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Blog von TeddeMehr

1. Teil: 9.5

6. Mai 2020 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

Jo, der Revolvermann, gestattete es Susan, den Wallach, in das Schrittempo zurückzuverfallen.

Susan, der Wallach, präsentierte keine seltsamen Eigenwilligkeiten, obwohl Jo, der Revolvermann, durchaus auf etwas wartete. Der Gaul schien es zufrieden zu sein, den den Weg wieder nach eigenem Ermessen suchen zu dürfen.

Zumindestens für Susan, den Wallach, schien alles wieder gut zu sein. Nur für Jo, den Revolvermann, gab es nicht weiter, als in der dicken Wolkensuppe herumzustarren. Und mit den Lederzügeln zu spielen. Und nachzusehen, ob die ledernen Schlaufen über die Hähne beider Revolver gezogen waren.

 

Weiterhin hatte er von seiner Umgebung nicht den blassesten Schimmer.

Jo, der Revolvermann, gefangen an einem Ort. Ein Ding der Unmöglichkeit, sich hier den Weg freischießen. Gegen den weißen Wattedunst half keine Bleikugel.

Überraschend, daß Susan, der Wallach, zurückschreckte. Im Sattel, daß Jo, der Revolvermann, nach vorn kippte, mit der Stirn den struppigkfeuchten Hals Susans, des Wallachs, haute. Einem Zuschauer hätte der Eindruck überkommen können, Jo, dem Revolvermann, wäre spontan das Gelüst überkommen, dort, am Langhals seines Reitpferds, in der Gegend herumzuküssen.

 

Susan, der Wallach, wieherte vor Panik.

Das Geschehen zu begreifen, das dauerte bei Jo, dem Revolvermann, ein kleines Weilchen. Dann war ihm klar, was war: Susan, der Wallach, war eingesunken, stak ein Stückweit die Vorderläufe hinauf, fest.

Zumindestens erweckte Susan, der Wallach, diesen Eindruck, als Jo, der Revolvermann, sich im Sattel vor- und herabbeugte, die Geschichte genauer zu überblicken.

Nur ungefähr war etwas der Geschichte im wattierten Wolkendunst zu gewahren. Unzweideutig jedoch klar: Der Untergrund unter den vorderen Beinen Susans, des Wallachs, hatte nachgegeben.

Bisher war das noch nicht, daß Susan, der Wallach, sich nicht auf seine Instinkte verlassen konnte. Es mußte also allgemein Nachgiebigkeit vorherrschen.Eingesunken war Susan, der Wallach, ein Stückweit.

Der nächste Ruck. Noch mal ein klein wenig mehr, daß Susan, der Wallach, absackte.

 

Mit beiden Armen hatte er den Pferdehals Susans, des Wallachs, umfaßt, erkannte Jo, der Revolvermann, fühlte sich ein wenig panisch.

Fast schien es, als hätte sich das mit dem Glück Susans, des Wallachs, erledigt. Bis Jo, der Revolvermann, Susan, dem Wallach, ohne viel zu überlegen, die Eisensporen in die Flanken trib.

Vor Schmerz wiehernd und schnaubend, daß Susan, der Wallach, einen Hüpfer machte. Mehrere größere Sprünge. Daß Jo, der Revolvermann, sich kaum im Sattel halten könnte, nichtsdestotrotz mit viel Mühe und Beinarbeit auf dem Rücken Susans, des Wallachs, blieb.

 

Dann schien Susan, der Wallach, auf einmal wieder festeren Grund unter den Hufen zu haben.

Nicht die geringste Ahnung davon hatte Jo, der Revolvermann, wie er das eigentlich wirklich  angestellt hatte, oben am Rücken Susans, des Wallachs, im Sattelwerk hocken zu bleiben.

Ein Bein, daß Susan, der Wallach, wieder vor das andere setzte. Obwohl Jo, der Revolvermann, die Unsicherheit Susans, des Wallachs, spürte. Die eine ganz große gewisse Trittsicherheit hatte den Wallach verlassen. Unsicheres Vorantapsen war die Aufführung Susans, des Wallach, zu nennen.

 

Unvermittelt verblies eine Brise den dichten, weißlichen Wattewolkendunst um Jo, dem Revolvermann, herum. Ziemlich blies der Wind.

Diese und jene weißfarbenen Wattewolkengebilde blickte Jo, der Revolvermann, um sich herum, einmal näher, einmal ferner.

Jede Wolke schien es eiliger zu haben, als die, auf der Jo, der Revolvermann, auf Susan, dem Wallach, nach vorn trabte.

Zu einem Ende kam nichts mit all dem Wolkenzeug nichts. Elend, verzweifelt war es Jo, dem Revolvermann, zumute. Am liebsten wäre er ganz woanders gewesen. Ohne deswegen irgendwie das Vermögen zu haben, lange woanders hinzukönnen.

 

Irgendwas war plötzlich. Das glaubte Jo, der Revolvermann, rechter Hand was gesehen zu haben.

Dem Umriß nach eine Gestalt, freischwebend in der Luft. 

Nichts als eine Flüchtigkeit. Kaum der Rede wert.

Die Augen Jo's, des Revolvermann, suchten den Horizont zu seiner Rechten ab.

Hatte er sich die Erscheinung eingebildet?

Die Augenbrauen kniff Jo, der Revolvermann, zusammen, Einzelheiten nach Möglichkeit besser erkennen zu können.

 

Dann hatte er sich doch nicht getäuscht.

Nicht glauben wollte es Jo, der Revolvermann. Einzig und alleine, es ließ sich nicht leugnen.

Normal wäre es gewesen, daß, wer hier bei den Wattewolken schweben wollte, ein Flügelpaar hinten am Rücken haben hätte müssen. 

Bloß, Flügel oder sonst etwas, was das Dahinschweben erklären hätte können, waren nicht zu erkennen.

 

Nichts als eine gewöhnliche Menschengestalt war das. Eine allerdings, die durch die Lüfte glitt. Als hätte da der menschliche Körper kein Gewicht, wäre das ein Geist.

Allem Anscheine nach eine Frau. Brünettes, schulterlanges Haar.

In weißes Laken war sie gehüllt. Ihr Haar flatterte vor ihrem Gesicht herum, daß kein Antlitz zu erkennen war.

Die Frauensperson, die Jo, dem Revolvermann, im Blick blieb, näherte sich mitsamt der Wolke in ihrer unmittelbaren Nähe ein Stückweit.

Dann war es, sie wolle mitsamt der weißen Wattewolken vorüberschweben.

Jo, der Revolvermann, der Susan, den Wallach, mit kleinem Zügelzug zum Stillstehen veranlaßt hatte, um zuzugucken, patschte Susan, dem Wallach, auf das Hinterteil, damit wieder weitergetrabt wurde

In kleiner Entfernung, daß sie in der Luft dahinschwebte, als wäre so was nichts. Alles, ohne, daß sich Jo, dem Revolvermann, ein einzigesmal ihr Antlitz deutlicher präsentierte.

Bekannt kam sie ihm vor, ohne daß er auf den Namen von ihr kommen konnte.

 

Ein Paar nackter Füße. An denen sich nichts rührte. Das hielt Jo, der Revolvermann, als Wichtigkeit für sich fest..

Eine weibliche Person. Die er von irgendwoher kannte. Eine, in einem weißen Nachthemd, in dem er sie auch schon anderswo mal gesehen hatte.

Es wollte Jo, dem Revolvermann, nicht in den Sinn gelangen, von woher er sie kennen sollte. Ein Weiß war das allerdings, in dem sie ganz gut mit dem Wolkenhintergrund verschmelzen konnte.

Zwischen entfernteren bauschigen Wattewölkchen konnte Jo, der Revolvermann, sie nur mehr undeutlich ausmachen. Paßte er nicht auf, verlor er sie noch aus den Augen.

 

Die unbekannte Damen, in weißes Laken gehüllt, blieb für Jo, den Revolvermann, ein steter Anhaltspunkt. Als stecke Absicht dahinter, daß dem so war.

Susan, der Wallach, wieherte, nachdem Jo, der Revolvermann, am Zügel zog.

Alles andere als erfreut war Susan, der Wallach, davon, daß er seinem Reiter gehorchen mußte, obwohl er sich die Wegstrecke lieber selber gesucht hätte. Trotzdem erlaubte der Wallach sich keinen Fehler, blieb auf festeren Untergrund. Das einemal des Einsinkens schien gereicht zu haben, daß das nicht noch mal gebraucht wurde, wenn es nicht sein mußte.

 

Die eine, die reglos wie eine Schlafende voranschwebte, kam Jo, dem Revolvermann, immer bekannter vor. Ohne daß es ihm deswegen eingefallen wäre, wer sie hätte sein können.

Unfaßlich, wie leicht es war, der einen auf Susan, dem Wallach, zu folgen. Selbst, wenn sie am Rand der nächsten vorüberziehenden Wolke mal eintauchte, drinnen verschwand, war das nicht für lange. Als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt, daß sie wieder zum Vorschein kam, mit ihren langen, im Wind flatternden brünetten Haaren

Dann lenkte Susan, der Wallach, die Aufmerksamkeit Jo's, des Revolvermannes, auf sich. Voraus war die Wolke zu Ende. Das einzige war, abzubiegen, weil es im schnellen Trab nicht weiterging.

Die Nachbarwolke sie war nahe, In Galopp brachte der Wallach sich, als wäre nichts als sein eigener Wille gefragt, sprang ab und wechselte auf die benachbarte Wolkenfläche hinüber.

 

Jo, der Revolvermann, konnte die Frau nirgends mehr in der Umgebung entdecken. Verschwunden schien die eine jetzt doch bleiben zu wollen.

Jo, der Revolvermann, verfluchte die Eigenwilligkeit Susans, des Wallachs. Allerdings, ohne die lederne Reitgerte zur Hand zu nehmen und seinem Zorn freie Bahn zu lassen.

Schließlich: Was hätte getan werden sollen? Was wäre passiert, wenn er auf der einen Wolke geblieben wäre? Dort hätte er sie auch aus den Augen verlieren können.

Verzweifelt suchten die Augen Jo's, des Revolvermannes, den Horizont ab, während Susan, der Wallach, am Wolkenrand entlangschritt.

Die eine, die nicht wieder zum Vorschein kam. Sich von Jo, dem Revolvermann, sehen ließ. Obwohl es zuvor schien, sie wolle nichts, als das, daß Jo, der Revolvermann, sie in Sichtweite hatte.

 

Das eine Weib war und blieb unsichtbar. Als hätte es sie nicht gegeben.

Jo, der Revolvermann, wußte nicht, was er anstellen sollte. Jede der Nachbarwolken war zu weit entfernt. Um dorthin zu gelangen, hätte Susan, der Wallach, sich Drachenflügel wachsen lassen müssen.

Nicht länger wollte Jo, der Revolvermann, das, daß Susan, der Wallach, an einer Stelle herumstand. In Bewegung hatte der Wallach zu bleiben. Für die Warterei auf einer Stelle war Susan, der Wallach, der überdies Jo, den Revolvermann, im Sattel auf seinem Rücken sitzen hatte, zu schwer.

Es hatte genügend Überraschungen gegeben. Jo, der Revolvermann, wünschte sich nicht, doch noch zu erfahren, daß haltlos durch die Wolkenwatte hindurchzustürzen war.

 

Die Sporen drückte Jo, der Revolvermann, Susan, dem Wallach, nur leicht in die Flanken. Trotzdem war es wie gewohnt: Susan, der Wallach, wieherte, bäumte sich auf und sprang voran. Jedoch, ohne irgendwas Launiges anzustellen. Etwa, mit den Hinterläufen auszuschlagen. Geradezu, als wäre Susan, der Wallach, diesesmal froh darüber, daß sein Reiter ihn voller Nachdrücklichkeit zu Dingen bewegte.

Susan, der Wallach, jetzt wieder trittsicher. Jo, der Revolvermann, ließ Susan, den, Wallach, alles allerdings selbstständig unternehmn. Im leichten Trab, daß Susan, der Wallach, voranmachte. Sehr zur Freude Jo's, des Revolvermannes.

 

Dann schien Jo, der Revolvermann, regelrecht die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben. Nichts, das er falsch gemacht hatte. Denn, es war unglaublich: Die Frau in dem weißen Gewand, in dem sie auch zu Bett hätte gehen können, verließ den Wolkendunst unvermittelt, kam erneut rechter Hand von Jo, dem Revolvermann, zum Vorschein. Alles genau dasselbe, wie zuvor; als wäre sie nicht weggewesen.

Jo, der Revolvermann, war erst mal mit allem zufrieden. Mit der Voranschwebenden, war noch jemand anders mit ihm zusammen in der komischen Wolkenwelt. Mit der erst zurechtgekommen werden mußte.

 

Dann starrte Jo, der Revolvermann, zu der einen hinüber. Bei der das brünette lange Haar herumwirbelte. Bis Jo, der Revolvermann, dann doch mal ihr Antlitz ein bißchen länger blickte.

Schlagartig wußte Jo, der Revolvermann, wer die eine Schwebende war, die wie eine Schlafende aussah.

Marga, die Barfrau!

Marga, die Barfrau, die er eigentlich nur zu gut kannte. Viel zu gut, als daß es begreiflich war, daß er sie nicht längst erkannt hatte.

Zwingend hätte er sie kennen müssen. Marga, die Barfrau, nicht unverzüglich zu kennen, das war nichts, das Jo, der Revolvermann, jemandem erzählen hätte dürfen, der um das Band zwischen Jo, dem Revolvermann, und Marga, der Barfrau, Bescheid wußte.

 

Ausgerechnet Marga, die Barfrau, die mußte DAS sein. Die eine. Und Jo, der Revolvermann, bei dem dauerte es, bis er sie kannte.

 

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