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Blog von TeddeMehr

1. Teil: 4.6

7. Februar 2020 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

Mitten zwischen das Volk hineingehen, das war wirklich nicht die Möglichkeit für Jo, den Revolvermann. Genausowenig, wie das, sich einfach umzuwenden, um mir nichts, dir nichts fortzugehen.

Das, mit der Ballerei war gleichfalls ein Ding der Unmöglichkeit. Mit der Schießerei anzufangen, dafür waren sie zu viele auf einem Haufen. Zu viele, keine Kugel von Jo, dem Revolvermann, fangen würde.

Waren die Revolver Jo's, des Revolvermannes, leergeschossen, hatten sie ihn. Dann  gehörte Jo, der Revolvermann, ihnen. Im Nu wären sie Jo, dem Revolvermann, Herr geworden.

Es mußte einen Ausweg geben. Irgendwas, das es Jo, dem Revolvermann, ermöglichte, seiner Lage zu entkommen.

 

Das war eine verfluchte Situation, empfand Jo, der Revolvermann, Jo, der nichts anstellte, als unentschlossen dazustehen.

Die in ihrer grauhautfarbenen Gesichtslosigkeit standen derweil ebenfalls lediglich rum. Obwohl sie längst mehr als genug waren, die beste Aufknüpfermeute zu sein.

Auf irgendein Zeichen, daß die Gesichtslosen möglicherweise warteten, auf Jo, den Revolvermann, loszustürzen. Wenn nicht Jo, der Revolvermann, derjenige sein sollte, ihnen einen Anlaß zu bieten.

Deutlich hing eine Spannung in der Luft, als ob es nur mehr den nichtigsten Auslöser bräuchte, die erste Reihe der Gegenüberstehenden in Bewegung zu bringen. Selbst wenn Jo, der Revolvermann, dann sofort ziehen würde.

Die Lippen schürzte Jo, der Revolvermann, suchte, möglichst dämlich aus der Wäsche zu gucken.

 

Seine beiden Revolver, die Jo, der Revolvermann, unvermittelt halb aus den Lederholstern links und rechts an seinen Hüften herausriß. Um in einem Moment innezuhalten. Die Sechsschüsser zurückzuschieben.

Viele der gesichtslosen hautfarbenl-edernen Kugel- und Ovalköpfe, die die überraschende Handlungsweise Jo's, des Revolvermannes, dazu brachte, vor Schreck zurückzuzucken und sich eng an die rückwärtig bei ihnen heranzudrängeln. Wenn welche nicht gleichfalls nach rückwärts drängten. 

War am Ende glasklar, daß jedem eine Kugel Jo's, des Revolvermannes, drohen konnte. Wenn Jo, der Revolvermann, mal schoß, mochte jeder der erste sein, der getroffen wurde.

Selbst wenn Jo, der Revolvermann, lediglich zwölf Schuß zur Verfügung hatte, waren das immerhin zwölf Schuß.

 

Ein vereinzelter Ovalkopf in einem braunen Anzug, braune Stiefel an den Füßen war seitlich links von Jo, dem Revolvermann, aufgetaucht.

Der, den Jo, der Revolvermann, aus den Augenwinkeln wahrgenommen hatte, war der erste, der nicht grau oder schwarzfarben kostümiert war. 

Braun war die exklusive Anzugsfarbe.

Faktisch war das ein Augenblickchen, daß der Ovalköpfige dort vor Ort herumstand. Wie aus dem Nichts. Jedenfalls war für Jo, den Revolvermann, nicht mitzukriegen, daß sich die Beine der Figur auch nur einmal flüchtig fürs Ausschreiten bewegt hätten.

Ein einzelner, zunächst, an seinem Standort. Wiewohl zu vermuten war, daß er nicht vereinzelt bleiben würde. Sekündlich konnte sich ein weiterer bei ihm einfinden. Im allernächsten Moment eines Blinzelns. Wenn es dort jetzt losging, daß welche auch unmittelbar seitlich von Jo, dem Revolvermann, erschienen.

 

Das eine Geschehen, Jo, der Revolvermann, wollte es nicht dulden. Nach und nach von überall eingekreist zu sein, das fehlte ihm eben noch.

Nach linker Hand hüpfte Jo, der Revolvermann, in kleinen schnellen Sprüngen. Den Überraschten packte er am Unterarmärmel von dessen braunfarbenem Jackett, zerrte, riß an ihm, daß der eine die vier dünnen Latten der Holzstiege herabstürzte, um ungelenk im Straßenstaub zu landen.

Jo, der Revolvermann, wartete auf nichts weiter. Die vier hölzernen Lattenstufen des Aufgangs eines Willys Welcome, wie Jo, der Revolvermann, plötzlich in einem flüchtigen Momentchen oben an einem Holzschild ablas, sprang Jo, der Revolvermann, in einem Satz hinauf. Um freiweg dort auf der Schreitfläche an dem Platz zu landen, wo der Anzugträger zuvor herumgestanden hatte.

Die drei nächststehenden Kugelköpfe, die unten am Gebäudeeck verharrten. Alle drei viel zu weit entfernt.

Wenn sie ihre Schießeisen nicht aus den Holstern herausrissen. Was ihnen allerdings nicht einfallen wollte, sich im Angesicht Jo's, des Revolvermannes, ein flüchtigen Handzucken zu erlauben.

 

Schwingflügel wie üblicherweise in einen Saloon hinein hatte Jo, der Revolvermann, voraus bei sich. Eine Glastüre, die weit aufgeschwungen war.

Wohl der eine Kugelkopf, von dem Jo, der Revolvermann, meinen sollte, er wäre durch die Tür herausgekommen, von drinnen, aus dem einen Willys Welcome.

Nicht das allergeringste davon, daß Jo, der Revolvermann, allerdings mitgekriegt hatte, daß sich linker Hand von ihm eine Glastür aufgetan hätte. Aus dem Willys Welcome war der Anzugträger nicht herausgekommen. Sondern einfach plötzlich dagestanden. 

Jo, der Revolvermann, fühlte sich gehetzt. Er hielt sich mit nicht einer weiteren philosphischen Betrachtung einer komischen Sachlage auf, so unerklärlich sie auch war.

Die hölzernen Flügel schwang er mit den Händen eilig zur Seite, unternahm drei Trippelschritte, guckte sich nahe mehrerer Holzstufen hinab im Innern dieses einen Willys Welcome um. Ließ die Hände locker in der Nähe seiner Revolver in den Hüftholstern herabbaumeln.

 

Eine geräumige Vor- und gleichzeitig Gästehalle, die Jo, der Revolvermann, überschaute.

Auf dem Schild über dem Ausschanktresen stand bei weißem Hintergrund in schwarzer Schrift W.'s Saloon Welcome geschrieben.

Nahezu alles erinnerte an dieselbe Plazierung wie im Saloon Empireless in Pain City. Rechter Hand jede Menge Rundtische mit drumherum zurechtgestellten Stühlen. Holzgestühl, auf dessen Sitzflächen im Moment niemand herumhockte, was Jo, den Revolvermann, herzlich wenig störte.

Wenn was nicht paßte, dann war das das Fehlen von Willys. Nirgends weit und breit ein Willy.

Die Angelegenheit mit dem einen Willy der Willys hätte Jo, der Revolvermann, gerne erledigt gesehen. Um sich kurz darauf sofort aus der Willy-Stadt Pain Way verziehen zu können.

Nur - was sollte er machen?

 

Nichts und niemand weit und breit.

Anscheinend hatte Jo, der Revolvermann, sich zu gedulden. Oder, er stieg die Holzstiege in die Obergeschosse hinauf.

Was vielleicht dann keine schlechte Idee war, wenn die Kreaturen, die sich Jo, dem Revolvermann, auf der staubigen Hauptstraße gegenüber aufgestellt hatten, dann hinter Jo, dem Revolvermann, herkamen.

Solange diesen das allerdings nicht einfiel, nichts und niemand sich zeigte, konnte Jo, der Revolvermann, auch in der Nähe des Ausschanks des Gästebereichs des Willys Welcome auf das weitere warten, das passieren würde.

 

So ohne Willys war alles nichts. Nur, Jo, der Revolvermann, hatte keine Lust, Stufe um Stufe hinaufzusteigen, in irgendwelche Gemächer einzudringen, drinnen auf beengtem Raum mit Geschieße zu beginnen.

Duelle Auge in Auge waren ihm lieber. Wenn einer als erster einen Revolver herausriß, war die Welt vollkommen in Ordnung.

Erst, wenn die ersten Rund- oder Ovalköpfe, Stetson auf oder nicht, von außerhalb hereinkamen oder sonstwie als Gäste an den Rundtischen auftauchten, gedachte Jo, der Revolvermann, dann doch oberhalb nachsehen zu gehen. Ob sich nicht doch ein Willy finden ließe. Der vielleicht auch als Geisel gut sein konnte. Mit ihm, ihm den Revolver gegen den Rücken gedrückt, herumzuwandern.

 

Ruhe herrschte. Wie im Auge des Sturms.

Keine Laufschritte auf Holzplanken, kein Geräusch von nirgendwo. Als wäre das eine tote Welt. Als stünden die gesichtslosen Kugel- und Ovalköpfe weiterhin reglos links und rechts und mitten auf der Straße rum. Wäre man unentschlossen. 

Eine Unentschlossenheit, woran auch das nichts änderte, daß Jo, der Revolvermann, einen der ihren in den Straßendreck geschmissen hatte. Wenngleich einen in einem braunfarbenen Anzug. Wohingegen sie allesamt sich in gewöhnliche graue, schwarze Anzüge und Frauenkostüme kleideten.

 

 

 

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