkuratest auf. Man stelle sich das nur vor. Bis ins kleinste Detail jedes Geschäft, das man betrieb. Nicht nur das der Tötungsmaschinerie mit seinen Zahlen, sondern auch das Geschäftsgebaren, das die von der "SS" mit "Waren" aus den Konzentrationslagern an den Tag legten. Erwerbbare Dinge, die im Kramerladen im "Reich" eintrafen. Vieles hatte als Zahlenwerk seine haargenaue Auflistung. Als die Sieger auf all zu viel draufblickten, blieb ihnen sehr wenig erspart. Von dem vielgestaltigen Geschäftsgebaren derer von der "SS".

Als dann die Alliierten das besagte "Reichsgebiet" der "Nationalsozialisten" eroberten, fanden sie alle mögliche statistischen Machwerke. Zahlen, bis hinters Komma genau. Die die Geschäftswelt der "SS" und der "SS" in der Konzentrationslagerwelt abbildeten. Manches ziemlich unberührt zwischen dicken Aktendeckeln. Der "Bedienstete", der vor seinem "Staatsbeamten" Rechenschaft ablegte. Zusammengezähltes, Multipliziertes und so. Gewinnabrechnung, demgegenüber so Ausgaben, die man hatte. Auch die Bezahlung des Lagerpersonals angehend. Der "Sold" des "Kommandanten". So ging es zu, bei so Beamten. Im "Dritten Reich".

Die Haar- und die Putzbürsten aus dickem Frauenhaar, die Seifen aus menschlichem Talg. Öle, Kerzen. Nichts das danach roch. Alles Denkbare, das, das man dem mehr oder weniger unwissenden "Reichsbürger" parfümiert anlieferte. Das alles, das war oftmals haarklein und bei doppelter Buchführung mehrfach dokumentiert.

Da hätte man wahrscheinlich am Ende schon was Seiten nötig gehabt, Schrift, die unsichbar wird, Feuer fangen könnte, sobald jemand "Unbefugter" nach so einem Akt griff. Bei dem das Zerstörungswerk nicht mehr ankam, weil man nicht mehr dort hingelangen konnte. Wiewohl da Augen manche Tragweite des "nationalsozialistischen" Treibens nicht so in die Wahrnehmung kriegen hätten dürfen.

Bloß ... Ohnehin war nichts geheimzuhalten. Wovon selbst weniges ausgereicht hätte, daß einem was klarwerden konnte. Bei jede Menge Zeitzeugen, die Geschehnissen viel zu vielköpfig entkamen. Derweil erst in der Gegenwart heutiger Tage was Volk nichts mehr klarsein will. Obwohl sich ihnen keine Schrift dem Auge verbirgt, geben sie sich ungerührt, was so die Vergangenheit angeht. Leugnen möchte man, liebt es, abzustreiten, die Wahrheit einer Geschichte zu verdrehen. Die anscheinend doch viel zu viel mit einem zu schaffen hat. Mehr als man zugeben möchte, derweilen man sich oftmals aufgeregter vorzeigt. Als müßte man sich dermaßen erregen, wenn doch das Wenigste stimmt.

 

 

 

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