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Blog von TeddeMehr

1. Teil: 11.1

29. Juni 2020 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

Hoch rappelte er sich, Jo, der Revolvermann. Ohne weiteres, daß er das konnte, auf die Füße zu kommen.

Er war zurück. Jo, der Revolvermann, stand mit beiden Beinen fest auf einer begrünten Krumme.

Kein anderer war er als Jo, der Revolvermann.

Alles andere als tot, Jo, der Revolvermann.

Außerdem war Jo, der Revolvermann, gegürtet. Links und rechts fanden sich Revolver in den Lederholstern.

 

Die Lederschlaufen hob Jo, der Revolvermann, von den Hähnen fort.

Nun, daß er jederzeit in einem Momentchen beide Sechsschießer gleichzeitig ziehen konnte.

Erst mal erinnerte sich Jo, der Revolvermann, an nichts und niemanden, der dafür gesorgt hätte, daß er sich wieder erholen konnte.

Nichtsdestotrotz mußte ihm irgendwer weitergeholfen haben. Jemand mußte ihn an einen Ort verbracht haben, an dem ihm das Blei aus dem Brustkorb geholt wurde. 

Ohne einen Pferdedoktor hätte er sich nicht an der Örtlichkeit einfinden können, an der er sich im Moment aufhielt.

Von selber dokterten sich bleierne Kugeln keinem aus der Brust. Außerdem mußte er länger auf einem Pferd gesessen haben, wohin zu reiten. Ohne einigermaßen gesund und munter zu sein, war es nichts mit einem längeren Ritt.

 

Ein Rundblick, Jo, der Revolvermann, er wußte schlagartig, wo er war: auf einem Friedhof.

Der Friedhof am anderen Ende der Stadt. Einer Willy-Stadt.

Der Name des heruntergekommenen Stadt der Willys war ihm auch ein Begriff: Pain City.

Pain City, die dreckigste aller Willy-Städte. Die Hauptstadt aller Städte, die die Willys für sich errichten ließen. Nach Pain City zogen sich die Willys jedesmal zurück, wenn ihnen der Boden unter den Füßen wo zu heiß wurde.

 

Nur, vor Jo, dem Revolvermann, hatten sie deswegen lange keine Ruhe. Jo, der Revolvermann, er kam den Willys auch noch in die Unterwelt hinterher.

Jo, der Revolvermann, er blieb den auf den Fersen. Und Jo, der Revolvermann, er war schon mal in Pain City. Jetzt war er zurück in Pain City.

In Pain City war er eingetroffen. Ohne deswegen auf Susan, dem Wallach, mitten auf der Hauptstraße nach Pain City hineinzureiten.

Diesesmal hatte er sich dagegen entschieden. Lieber war er geduckt und auf seine Umgebung achtgebend um Pain City herumgeschlichen.

Spontan war abgebogen. rein zwischen die Häuser, um sich, trotz der Wüste und den Kakteen außerhalb der Willy-Stadt, zwischen Zypressen und Ölbäume wiederzufinden. Von dort aus gelangte er auf einen weitläufigen Friedhof. Als es ihm schwarz vor Augen wurde.

 

Bloß, jetzt hatte Jo, der Revolvermann, das Bewußtsein wieder. In Fesseln gelegt hatte ihn niemand; ebensowenig, daß ihr seine Revolver abgenommen wurden.

Das eine Wort war Willy. Der eine Willy verdiente den Tod; nicht nur einmal, mehrfach.

Der Willy der Willys, hinter dem Jo, der Revolvermann, seit längerem her war, hatte Jo, dem Revolvermann, als der sich in der Willy-Stadt Pain City in den Saloon Empireless hineinbegeben hatte, mit Revolverschüssen in der Brust erwischt. Und Jo, der Revolvermann, sah das vor seinem geistigen Auge, wie er aus dem Sattel Susans, des Wallachs, kippte, von zwei heftigen Schlägen schwer erschüttert. Das nächstemal, daß es Jo, der Revolvermann, war, der im Brustkorb getroffen worden war.

Es war nicht zu fassen. Soviel Blei, das in Jo, dem Revolvermann, einschlug. Während Jo, der Revolvermann, nicht einmal einen seiner Ballermänner gezogen hatte. Jeder seiner beiden Revolver, den er in den Holstern stecken hatte. Als wäre Jo, der Revolvermann, einer ohne jede Ahnung, vergaß er jedesmal seinen Widersacher, den einen Willy. Und das alles, obwohl es Jo, der Revolvermann, war, der einen Ruf zu verteidigen hatte. Von Jo, dem Revolvermann, erzählte sich jeder, daß Jo, der Revolvermann, schneller zog, als das Auge der Bewegung Jo's, des Revolvermannes, folgen konnte.

 

Eigentlich jeder, hinter dem Jo, der Revolvermann, her war, konnte sich dessen gewiß sein, daß sein Schicksal besiegelt war. Wenn Jo, der Revolvermann, sich wem gegenüber befand, war allerhöchstens die Frage, ob man genügend in den Taschen hatte, damit ein Sargmacher sich darum bemühte, Maß zu nehmen.

Im Grunde war Jo, der Revolvermann, bisher aus jedem Duell als Sieger hervorgegangen. Im Dutzend billiger erledigte Jo, der Revolermann, die Leute.

Nur nicht den einen Willy der Willys. Mit dem einen Willys hatte es etwas auf sich. Irgendeine Bewandtnis. Überhaupt, noch keinen einzigen Willy hatte Jo, der Revolvermann, abgeknallt. Als wären die Willys gefeit. Irgendwas in der Art.

Oder, das mit den Willys, das hatte mit Marga, der Barfrau, etwas zu tun. Des öfteren, daß Jo, der Revolvermann, Umwege geritten war, hielt er sich in der Umgebung eines Städtchens auf, dessen Name ihm mitgeteilt worden war, weil sich irgendein Willy dort rumtreiben sollte. Es dauerte das, bis Jo, der Revolvermann, die Hauptstraße längs zwischen die Häuser hineinritt. Um aus dem Sattel zu steigen, Erkundigungen anzustellen und zu erfahren, daß der Willy fortgeritten war.

 

Heutzutagen wollten Marga, die Barfrau, und der eine Willy der Willys nicht nur mehr zusammensein. Eine Eheschließung, die bevorzustehen schien. 

Im Grunde genommen konnten Marga, die Barfrau und der eine Willy der Willys sich längst das Ja-Wort gegeben haben. Mehrfach erinnerte sich Jo, der Revolvermann, Marga, die Barfrau, in weißen Gewändern gesehen zu haben, die auch als Hochzeitskleid durchgehen konnten. Auch darauf entsann Jo, der Revolvermann, sich, Marga, die Barfrau, nicht mit ihrem roten Schopf gesehen zu haben. Als Brünette präsentierte sie sich, wie eine, die ihr altes Leben aufgeben wollte. Und das an der Seite des Willys der Willys, der überall weit und breit in den Willy-Städten das Glücksspiel veranstaltete und Mädchen, Frauen in den Saloons, die er betrieb, die Beine hochwerfen ließ. Wollte Marga, die Barfrau, sich als Ehegattin des einen Willys nicht länger um die Can-Can-Tänzerinnen kümmern?

Marga, die Barfrau, die Ehefrau des Willys der Willys!

Voller Zorn hätte Jo, der Revolvermann, am liebsten seine beiden Revolver gezogen und damit angefangen, auf die Grabsteine im Rund zu schießen.

 

Nur - was hatte er davon, in Steinen für Löcher zu sorgen? Der eine Willy der Willys hätte das sein müssen, der durchlöchert am Erdboden rumlag. Vielleicht mit Marga, der Barfrau, an seiner Seite.

Willy-Städte - was für ein Witz! Daß Willys es irgendwo im Westen zu Städten bringen konnten, das war wirklich unglaublich. Geradezu das Letzte.

Das Pokerspiel, das Glück an den Roulettetischen und die Tanz-Saloons mit einiger Hurerei in den Gemächern hinter der Bühne - eine wahre Goldgrube schien das zu sein. In einer Weise, daß sogar Marga, die Barfrau, dem einen Willy auf dem Leim ging.

Trotzdem, das mußte Jo, der Revolvermann, voller Neid dem einen Willy der Willys lassen. Als eine Kleinigkeit war das nicht anzusehen, daß es fast überall irgendwo eine Willy-Stadt gab.

Städte waren nun mal Städte, selbst wenn ein Willy die Fassaden errichten ließ.

 

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