1. Teil: 1.8
Eine hastige Bewegung aus dem Augenwinkel - er war nirgends anders als im Empireless, des Saloons in Pain City. Die Hand Jo's, des Revolvermannes, klatschte nach dem Revolver im Holster an seiner rechten Hüfte.
Jo, der Revolvermann, zog doch nicht, feuerte in die bestimmte Richtung.
Der Saloon Empireless, er hatte eine Schaubühne, von der Jo bisher nicht allzu viel in der Wahrnehmung hatte.
Bis jetzt.
Irgendwas war dort gewesen, linker Hand.
Dieses Huschen, es hatte was verstohlen Feindseliges, gleichzeitig fühlte Jo sich befremdet.
Irgendwer war dort gewesen, der sich von der Seite vorgeschoben hatte. Um aus irgendeinem Grund zurückzuzucken. Wiewohl das zum Allgemeinwissen gehörte, daß zu schnelle Bewegung erst die Aufmerksamkeit der Augen auf sich zog.
Direkt kam es Jo vor, überlegte er sich die Angelegenheit genauer, da war jemandem der Schreck in die Glieder gefahren. Beim Anblick Jo's, des Revolvermannes.
Klar, Jo, als Revolvermann einer mit Ruf. Vor Jo, dem Revolvermann, zurückzuschrecken, durchaus möglich. Wenn man Jo, dem Revolvermann, mit seinem Revolvergurt beim langen Schanktisch rumstehen sah. Jo, der Revolvermann, der konnte Opfer fordern. Jo, der Revolvermann, er hatte Opfer gefordert. Obgleich das in jüngster Zeit weniger wurde.
Trotzdem war Jo, der Revolvermann, keiner, über den man sich freuen mußte, sah und erkannte man ihn.
Gerne hätte Jo von demjenigen irgendwas mitgekriegt gehabt. Von dem oder der, wer immer hier derjenige war, der zurückschrak. Kaum, daß er, sie Jo, den Revolvermann, beäugte.
Konnte durchaus eine Frau gewesen sein, die die Saloongäste überblickte.
Der Verdacht machte sich in Jo, dem Revolvermann, breit, daß das Marga, die Barfrau, gewesen war. Vielleicht wollte Marga, die Barfrau, Jo, den Revolvermann, erst mit den eigenen Augen sehen, ehe sie glaubte, daß es Jo, der Revolvermann, war.
Jetzt wußte Marga das allerdings, daß Jo, der Revolvermann, das war, der sich im Saloon Empireless in Pain City einfand.
Marga war womöglich die, die Jo, den Revolvermann, ernster nahm, als der eine Willy. Der eine Willy, hinter dem Jo her war.
Viel zu lange war Jo, der Revolvermann, auch schon hinter diesem Willy her. Daß jener Willy sich vielleicht eins grinste, wenn Marga ihm Jo, den Revolvermann, beschrieb. Das dem Willy bestätigte, daß das wirklich Jo, der Revolvermann, war.
Niemand anders als Jo, der Revolvermann, der im Saloon Empireless am Tresen herumlungerte. Keiner sonst, der mal einen Gurt mit zwei Revolvern links und rechts trug.
Es war Jo, der Revolvermann, höchstpersönlich. Jo, der Revolvermann, der mit seinen Revolver schnell sein konnte. In der Lage war, das zu treffen, auf das er zielte.
Marga, die Barfrau, die war jemand im Saloon Empireless. Marga, die Barfrau, war in die Willy-Stadt mit Namen Pain City gekommen. Marga, die Barfrau, die hatte dafür gesorgt, daß Mädchen, Frauen, die sie kannte, ebenfalls nach Pain City reisten. Selbst aus dem Osten sollten Europäerinnen, kaum per Schiff am Kontinent angekommen, sofort Richtung Pain City auf die Kutschfahrt gegangen sein. Tänzerinnen, über die Marga, die Barfrau, im Heute gebot.
Daß es wirklich nicht verwunderlich gewesen wäre, daß Marga die eine war. Marga, die vorhin vor Schreck zurückzuckte. Nachdem sie begreifen mußte, daß dort nicht irgendwer war. Sondern Jo, der Revolvermann. Jo, der Revolvermann, der in der notdürftig dahergezimmerten Budenstadt der Willys eintraf, in Pain City.
Das mußte Marga sich sicher sein, daß Jo, der Revolvermann, wenn er nach Pain City hineinritt, insbesondere auch wegen ihr den langen Ritt nach Pain City unternommen hatte. Daß sie, wenn sich was mit dem einen Willy abspielte, nicht außen vor blieb.
Marga, auch ein guter Grund für Jo, den Revolvermann, der allzu lange nichts in der einen Angelegenheit des einen Willys unternommen hatte, jetzt sich dem einen Willy gegenüberzustellen. Diesen Willy endlich zu konfrontieren.
Einen Mann sah Jo, der Revolvermann, der vom Bühnenrand oben heruntersprang. Eilig zu dem niedrigen Hocker hinhüpfte, sich auf ihn draufsetzte, beide Hände sichtbar auf den weißen und schwarzen Tasten des Klaviers plazierte. Mit der Klavierklimperei begann der Unbekannte, während Jo, der Revolvermann, seinen Revolver wieder ins Holster zurückschob. Ohne einen Schuß auf den Klavierspieler abgegeben zu haben.
Mädchen, junge Frauen in langen Röcken hüpften tanzend von der linken Bühnenseite her in Jo's Sicht. Wahrscheinlich, daß dort ein Stiegenaufgang war, ansonsten konnte Jo sich das nicht erklären, wo die Weibsbilder allesamt so plötzlich herkamen, Arm in Arm eingehakt,
Dreizehn jüngere, ältere Damen zählte Jo. Alle die Arme untergehakt, daß sie ihre wohlgeformten Beine warfen.
So viele Schönheiten. Kaum wußte Jo, wo er bei ihnen hinschauen sollte.
Unvermittelt begriff Jo eine Tatsache: Keine hatte untenrum mehr an als rote Strumpfbänder um die Oberschenkel.
Zum Mittelpunkt der Welt wurden die reizenden Tänzerinnen für Jo. Total war er von ihren schwungvollen, sich spreizenden Darbietungen fasziniert.
Nichts, das der Anblick einer einzigen der Schönen zu wünschen übrig ließ. Und doch wandte Jo aus einem vollkommen nichtigen Grund dem einen Klavierklimperer seinen Blick zu.
Der Stetson, der war demjenigen vom Schädel gerutscht. Ein schrecklich haar- und ohrläppchenloser Rundkopf war das. Der unmenschlich wirkte, wirklich wie ein zu einem Kopfstück zurechtgeschnitzter Holzklotz mit komischem Hautbezug.
Wild hämmerten Finger in die Klaviertasten.
Irgendeinen Klang meinte Jo dauernd zu erlauschen. Nur, in Wahrheit vernahm er nicht den leisesten Ton.
-Was Jo dabei unbegreiflich war: Nicht das allergeringste vom Spiel des seltsamen Mannes ohne Nase, Mund, Augen, Ohren drang an seine Gehörgänge. Nicht der leiseste Ton. Obwohl die Rothaarigen mit dem hochgesteckten Haar, den vollen roten Lippen hingebungsvoll zu der Musik tanzten.
Alle hatten sie Takt. Die Hüften wiegten die um die Körpermitte unbekleideten Schönheitsprinzessinen, die ihre Röcke oft bis Halshöhe hinauf hochhielten, mit ihnen wedelten. Auf die Bühnenholzbohlen warfen sie sich nieder, spreizten dabei die Beine auseinander, um flott in den Stand zurück hochzurutschen, als wäre das nichts. Den Anwesenden drehten sie ihre Hinterteile zu, rissen sich die Rockteile weit den Rücken hinauf, beugten sich immer tiefer herab, bis ihre Gesichter zwischen den Kniekehlen hervorgrinsten.
Plötzlich kam Jo etwas zu Bewußtsein. Er erinnerte sich wieder, wer er war und wo er sich aufhielt; im Empireless drohte ihm von überall her Gefahr. Da war es äußerst unklug, zu fasziniert zu sein. Die Augen zwang Jo von dem Haufen tanzender Weiblichkeiten fort.
Wirklich besser, Jo, der Revolvermann, widmete seine Aufmerksamkeit anderen Dingen, zum Beispiel denen, die im Empireless das Publikum waren. Die hübschesten Dinger einer Tanzgruppe nutzten am Ende nichts, wenn eine Kugel Jo, den Revolvermann, erwischte. Nur weil der auf nichts weiter achtgeben wollte; weggetreten nach entblößten weiblichen Unterleibern glotzte.
Dabei hatte Jo, der Revolvermann, im Empireless nicht großartig viel Nettes oder Angenehmes zu erwarten. Es stellte sich vielmehr die Frage, wie Jo, der Revolvermann, dem Empireless am Ende entkommen würde können.
Bis jetzt jedoch schienen alle glücklich. Den Wohlgestalten des Tänzerinnentrupps wurde mit hochgehobenen Händen applaudiert. Wovon allerdings kein Laut an Jo's Ohren drang.
Auffällig: Während oben auf der Bühne die Mädchen, Frauen ihre zurechtgeschminkten Gesichter hatten, war das bei denen im Gästeraum nichts als die hautüberzogene nadelköpfige Gesichtslosigkeit pur.
Gedankenverloren ließ Jo seine Blickr über die vielköpfige Menge schweifen. Scheinbar niemand, der sich groß wegen Jo, dem Revolvermann, bekümmerte. Obwohl Jo ganz ein anderes Gefühl hatte, die Hände nahe seiner Revolver hielt und zuschaute, auch den hinter dem Tresen Rumstehenden nicht gänzlich aus dem Blick zu verlieren.
Linker Hand bemerkte Jo, der Revolvermann, nahe des Klavierspielers einen gesichtslosen Nadelhautkopf-Burschen mit einem Stetson am Schädel, der den Arm langgestreckt mit dem Finger auf ihn deutete.
Bereit war Jo, sobald der eine eine Hand Richtung einer Waffe zucken ließ, zu ziehen und mit der Schießerei anzufangen.
Dann entstand oben im ersten Stock der Holztreppe hinab in den Saloon überraschend Bewegung. Mörder-Willy, der sich droben am Geländer aufbaute, mit seinem doofen Willy-Gesicht nach Jo, dem Revolvermann, herabguckte. Marga erschien rotwangig an der Seite Mörder-Willys, als hätte sie soeben was zusammen mit Mörder Willy getrieben, das sich auf einem weichen Bett abspielte.
Gemeinsam, daß Mörder-Willy und Marga sich abwandten, voranschritten. Um anzufangen, nebeneinander die Holztufen herabzustiegen. Wobei Mörder-Willy Margas Hand geziert auf Schulterhöhe hochhielt. Marga, die Mörder-Willy quasi führte. Als könnte Marga die hölzerne Stiege nicht alleine herunterkommen, bräuchte dazu extra Mörder-Willys Hilfe.
Wut baute sich in Jo, dem Revolvermann, auf. Er hätte gute Lust gehabt, seine Revolver herauszureißen.
Er mußte im Grunde nicht anständig kämpfen, er konnte Mörder-Willy einwandfrei auch einfach so erschießen. Und Marga mit dazu.
Alles kein Problem: knallte er Mörder-Willy ab, hatte er den Auftrag der Ostleute endlich doch ausgeführt.
Geschah nebenher Marga, der Tänzerin, die Jo, dem Revolvermann, schon mal was von Liebe und Treue erzählt hatte, dassselbe wie Mörder-Willy, hatte Marga dafür gezahlt, daß sie, statt auf Jo, den Revolvermann, zu warten, in die Stadt eines andern abgereist war.
Am Fuß der hölzernen Treppe waren Mörder-Willy und Marga gemeinsam angekommen.
Reglos, daß Mörder-Willy einfach mit hochgezogener Augenbraue dastand, die Daumen lässig in seinen Hosengürtel eingehakt, ausdruckslos Richtung Jo, des Revolvermannes, guckend.
Als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt, daß Marga an der Seite Mörder-Willys blieb, die Miene einer aufgesetzt, der gleichgültig war, was jemand, beispielsweise Jo, von ihr redete.
Nach Margas Mieder faßte Mörder-Willy, zog hinten an irgendwas, daß Marga das Miederteil hinterrücks aufging, es ihr den Oberkörper herabrutschte.
In einer Sekunde, daß Marga für alle barbusig zu betrachten war, ohne daß Marga was unternahm, ihre Blößen zu bedecken. Als Tänzerin war Marga auch einiges an Männerblicken gewohnt.
Bis tief jenseits ihres Bauchnabels herunter hatte Marga nichts mehr an, grinste komisch zu Mörder-Willy hinüber, noch rotwangiger im Gesicht.
Irgendwas Spöttisches, Jo anbetreffend, das Marga Mörder-Willy hinsagte.
Keine Ahnung hatte Jo, der Revolvermann, worauf er wartete, nicht sofort seine Sechsschüsser sprechen ließ. Eindeutig, wie Marga die erste Kugel zwischen den Augen nötig gehabt hätte.
Daß er mal gezogen und geschossen hatte, dafür hat's mancherorts schon mal weniger Anlaß bedurft, als die Art, in der Marga sich verhielt.
Oder lag es an den vielen, die sich nun plötzlich im Saloon zusammendrängten? Schulter an Schulter, daß sie standen. Eine vielköpfige Meute der gesichtslosen Nadelformhautköpfe, ob mit Hut aufgesetzt oder ohne.
Es schien Jo, daß man von mal zu mal näher an ihn heranrückte.
Jedoch hatte Jo, der Revolvermann, sich auch bereits dann und wann den Weg freigeschossen. Waren die eigenen Vielschießer leer, hob er schnell den nächsten vom Boden auf oder riß ihn aus einem fremden Lederholster. Und bei Jo, verfeuerte er Bleikugeln, traf jeder Schuß ins Ziel.
Marga, die mit dem nackten Oberkörper, an deren Brüsten die Monde voll aufgegangen waren, beugte sich nach der Seite hinab. Einen Revolver, der aus unerfindlichen Gründen dort mitten auf der getränkefreien Rundtischfläche herumlag, faßte Marga am Griff.
Nicht, um mit dem metallenen Ding rumzuspielen, dabei vielleicht nebenher selber mal nach Jo zu zielen. Alles anders: Mit einem lasziven Lächeln, als handele es sich bei dem von ihr Angefaßten um was anderes, daß Marga die Waffe an Mörder-Willy weiterreichte.
Mörder-Willy nahm den Sechsschüsser vorsichtig mit zwei Fingern an der Trommel.
Erkennbar, das bei Mörder-Willy, daß Jo, der Revolvermann, nicht auf dumme Gedanken komen, ziehen und rumzuballern anfangen sollte.
Kühl schob sich Mörder-Willy die Waffe in den breiten, schwarzen Hosengürtel.
Überlegen grinste Mörder-Willy dann nach Jo, dem Revolvermann, hin, der, obwohl nun bei Mörder-Willy Bewaffnung im Spiel war, keinen Grund bekommen hatte, irgendwas seiner Artillerie herauszureißen.
Die Szenerie stank Jo an. Er begriff sich nicht. Im Grunde hätte er die Gelegenheit nützen müssen, daß Mörder-Willy an einer Waffe fingerte.
Bald wurde Jo die Geschichte mit sich selber zu bunt. Demnächst konnten die vielen hier vor Ort noch an was zu glauben anfangen, wer oder was Jo, der Revolvermann, war. Kurz vor der Heiligsprechung?
Noch dazu, es hatte sich etwas abzuspielen, nachdem Jo, der Revolvermann, Mörder-Willy gegegenüberstand. Von Angesicht zu Angesicht befand man sich. Mörder-Willy, der sich überdies prahlerisch mit Marga schmückte. Mörder-Willy, der lange wußte, daß Jo, der Revolvermann, hinter ihm her war.
Jo, der Revolvermann, der hatte schon öfters an Orten nach Mörder-Willy gefragt. Die Gründe anklingen lassen, warum er hinter Mörder-Willy her wäre. Die Dollars für Mörder-Willys Skalp, die er bereits erhalten hatte.
Und jetzt sah Jo, der Revolvermann, sich tatsächlich Auge in Auge mit Mörder-Willy. Mörder-Willy, bei dem noch dazu Marga nebendran war. Marga, die aus dem einen Hotel abgereist war, in dem sie Bardame war, als Tänzerin auftrat, statt sich mit Jo wiedertreffen zu wollen. Wiewohl Jo, der Revolvermann, seine Ankunft bei ihr angekündigt hatte. Oder vielleicht deswegen.
Marga, die Treulose, das Weib, das sich von Mörder-Willy die Brüste entblößen ließ. Einfach so. Weil Mörder-Willy danach war.
Verschärft fand Marga es, wie Marga überdeutlich anzusehen war. Man mußte nur kurz nach Margas Brüsten hinschauen.
Mit dem Finger deutete Jo, der Revolvermann, auf Mörder-Willy, und Mörder-Willy verstand Jo's Wink: Jo, er würde dann dann mal ziehen, Mörder-Willy, er war fällig.
Marga hatte ebenfalls Begriff, Marga, sie störte die Szene. Eilig umarmte Marga Mörder-Willy. Jo, der Revolvermann, würde ihr in den Rücken schießen müssen, feuerte er auf Mörder-Willy.
Irgendwas, das wie was Geheimes zwischen ihr und Mörder-Willy wirkte, flüsterte Marga Mörder-Willy ins Ohr. Woraufhin Mörder-Willy sichtbar lauthals loslachte. Ohne daß Jo deswegen eine Kleinigkeit von Mörder-Willys Gelächter vernehmen konnte.
Das blieb Jo ein Rätsel, war er nichts hörte. Von den Tönen, die der Barmann auf seinem Hocker hinter seinem Klavier dauernd mit viel Hingabe und Körperverrenkungen in die Tasten haute, kriegte er ebensowenig was mit. Die aufreizenden Tänzerinnen auf der Saloonbühne allerdings hüpften ohne Unterlaß im Takt zu den Tönen. Die Röcke hochgehoben, daß sie die Beine hochschnellen ließen.
Immer weiter, das mit der Tanzerei bei den Weibern, dem ein Trotz, daß Mörder-Willy und Jo, der Revolvermann, sich jenseits im Gästeraum konfrontierten
Eine ziemliche Irritation für Jo, den Revolvermann, die eigene Taubheit. Den Kopf schüttelte Jo, widmete sich mit seinen Augen aufs neue Mörder-Willy.
Das war ein gewaltiger Fehler Jo's, den Blick von Mörder-Willy fortzunehmen. Diese Gelegenheit, Mörder-Willy hatte sie genutzt. Den Lauf des sechsschüssigen Revolvers, den er von Marga erhalten hatte, daß er einwandfrei auf Jo, den Revolvermann, richtete. Jo, der Revolvermann, der siich dummerweise ablenken ließ. Als gäbe es was Wichtigeres für ihn auf der Welt als Mörder-Willy.
Mörder-Willy, der wartete nun nicht auf irgendwelche Kleinigkeiten darüberhinaus, Mörder-Willy, der drückte ab. Aus dem Lauf der Schußwaffe Mörder-Willys sah Jo, der Revolvermann, es grellgebl herausspritzen. Mörder-Willy, der hatte abgedrückt. Ohne weiteres.
Für Jo, der zwar blitzschnell seinen rechten Sechsschüsser herausriß, den Hahn mit dem Daumen zurückzog und abdrückte, war alles viel zu spät.
Jo's Kugel traf beim Klavierspieler lediglich die hölzerne Wand. Holz splitterte. Während Jo den nächsten heftigen Einschlag einer Bleikugel aus Mörder-Willys Waffe vor der Brust spürte. Auf den Saloonfußboden warf es Jo nun nieder.
Am Holzbohlenboden drunten am Rücken daliegend, gewahrte Jo, der Revolvermann, sich. Über sich blickte Jo die Haufen von Glühwürmchen, die nahe dem Lüster durch die Gegend schwärmten.
Als dichtgedrängter Schwarm in einer gelben Spirale flogen sie. Ein Kreis, den sie bildeten.
Funken schienen schließlich zwischen den Lüster-Kerzen geschlagen zu werden. Am Balkenhimmel droben, daß ein Feuerwerk abgebrannt wurde.
Als mal aller Funkenschlag verglühte, kam nicht die Nachtschwärze, sondern eine Malerei Margas Jo in Sicht.
Eine prächtige, fast lebensechte Abbildung Margas, Marga in einem roten Tänzerinnenkleid mit tiefem Ausschnitt. Die roten vollen Lippen Margas zeigten die Andeutung eines Lächelns.
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