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Blog von TeddeMehr

1. Teil: 8.2

8. April 2020 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

Jo, dem Revolvermann, viel zu nahe, daß die Horrorbleiche Jo, dem Revolvermann, gekommen war.

Angst und Schrecken spürte Joachim, obwohl das in seiner Mietwohnung in keinster Weise die Umgebung Jo's, des Revolvermannes, war.

In die Wirklichkeit war er zurückgekehrt. Die harte Realität.

Andererseits war eine Welt, in der er herumtelefonieren konnte, elektronische Briefe schreiben und mit dem Phon Kurznachrichten verschicken.

 

Erinnerte er sich recht, hatte er Marga bereits eine Sprachnachricht hinterlassen. Er hatte Marga ein paar kaum verständliche Worte hingekrächzt. Jetzt mußte Marga nur bei ihm anrufen, sich bei ihm zu erkundigen, was er denn von ihr wolle.

Nummern hatte er auf auf der Telefonliste abgespeichert. Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen. Was brauchte er immer sie, Marga? Oder den, Willy mit Namen, der mal sein bester Kumpel war? Willy, von dem Marga sagte, Willy, er hätte ein schiefes Maul.

Heute ließ Marga sich von diesem schiefem Maul küssen. Mit Willy, über dessen Mißgeschick, was das andere Geschlecht anbetraf, Marga glockenhell gelacht hatte.

Joachim hatte mit Marga mitgelacht. Es war schließlich kein Willy weit und breit. Die Freundschaft mit Willy konnte nicht in die Brüche gehen. Jetzt war die Freundschaft mit Willy in die Brüche gegangen. Willy hatte zwischen den Beinen Margas landen können.

 

Vielleicht wäre es das Beste gewesen, das mit Marga auf sich beruhen zu lassen. Wie in der Willy-Stadt Pain Way hätte Marga sich in Luft auflösen können. Im wahren Leben.

Die genaue Uhrzeit hätte Joachim gerne mal wieder gewußt. Gegen Mitternacht am Sonntag war er betrunken weggedämmert. Eigentlich hätte er sich am Montag in der Früh in die Arbeit begeben müssen.

Am Montag war er schon mal nicht im Büro. Jetzt war noch mehr Zeit vergangen.

Überhaupt keinen Überblick hatte er. Zwischenzeitlich schon mehrere Tage verstrichen sein.

 

Sie mußten ihn am Arbeitsplatz längst vermissen. Menzle war ein Scharfer. Ein Kettenhund.

Mit Sicherheit hatte man ihn anzurufen versucht, ihm bereits mahnende elektronische Schreiben in sein Postfach übermittelt. Das entsprach Menzles Charakter.

Joachim erinnerte sich daran, daß der Lade-Akku für sein Phon in seiner Küche war. In der er eigentlich schon mal rumgesessen war.

Oder nicht? Schwer zu überblicken, wenn er nicht gesichert sagen konnte, was bei ihm Realität war, was nicht. Was bildete er sich ein, was nicht? Am Ende konnte er sich alles eingebildet haben.

 

Die Kücheneinrichtung blieb für ihn das Angesagte.

Dort, wo er sich schon mal aufgehalten hatte. Rumgesessen war er am Küchentisch. Dachte er zumindest, daß er das hätte.

Außer in die Küche konnte er jedoch auch ins Wohnzimmer kriechen. Im Wohnzimmer hatte er seinen Klapprechner?

Das aufklappbare Teil, nicht uninteressant.

Wenn nicht dem Rechner in seinem Arbeitszimmer der Vorzug zu geben war. Um auch mal daheim was zu arbeiten, hatte Joachim sich ein Arbeitszimmer eingerichtet. Für home office.

 

Der Schreibtisch, auf dem stand ein Monitor, davor war die Tastatur.

Drehte sich die Geschichte nur noch darum: Konnte er länger auf der Sitzfläche des Bürodrehstuhl rumsitzen?

Eine ganze Kiste Mineralwasser hatte er im Arbeitszimmer an die Mauer geschoben. Auch ein Vorteil.

Andererseits war die Situation im Wohnzimmer, daß er sich jederzeit aufs Sofa zurücklegen konnte.

 

Andererseits: War das aufklappbere Gerät am Wohnzimmertisch für länger einschalten, wenn das einen Lade-Akku nötig hatte?

Wäre alles bei ihm in Ordnung gewesen, hätte er wie eh und je in der Gegend herumlaufen und auf die Suche können, war der Akku anderswo als der Klapprechner.

Das war denn der Vorteil der Rechneranlage: Die lief mit dem Strom aus der Steckdose. An einen Ladegerät brauchte da nichts angeschlossen zu werden.

Zwei zusätzliche Phons hatte er noch, zu dem einen dazu, das vielleicht in der Küche angesteckt war.

Kontakt mit vielen auf der Welt konnte er aufnehmen. Arbeitskollegen, Freunde, Bekannte. Zig Nummern hatte er abgespeichert. Auch für das Angeben, die Prahlerei. Wenn einer zweihundert Freunde hatte, Joachim hatte die auch.

 

Das eine Phon in der Küche war jedoch das von Bedeutung. Mit dem hatte er Kontakt zu Marga.

Mit Marga hatte er am Sonntag noch verschiedentlich was gehabt. Marga und er hatten sich am Sonntag den ganzen Tag über öfters gesprochen und geschrieben.

Auf dem Phon in der Küche hatte er eins: Margas neue Nummer. Nirgendwo sonst war die Nummer gespeichert, als dort.

Also bedeutete das nichts anderes, als daß er zurück in die Küche. Sich an den Küchentisch hocken.

 

Anscheinend, daß er sich schon so kräftig gefühlt hatte, zu Fuß die Kücheneinrichtung zu verlassen. Um aufs Klo zu gehen. Um das jetzt davon zu haben: die Bodenlage. Daß er auf ein neues am Flurgang herumlag. Weiter zu nicht viel anderem in der Lage.

Vielleicht wär das ganz gut gewesen, Marga zu vergessen. Marga, die mit Willy herummachte.

Warum schlug er sich Marga nicht einfach aus dem Kopf? Die Antwort war nicht schwer: weil er von Marga eine neue Nummer gekriegt hatte.

Solange Marga diese Phon-Nummer nicht änderte, konnte er Marga anrufen, Kurzmitteilungen schreiben. Richtige elektronische Briefe. Was immer er wollte. Ob Marga sich dadurch gestalkt fühlte oder nicht. Sollte Marga es doch mal wagen, die Drohung wahrzumachen, daß sie Joachim bei der Polizei anzeigte.

Marga mußte schon aufpassen, heulte sie sich bei Polizeibeamten aus, daß sie, wollte sie ihre Ruhe haben, nicht mal wo sich aus einem Fenster hinausstürzte. Vierter, fünfter Stock. Von einem Flachdach herunterfliegen, das konnte Marga auch mal. Mehrere Stockwerke in die Tiefe. Am besten zusammen mit Willy.

 

 

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