1. Teil: 1.10
Da war Dunkel.
Was Grelles zwischendurch. Grelle Funken, die stieben ...
Die Stadt, sie hieß - Pain City.
Das war der Saloon Empireless in der Willy-Stadt Pain City.
Niemand, der sich großartig um Jo, dem Revolvermann, kümmerte. Noch.
Nahe an seinen Revolvern hielt Jo, der Revolvermann, seine Hände. Jo, der Revolvermann, er war bereit, auf alles zu reagieren und im Nu zu ziehen. Wie er es tausendfach geübt hatte.
Auch den gesichtslosen komischen Riesenhaften hinter dem Tresen wollte Jo, der Revolvermann, nicht gänzlich aus dem Blick verlieren. Einer, der zur Sekunde gar nichts anstellte.
Getränke hatte keiner von dem Livrierten gewollt, seitdem Jo, der Revolvermann, den Saloon Empireless betreten hatte. War allerdings womöglich kein Wunder. Ziemlich die Frage, wie irgendwer, der an sich kein Gesicht hatte, keine Lippen, keinen Mund präsentierte, im Grunde nichts Menschliches war, irgendwas eines Getränkes zu sich nehmen hätte wollen.
Die Trinkgläser standen auch gefüllt an den Rundtischen rum.
Linker Hand bemerkte Jo, der Revolvermann, nahe des wie ein Totengräber gekleideten Klavierspielers einen ähnlich kugelköpfigen Burschen mit einem schwarzen Stetson am Schädel, der den Arm langgestreckt mit dem Finger deutete. In die Richtung Jo, des Revolvermannes.
Der am Klavier hörte mit seiner Klimperei auf.
Bereit war Jo, der Revolvermann, sobald der eine oder sonstwo wer seine Hand Richtung Waffe zucken ließ, zu ziehen und mit der Schießerei zu anzufangen.
Wäre nicht schlecht gewesen, zu sehen, was aus einer dieser komischen Figuren wurde, traf eine Kugel sie Höhe des Herzens in der Brust.
Oben im ersten Stock entstand bei der Holztreppe hinab in die Saloonwelt überraschend Bewegung. Als Jo, der Revolvermann, seinen Revolver halb gezogen hatte, erkannte er, was sich oberhalb abspielte.
Der Willy der Willys, der sich oben aufbaute, den Oberkörper mit beiden Händen am Geländer abstützend.
Mörder-Willy mit seine dummen Willy-Visage, der zu Jo, dem Revolvermann, herunterguckte. Mörder-Willy mit seiner gewöhnlich ausdruckslosen Willy-Visage. Im Gegensatz zum restlichen Volk im Saloon Empireless war bei dem Willy der Willys die Fratze wie immer.
Am liebsten hätte Jo, der Revolvermann, Mörder-Willy ohne viel Federlesens von dem Plankengeländer heruntergeballert. Nur, leider, so lief das nicht. Jo, der Revolvermann, mußte dem Willy der Willys gestatten, zumindestens mal nach einer Waffe zu fassen. Anders haute die Geschichte im Saloon Empireless für Jo, dem Revolvermann, nicht hin. Mörder-Willy mußte eine Chance gehabt haben, Jo, den Revolvermann, niederzustrecken.
Von hinen trat eine Gestalt an den Wily der Willys heran. Nicht, Mörder-Willy das Treppengeländer hinunterzustoßen, sondern sich neben dem einen Willy am Geländer zu plazieren.
Marga!
Marga, die Barfrau, war das. Marga, die Barfrau, in einem roten Kleid, Marga, aussehend wie eine der Tänzerinnen. Als wäre Marga eine derjenigen gewesen, die auf den Bühnenbohlen getanzt hatte.
Einzig und alleine, Jo, der Revolvermann, hatte in keiner der Tanzenden Marga erkannt. Obwohl er Marga mit Sicherheit augenblicklich gekannt hätte, hätte er sie unten denen wahrgenommen, die getanzt hatten
Rotwangig, erhitzt und außer Atem wirkte Marga.
Weil Jo, der Revolvermann, Marga, die Barfrau, nicht tanzen gesehen hatte, mußte es einen anderen Grund dafür geben, daß sie atemlos aussah.
Durch den Kopf schoß es Jo, dem Revolvermann, daß es mit jemandem getrieben. Und wenn Marga, die Barfrau, es mit jemanden getrieben hatte, kam ein einziger dafür in Frage. Mit dem Willy der Willys mußte Marga, die Barfrau, es getrieben haben. Vielleicht im Takt der Klaviermusik, die aus dem Gästebereich des Saloons Empireless nach oben in die Zimmerfluchten hinaufdrang.
All die Dinge, die sich in einem weichen Bett anstellen ließen ...
Bezähmen mußte Jo, der Revolvermann, sich, nicht seine Revolver aus ihren Holstern zu reißen, aus beiden Läufen Bleikugeln zu Marga und dem Willy der Willys am Holzgeländer hinaufzuschicken.
Der Willy der Willys mußte ein Gedankenleser sein. Zu Jo, dem Revolvermann, winkte er voller Spott herab.
Mörder-Willy wandte sich nach der Seite ab, hielt Marga seinen Arm hin.
Marga begriff, was sie tun sollte, hakte sich bei dem Willy unter.
Gemeinsam, daß Mörder-Willy und Marga, die Barfrau, die kleine Schreitfläche oben nahmen. Um geziert anzufangen, nebeneinander die Holztufen herabzustiegen. Wie irgendso ein gräßliches hochherrschaftliches Fürstenpaar.
Wobei Mörder-Willy Margas Hand auch noch bis auf Schulterhöhe anhob. In der Weise die Holzstufen gemeinsam mit Marga zu bewältigen.
Mörder-Willy, der Marga quasi führte. Und das, ohne von Jo, dem Revolvermann, einen gezielten Schuß in die Brust verpaßt zu bekommen.
Als könnte Marga die hölzerne Stiege nicht alleine für sich heruntergelangen, bräuchte dazu extra die Führung, Anleitung dieses Willys der Willys. Der auch als Mörder-Willy bekannt war. Mörder-Willy, der Leute am liebsten in den Rücken schoß.
Ein Hohn, daß Jo, der Revolvermann, Mörder-Willy nicht wie einen räudigen Straßenköter abknallte. Zu einem Duell sollte Jo, der Revolvermann, es mit dem Willy der Willys kommen lassen.
Jo, der Revolvermann, im Grunde hätte er nicht anständig kämpfen müssen. Dann und wann hatte er Gestalten auch schon hinterrücks erschossen. Wenn er sie in der Wildnis aufstöberte. Auch dazu war er in der Lage. Durchaus hätte er darauf verzichten können, Mörder-Willy irgendwelche Chancen zu geben.
Ziehen, zielen und feuern. Dem Mörder-Willy mitten zwischen die Augen. Bei Marga haargenau das gleiche.
Alles wäre für Jo, dem Revolvermann, kein größeres Problem gewesen. Die Hauptsache war, dem Willy der Willys zum Dahinscheiden zu verhelfen. Die Ostleute, in deren Auftrag er Mörder-Willy verfolgte, wären es zufrieden gewesen. Hätte Jo, der Revolvermann, sich doch noch dazu verholfen, es zur Auftragserfüllung zu bringen. Mit jeder Menge Verspätung.
Geschah nebenher Marga, der Barfrau und Tänzerin, dies und das. Hätte auch das nicht geschadet. Marga, die Barfrau, die Jo, dem Revolvermann, schon mal was von Liebe und Treue erzählt hatte. Jo, dem Revolvermann, der sie aufsuchte, erklärte sie was von Treue und Liebe. Daß sie Jo, den Revolvermann, lieben würde, ihm treu sein wolle.
Mit einer Kugel mitten in der Stirn, hätte Marga, die Barfrau, dafür bezahlt, daß sie, statt auf Jo, den Revolvermann, zu warten, dem Ruf eines anderen folgte. Mitten unter Willys, daß Marga, die Barfrau, sich in eine Willy-Stadt verbringen ließ. Erfüllt von Untreue. In der Meinung, plötzlich jemanden anderen zu lieben als Jo, den Revolvermann. Als müßte man Jo, dem Revolvermann, nicht treu sein, wenn man Jo, dem Revolvermann, die Treue schwor. Daherredete, Jo, den Revolvermann, zu lieben.
Auch Marga hatte zu zahlen.